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NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
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Eichen, Eschen und Extreme

Informationsveranstaltung für Waldbesitzer auf Haus Heidhorn

Eichen, Eschen und Extreme: Die NABU-Naturschutzstation Münsterland hatte zusammen mit dem Regionalforstamt Münsterland zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Wald und Klimawandel eingeladen. Über 40 private Waldbesitzer, Stadtförster und Vertreter des Staatswaldes waren zusammengekommen, um sich über die Bedeutung des Klimawandels für ihre Wälder auszutauschen.

Michael Elmer begrüßte die Gäste im voll besetzten historischen Speicher auf Haus Heidhorn und berichtete über die aktuellen Untersuchungen im Projekt „Fit für den Klimawandel“: Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wasserversorgung der Bäume aus? Wie geht es den Eichen im Süden von Münster? Und: Welche Entwicklungen können wir für die Zukunft erwarten?

Dr. Mathias Niesar, Leiter der Schwerpunktaufgabe Waldschutzmanagement von Wald und Holz NRW, beleuchtete zunächst die allgemeine Situation der Waldbäume in Nordrhein-Westfalen. „Der Klimawandel stellt alle heimischen Arten vor besondere Herausforderungen und die Risiken für ihre Nutzung steigen“, so Niesar. Waldbesitzer sollten sich daher verschiedene Optionen für die Zukunft offen halten und die natürlichen Abwehrkräfte der Wälder fördern.

Die Eichen im Münsterland haben mit verschiedenen Stressfaktoren zu kämpfen: Stürme, Witterungsextreme, Trockenheit, aber auch die Stickstoff-Einträge durch die Luft. „Dies macht sie anfälliger für blattfressende Schmetterlingslarven im Frühjahr. Und dieser Fraß ist stets der Auslöser der sogenannten Eichen-Komplexkrankheit, der alleine aber nicht zu Eichensterbenssituationen führt. Kommt zum Beispiel wie in 2010 starker Mehltaubefall hinzu, sterben wie in den vergangenen Jahren in der Region geschehen zahlreicher Eichen ab,“ erläuterte Niesar weiter. Aus Waldschutzgründen könne hier eine schnelle Entnahme der Bäume sinnvoll sein – in anderen Fällen empfahl Niesar jedoch das Belassen abgestorbener Eichen, um die biologische Vielfalt und damit auch die Abwehrkräfte der Wälder zu stärken.

Eine aktuelle Herausforderung ist das sogenannte Eschentriebsterben, dem viele heimische Eschen zum Opfer fallen. Niesar verdeutlichte das Ausmaß und die Symptome, an denen Waldbesitzer befallene Eschen erkennen können. Darüber hinaus gab er Handlungsempfehlungen für bewirtschaftete Wälder und erläuterte die Maßnahmen, mit denen die forstliche Zukunft der Eschen in NRW gesichert werden soll. „Denn“ so Niesar „die Esche ist gerade in Zeiten des Klimawandels eine wichtige Baumart, weil sie auf vielen unterschiedlichen Standorten wachsen kann.“

Referent und Waldbesitzer diskutierten angeregt über die Folgen, die sich aus den Erkenntnissen für Ihren Wald ergeben. Heinz-Peter Hochhäuser, Leiter des Regionalforstamtes Münsterland, sagte dazu: „Manchmal ist es auch sinnvoll, einfach mal zehn Jahre nichts zu tun und dann die natürlichen Prozesse im Wald zu nutzen.“ Abschließend konnte Elmer die nächste Veranstaltung der Reihe „Wälder im Klimawandel“ für den 17. Mai 2017 ankündigen.




Bildmotiv: Dr. Mathias Niesar (rechts) im vollbesetzten historischen Speicher auf Haus Heidhorn




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