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NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
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Welcher Schmetterling fliegt da?

Schmetterlingskundlicher Freitagsspaziergang am „Tor zu Davert“

13. Juli 2018 - Trotz der sehr sommerlichen Temperaturen fanden sich am Haus Heidhorn vergangenen Freitag 45 große und kleine Interessierte für den letzten Freitagsspaziergang des Jahres mit Thema „Schmetterlinge am Tor zur Davert“ ein.

Zu den Schmetterlingen gehören sowohl die farbenprächtigen Tagfalter als auch die gemäßigter gefärbten, aber dennoch nicht zu unterschätzenden Nachtfalter. Diese machen den größten Anteil der über 3000 Schmetterlingsarten in Deutschland aus, die Tagfalter dagegen sind nur mit 180 Arten vertreten, wie Exkursionsleiterin Dr. Berit Phillip den Teilnehmenden erläuterte.

Die Davert gilt gemeinhin als Schmetterlingswald, bis zu 30 Tagfalterarten kann man hier beobachten. Viele Arten sind an Waldränder oder offene lichtbeschieneneStellen im Wald angepasst, also an sehr strukturreiche Lebensräume. Dort finden sie Bäume, auf die Sie teilweise zur Eiablage angewiesen sind, aber auch – idealerweise - Nektarpflanzen. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn entsprechende Vegetationstypen mit einem gewissen Pflanzenartenreichtum vorhanden sind, denn viele Falterarten sind spezialisiert auf eine oder wenige bestimmte Pflanzen.

Bei Haus Heidhorn gibt es deshalb unter anderem eine Fläche mit extensiven Grünland, direkt am Rand der Davert, die grade noch in voller Blüte steht. Hier findet z.B. der Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) am Hornklee Nahrung. Auch für den Star des Nachmittags, den beeindruckend großen Kaisermantel, sind die Lebensbedingungen am Tor zur Davert sehr gut: Er legt seine Eier nämlich nur in der Rinde von Nadelbäumen ab, in deren Nähe Veilchen wachsen. Diese dienen als Futterpflanze für die Raupen, die wiederum überwintern und verpuppen sich in und an den Nadelbäumen. Das erwachsene Tier findet genügend Nektarpflanzen.

Zur Freude aller konnte der orange-schwarz gemusterte Falter mit der silbernen Unterseite am Freitag mehrmals auf dem gemeinen Wasserdost sitzend beobachtet werden.

Der Spaziergang führte über die Blumenwiese, am Waldrand entlang, an Distelgebüsch und einem Teich vorbei bis in den Wald hinein. Immer, wenn sich die Gelegenheit bot und ein Schmetterling zu sehen war, nahm sich Dr. Berit Phillip die Zeit, diesen für die Teilnehmenden zu bestimmen und anhand vergrößerter Fotografien die wichtigsten Bestimmungsmerkmale zu Erläutern. MitTagpfauenauge, Ochsenauge, Grünader-Weißling und Schornsteinfeger seien hier nur einige genannt. Immer wieder ließ die Exkursionsleiterin auch wissenswertes und kurioses über die Tiere mit einfließen. Der Zitronenfalter beispielsweise überwintert als erwachsenes Tier und kommt so auf stolze zehn bis elf Monate Lebenszeit – die längste unter den heimischen Arten.

Text: Ronja Schmitz; Die Bachelor-Studentin der Landschaftsökologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster absolviert derzeit ein Praktikum bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland




Dr. Berit Phillip erläutert die Merkmale des Hauhechel-Bläulings (Foto: Ronja Schmitz)




Ingesamt 45 Interessierte fanden sich zum Freitagsspaziergang bei tollstem Sommerwetter ein (Foto: Ronja Schmitz)

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