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Zielwert: Ein fliegendes Küken pro Paar

Kiebitz-Experten tagten am Institut für Landschaftsökologie in Münster

3. Dezember 2019 - Am 22. und 23. November trafen sich 50 Fachleute aus ganz Deutschland und den angrenzenden Niederlanden um in einem Experten-Workshop zum Thema „Kiebitzmonitoring in Deutschland“ die Grundlagen für ein bundesweites Bruterfolgs-Monitoring von Kiebitzen zu schaffen. Tagungsort war das Institut für Landschaftsökologie der Uni in Münster und organisiert wurde er von der NABU-Naturschutzstation Münsterland, dem Michael-Otto-Institut im NABU sowie dem Institut selbst. Der Workshop fand im Rahmen des Projekts „Sympathieträger Kiebitz“, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums sowie Mitteln des Umweltministeriums von Schleswig-Holstein und die Hanns R. Neumann Stiftung gefördert wird.

Einst ein „Allerweltsvogel“ auf offenen Wiesen und Feldern ist der auffällige Kiebitz heute in weiten Teilen Deutschlands im Bestand bedroht. Zwischen 1992 und 2016 ging dieser um 88 % zurück. In Nordrhein-Westfalen brüten nur noch etwa 4.800 Paare. Aktuell gab es auch in Münster innerhalb von nur einem Jahr eine rasante Bestandsabnahme um etwa die Hälfte. Dort wurden 2019 noch 59 Paare gezählt. Die meisten davon brüten auf Ackerflächen.

Die Gründe für die Abnahme sind vielfältig. Dazu zählen insbesondere die intensive landwirtschaftliche Flächennutzung mit der Trockenlegung von Wiesen und Weiden, starke Düngung mit zu schnell und zu dicht wachsender Vegetation, ein Rückgang der Insektennahrung sowie Gelegeverluste durch Bodenbearbeitung. Hinzu kommen Probleme mit Beutegreifern, mit der Witterung und Bejagung auf den Zugwegen.

Nach aktuellem Wissensstand ist für die Stabilisierung des Kiebitz-Bestandes ein Bruterfolg von mindestens 0,8 Küken pro Paar notwendig. Aufgerundet muss also nur eines von in der Regel vier Küken nach dem Schlupf tatsächlich flügge werden. Die Bewertung von Schutzmaßnahmen geschieht deshalb über die Kontrolle des Bruterfolges.

Als erfolgversprechende Schutzmaßnahme auf Ackerland erweist sich beispielsweise die Anlage von Feldvogelinseln. Das sind von Landwirten kurzzeitig angelegte Ackerbrachen. Dort finden Kiebitze in der Regel geeignete Plätze zum Brüten sowie ausreichend Nahrung und Deckung. Für einen deutlichen Effekt müssten solche Maßnahmen allerdings noch einen breiteren Einzug in die landwirtschaftliche Praxis finden. Will man den Kiebitz vor dem Aussterben bewahren, ist das aber notwendig.

Während des Workshops wurde deutlich, dass das Vorgehen bei der Ermittlung des Bruterfolgs im Gelände stark abhängig ist von den örtlichen Gegebenheiten. Im weiteren Vorgehen werden deshalb ein weiterer Austausch im Hinblick auf Monitoringergebnisse und -methoden sowie eine bundesweite Datenbank anvisiert.




Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops Kiebitzmonitoring in Deutschland (Foto: NABU-Naturschutzstation Münsterland)




Wärme finden die frisch geschlüpften Kiebitzküken bei ihrer Mutter – Futter suchen sie sich selbst (Foto: Thorsten Krüger/NABU)

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