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NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
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Fax: 02501 - 9719438
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Gottes Schöpfung gemeinsam wahrnehmen und schützen

Insektenschutz und mehr beim ersten "Schöpfungstag" in Heilig Kreuz

8. April 2019 - Gottes Schöpfung gemeinsam wahrnehmen und schützen: Am vergangenen Samstag, den 5. April, fand der erste "Schöpfungstag" der Katholischen Kirchengemeinde Heilig Kreuz bei herrlichem Sommerwetter statt. Jeder, der Interesse hatte, konnte kostenlos an 16 verschiedenen Workshops zum Thema des bewussten, verantwortungsvollen Umgangs der Schöpfung teilnehmen. Darunter war auch die NABU-Naturschutzstation Münsterland mit zwei Workshops „Münster summt“ zu insektenfreundlichen Gärte vertreten.

Gestartet hat der Tag mit einem geistlichen Impuls in der Kirche. Darauf folgte der erste Workshop Block und ein gemeinsames vegetarisches Mittagessen. Am Nachmittag gab es dann die zweite Workshop-Runde und eine Podiumsdiskussion mit Fachleuten zum Thema. Abrundend endete der Tag mit einer Eucharistiefeier in der Kirche.

Der NABU Münsterland organisierte den Workshop „Münster summt“, der wegen des großen Interesses zwei Mal angeboten wurde. Dabei ging es um insektenfreundliche, naturnahe Gärten. Wir durften den Garten des Pastors analysieren, Verbesserungsvorschläge sammeln und haben uns während eines kleinen Spaziergangs im Viertel Vorgärten aller Art angesehen. Die Gruppen waren bunt gemischt, von jungen, motivierten Mädchen, die fleißig Notizen machten, bis hin zu alten Gärtnerhasen.

Das Thema Insektensterben ist aktuell in aller Munde, 75 % Rückgang konnte verzeichnet werden in den letzten 30 Jahren. Deshalb erhielten die Teilnehmer von den beiden Diplom-Biologen Dr. Berit Philipp und Dr. Thomas Hövelmann hilfreiche Tipps und Tricks, wie man einen Garten insektenfreundlich gestaltet. Je mehr Strukturen ein Garten enthält, desto besser ist es für die Insekten. Nicht jeder große Baum sollte als nervige Laubmaschine gesehen werden, sondern als Anreicherung des Gartens. Heimische Arten sind sehr wichtig für spezialisierte Insekten, wie viele Wildbienen. Sie bestäuben nur bestimmte heimische Pflanzen und sind diese nicht im Garten enthalten, so finden sie keine Nahrung.

In Münster gibt es über 200 verschiedene Wildbienenarten, von denen Dr. Berit Philipp uns einige gezeigt hat. Viele Arten der Wildbienen leben nicht wie die klassische Honigbiene in sozialen Staaten, sondern sind Einzelgänger und graben in den Boden Gänge, in die sie ihre Eier legen. Eine typische Nisthilfe für die Tiere ist das Bienenhotel, welches auch Kindern die Möglichkeit gibt, Naturgeschehen von Nahem zu beobachten. Auch Totholz ist in Gärten für die Nistplatzsuche der Insekten wichtig, genauso wie eine kleine Wasserstelle. Toll wäre es natürlich, wenn man einen Teil des Rasens zu einer Wildblumenwiese umgestalten würde. Insgesamt merkt man also, dass ein wenig „Chaos“ im Garten kein schlechtes Aushängeschild darstellt, sondern eine große Hilfe für Insekten. Nicht zuletzt heißt es schließlich „Das Genie beherrscht das Chaos.“

Am Ende des Spaziergangs kamen die Teilnehmer in den Genuss des Anblickes eines vorbildlichen insektenfreundlichen, naturnahen Vorgarten, der sogar ausgezeichnet wurde

Im Anschluss an den letzten Workshop fand in der Kreuzkirche eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wertschätzen und Retten der Schöpfung Gottes“ statt. Dazu eingeladen waren Susanne Schulze Bockeloh aus dem Landwirtschaftlichen Kreisverband, Dr. Rainer Hagencord vom Institut für Theologische Zoologie, Dr. Thomas Hövelmann von der NABU-Naturschutzstation Münsterland und Luca Thomas, jugendlicher Teilnehmer der Fridays for Future Bewegung und Mitglied von Greenpeace Münster. In der Diskussion ging es heiß her mit Themen wie der Gülleverordnung, dem Fleischkonsum, die Umstellung auf biologischen Anbau, Lebensmittelverschwendung und vieles mehr.

Auch wenn sich die Teilnehmenden nicht immer einig waren und andere Ansichten vertraten, waren alle der Meinung, dass sich etwas ändern muss und ändern kann. Sie betonten alle, dass wenn jede Partei, also Politik, Kirche, Landwirte, Naturschützer, die Jugend und und und, an einem Strang ziehen und gemeinsam einen Plan entwickeln, es einen Ausweg aus unserer jetzigen Situation gibt.

Der "Schöpfungstag" der Katholischen Gemeinde Heilig Kreuz zeigt einen ersten erfolgreichen Versuch, die Parteien aneinander zuführen. Nun muss die neu geschaffene Hoffnung ausgebaut werden, indem der Schöpfungsprozess in Gang getrieben wird. Dazu sind alle Mitmenschen aufgerufen worden in Zukunft schöpfungsgerechter zu leben, sich gemeinsam neue Ziele zu setzen und den Prozess somit immer weiter anzutreiben - wie es Papst Franziskus vor wenigen Jahren in seiner Umwelt-Enzyklika laudato si bereits gefordert hat.

Text und Bilder: Katharina Wiegand; die Bachelor of Science der Biowissenschaften absolviert derzeit ein freiwilliges Praktikum bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland




Es wurden viele Fragen und Anregungen vom Publikum an die vier Fachleute gestellt (v.links): Moderator Stefan Werding; Susanne Schulze Bockeloh, Dr. Rainer Hagencord, Dr. Thomas Hövelmann, Luca Thomas




Die gut gefüllte Kreuzkirche verdeutlichte das große Interesse am Thema Umwelt- und Naturschutz

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