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NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
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Fax: 02501 - 9719438
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Rittersporn und Venuskamm

Äcker auf Kalkböden sind Pflanzengesellschaft des Jahres 2022 - Rückgang auch im Münsterland

4. Dezember 2021 - Rittersporn und Venuskamm: Die Floristisch-soziologische Arbeitsgemeinschaft e.V. ruft die stark bedrohte blütenreiche Ackerwildkraut-Vegetation der Kalkäcker zur Pflanzengesellschaft des Jahres 2022 aus. Es geht dabei nicht um nostalgische Erinnerungen, sondern um die Notwendigkeit für Mensch und Umwelt, diese selten gewordene Lebensgemeinschaft in unseren Kulturlandschaften zu erhalten.

Auch im Münsterland kommen Ackerflächen mit ihrer typischen Begleitflora auf kalkhaltigen Böden vor, allerdings nur in bestimmten Gebieten wie den Beckumer Bergen, am Waldhügel in Rheine und entlang des Nienberger-Altenberger Höhenrückens. "Leider sind die typischen Pflanzen unserer Kalkäcker in den vergangenen Jahrzehnten durch intensivierte Nutzung stark zurückgegangen," so Dr. Thomas Hövelmann von der NABU-Naturschutzstation Münsterland, "praktisch alle sind mittlerweile vom Aussterben bedroht und auf der Roten Liste der gefährdeten Arten."

Ein besonders artenreicher Acker wird seit vielen Jahren am Ortsrand von Neubeckum erhalten. Die NABU-Naturschutzstation Münsterland sichert durch Handsammlungen mit ehrenamtlich Helfenden Samen von den dort vorkommenden Arten wie Venuskamm und Acker-Lichtnelke und ist somit in der Lage, weitere Äcker mit Artenvielfalt zu beimpfen. "Dazu ist es aber nötig, dass im Rahmen von Vertragsnaturschutz oder anderen biodiversitätsfördernden Maßnahmen eine Extensivierung der Nutzung erreicht wird," so Hövelmann weiter.

Die Kalkäcker als Pflanzengesellschaft des Jahres zu benennen, ist gleichzeitig eine Auszeichnung und Wertschätzung der bäuerlichen Arbeit über viele Generationen. Die Kalkacker-Vegetation ist mit der traditionellen Landwirtschaft entstanden und hat sich prächtig entwickelt; mit der Intensivierung der letzten Jahrzehnte schwand die Pflanzenvielfalt der Äcker immer mehr. Die mit den Ackerkulturlandschaften verbundenen Funktionen umfassen eine Vielzahl an Ökosystemleistungen, wichtig gerade in Zeiten des Artenschwundes und Klimawandels.

Als eine Grundlage der Nahrungsressourcen für viele Tiere der Agrarlandschaft ist die Ackerwildkraut-Vegetation ein Indikator für den Zustand der Umwelt auf dem Lande – und dabei geht es nicht nur um den Floren-
schwund, sondern auch um das Insektensterben und den alarmierenden Rückgang der Feldvögel.

Mit der großen Anzahl an seltenen, gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Arten gehören die blütenreichen Getreideäcker auf Kalkböden damit zu den stark gefährdeten Biotoptypen in Deutschland! Als treue Begleiter der Menschen, wegen ihrer Bedeutung für eine vielfältige Kulturlandschaft und auch, weil sie unseren Sinn für die Schönheit der Natur ansprechen, verdienen sie unsere Wertschätzung. Agroökosysteme sind durch die nahezu flächendeckende Anwendung von synthetischen Mineraldüngern und Herbiziden, durch dichtere Saat, vorgezogene Erntetermine und das Umpflügen der Felder gleich nach der Getreideernte stark gefährdet. Doch ist es auch gelungen, wenigstens einige Felder als Kleinstrefugien für Ackerwildkrautarten zu erhalten, z. B. durch die Anlage von Ackerrandstreifen und Schutzäckern.

Trotzdem kann die Erhaltung solcher Reliktvorkommen nur ein erster Schritt sein. Um die Situation der stark gefährdeten Ackerwildkrautflora der Kalkäcker und ihrer gesamten Lebewelt zu verbessern, kann und muss schnellstmöglich im Rahmen der nationalen und EU-Förderprogramme für die Landwirtschaft gegengesteuert werden. Durch die Finanzierung sachgerechter und beratend begleiteter landwirtschaftlicher Umweltleistungen kann es gelingen. Damit wir sie retten können – die bunten Mohnäcker, die schon berühmte Maler wie Claude Monet und Vincent von Gogh inspiriert haben.





Schutzacker mit Zweizeiliger Gerste, reich an Wildpflanzen wie dem Acker-Rittersporn (Foto: Stefan Meyer)




Der Rittersporn ist eine typische Art von extensiv genutzten Äckern auf kalkhaltigen Böden (Foto: Stefan Meyer)

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