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Faszinierende Vielfalt der Schwebfliegen

Naturkundliche Exkursion in den Stadtpark Wienburg am vergangenen Sonntag, den 8. August

8. August 2021 - Schwebfliegen, die wie Stubenfliegen aussehen? Normalerweise sind Schwebfliegen dafür bekannt, dass sie sich als stechende Insekten tarnen und damit Feinde vom Leib halten. Dass diese harmlosen Zweiflügler aber viel mehr zu bieten haben, erläuterte Sarah Klein-Hitpaß von der NABU-Naturschutzstation Münsterland den staunenden Teilnehmern bei einer Exkursion in den Stadtpark Wienburg am vergangenen Sonntag, den 8. August. Die große Gruppe der Schwebfliegen sind faszinierende und vielfältige Lebewesen, die eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht spielen.

Die heimischen Schwebfliegen standen im Fokus bei der naturkundlichen Exkursion im Rahmen des Projektes „Münster summt auf“. Die Expertin Sarah Klein-Hitpaß, die sich bei ihrer Bachelor-Arbeit an der Hochschule Osnabrück intensiv mit Schwebfliegen beschäftigt hatte, und der Diplom-Biologe Dr. Thomas Hövelmann führten im naturnah belassenen Teil der großen städtischen Grünanlage in die heimische Natur und die Welt der Blütenökologie ein.

Die Maskenschwebfliege ist an der markanten Zeichnung auf dem Brustschild zu erkennen (Fotos: Thomas Hövelmann)

Sarah Klein-Hitpaß gab dabei zunächst einen Überblick über die Vielfalt der fast 500 heimischen Schwebfliegen-Arten und zeigte anhand vorbereiteter Abbildungen Einzelheiten zu Körperbau und Lebensweise. Einige Arten hatte sie kurz vor Beginn der Exkursion keschern und so den zehn Teilnehmern in kleinen Gläschen zeigen können - die gefangenen Tiere wurden nach Betrachtung unbeschadet wieder in die Freiheit entlassen.

Hövelmann ging derweil auf einzelne typische Pflanzenarten an den Gewässern und auf den Wiesen ein und stellte die verschiedenen Formen des Blütenbaus und des komplizierten Ablaufes der Befruchtung vor. Dabei achtete er streng auf die Wahrung des Corona-bedingten Abstandes.

Abschließend stellte Sara Kehmer eine neu entwickelte Methodik zur einfachen Erfassung blütenbesuchender Insekten vor. Dabei werden auf jeweils einem Quadratmeter Probefläche, der mit Zollstöcken markiert wird, für genau fünf Minuten nach Hauptgruppen wie Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen getrennt die Anzahl auf einem eigens entwickelten Erfassungsbogen notiert. Mit Freude begaben sich dann die Exkursionsteilnehmer auf eine probeweise Erfassung einer eingesäten Blühwiese.

Sarah Klein-Hitpaß (rechts) stellte die Vielfalt der Schwebfliegen im Stadtpark Wienburg vor

Am Beispiel der besonders stark bedrohten, im Totholz lebenden Schwebfliegen-Arten plädierte Sarah Klein-Hitpaß für mehr naturnahe Strukturen in unserer Landschaft und für die wichtige Rolle der Schwebfliegen wie aller Lebewesen im Naturhaushalt. Und so lernten die Teilnehmer nicht nur die Gewöhnliche Mistbiene, die hübsche Maskenschwebfliege, das Behaarte Weidenröschen und das Mädesüß kennen, sondern gewannen auch einen neuen Blick auf die faszinierende Welt blütenbesuchender Insekten. Aber auf die Frage, welchen Sinn denn die Tarnung als Stubenfliege hat, wusste auch Sarah Klein-Hitpaß keine Antwort...




Die in Schaugläschen gezeigten Schwebfliegen wurden anschließend wohlbehalten wieder freigelassen




Sara Kehmer (stehend) erläuterte die Methodik zur Erfassung blütenbesuchender Insekten

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