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NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
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Von Kiebitzen und Kühen

28. April 2021 - Hubert und Christian Vogel-Hanhoff betreiben auf ihrem Hof in Freckenhorst im Kreis Warendorf eigentlich Ammenkuhhaltung. In Kooperation mit dem NABU Münsterland setzen sich die Landwirte aber auch für den Kiebitzschutz ein. Am Montag, den 19. April, besuchte der NABU Münsterland den Hof der Familie.

Der Schutz der Kiebitze ist schon seit mehreren Jahren ein Anliegen des NABU Münsterland. Die Notwendigkeit hierfür zeigt sich durch einen kurzen Blick in die Verbreitungszahlen: Seit 2003 ist der Kiebitzbestand in Warendorf um 60 Prozent gesunken, in Münster sogar um 85 Prozent. Der Kiebitz besiedelte vor allem feuchte Wiesen mit niedriger Vegetation, die genug Nahrungsquellen, bevorzugt Insekten und deren Larven bieten. Gerade diese Flächen werden im stark landwirtschaftlich genutzten Münsterland weniger, so dass er heute auf auf unbestellten Äckern nistet, wo es durch die Bewirtschaftung zu Gefahren kommen kann.

Umso wichtiger ist es, Landwirte für den Kiebitzschutz zu gewinnen, um den Bestand auch in den kommenden Jahren zu sichern. Im Rahmen eines Förderprogramms des Land NRW können Landwirte für ein bis fünf Jahre Ackerland zur Verfügung stellen, das als Feldvogelinsel als Lebensraum für Kiebitze dient.

Über die gute Zusammenarbeit zum Schutz der Kiebitze freuen sich (v. l.) Aline Förster von der Nabu-Naturschutzstation Münster sowie die Freckenhorster Landwirte Hubert und Christian Vogel-Hanhoff. (Foto: Anne Wilhelm)

Insgesamt drei Brachflächen stehen auf den Feldern von Hubert Vogel-Hanhoff

Familie Vogel-Hanhoff geht hier mit gutem Beispiel voran. Insgesamt widmen die Landwirte dem Kiebitzschutz drei Ackerbrachen von 0,5 bis zu einem Hektar Fläche. Auf diesen Flächen gilt eine Bewirtschaftungsruhe bis die angrenzende Feldfrucht geerntet wird, weder Pflanzenschutzmittel noch Dünger dürfen eingesetzt werden. Die sogenannten Kiebitzinseln, die regelmäßig beobachtet werden und nur über lückige Vegetation verfügen, bieten dem kleinen Vogel die Möglichkeit, unbehindert zu brüten und Nahrung zu finden. Und das mit Erfolg: 13 Kiebitzpaare haben hier einen Lebensraum gefunden und die ersten führen bereits seit ein paar Tagen Küken. Aline Förster, die das Wiesenvogel-Gebiet südlich Freckenhorst im Auftrag des Kreis Warendorf seit Jahren kartiert, weiß, dass vor 5 Jahren noch auf deutlich mehr Feldern Kiebitze vorkamen. Die Ackerflächen der Vogel-Hanhoff’s sind für den Kiebitz derzeit fast die letzten Rettungsinseln. Da Kiebitze standorttreu sind, also bevorzugt auf denselben Flächen brüten, ist eine langjährige Kooperation sinnvoll. Auch für die Landwirte ist das nützlich. Für die Bereitstellung ihrer Ackerflächen erhalten die Landwirte bis zu 1200 Euro pro Hektar und Jahr vom Land NRW. Aufgrund der hohen Pachtpreise in der Region kann die Kompensation aber nur als Ertragsentschädigung angesehen werden.

Das Finanzielle sei ohnehin kein großer Anreiz, so Hubert Vogel-Hanhoff. Er betont stattdessen die Wichtigkeit einer natürlichen landwirtschaftlicher Bewirtschaftung: „Hier kommen die Kühe noch auf die Wiese”. Darüber freuen sich nicht nur die Kühe, sondern auch Kiebitze und andere Vögel, denn unter Kuhfladen tummeln sich Insekten, die wiederum als Nahrungsquelle dienen.

Auf den Äckern der Familie Vogel-Hanhoff haben die Kiebitze in Freckenhorst ein Zuhause gefunden. Um den Bruterfolg der Kiebitze und anderer Feldvogelarten zu erhöhen und den Bestand im Münsterland zu stabilisieren, sind auch auf anderen Flächen solche Maßnahmen notwendig. Interessierte BewirtschafterInnen können sich beim dem Kreis Warendorf oder der NABU-Station Münsterland zu Förderprogrammen der Acker- und Grünlandextensivierung beraten lassen.




Presseartikel: Die Glocke




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