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NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
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Holzrücken heute - Forstpraxis in Zeiten des Klimawandels

Informationsveranstaltung für Waldbesitzer auf Haus Heidhorn und in der Hohen Ward am vergangenen Mittwoch, den 6. September

Moderne und umweltschonende Methoden des Holztransports standen in der Hohen Ward  am vergangenen Mittwoch, den 6. September im Mittelpunkt. Auf gemeinsame Einladung der NABU-Naturschutzstation Münsterland und dem Regionalforstamt Münsterland waren mehr als 40 private Waldbesitzer, Förster und Vertreter des Staatswaldes zusammengekommen, um sich bei einer gemeinsamen Exkursion bodenschonende Methoden der Holzernte vorführen zu lassen.

Dr. Dirk Bieker begrüßte die Teilnehmer auf Haus Heidhorn und sprach ein paar kurze einleitende Worte zu der Bedeutung von bodenschonenden Holzernteverfahren für die nachhaltige Waldbewirtschaftung. Das poröse Medium Waldboden kann bereits durch einmaliges Befahren in seiner Funktion als Speicher und Transportorgan für Wasser und Gas zerstört werden. Eine Regeneration von diesen Befahrungsschäden kann Jahrhunderte dauern. Ungestörte Böden gehören daher zu den endlichen Ressourcen auf unserem Planeten und sind daher ein schützenswertes Gut.

Nach kurzer Wanderung wurden die Exkursionsteilnehmer vom Unternehmer Thomas Hegemann aus Senden begrüßt, der an kurz zuvor gefällten Fichten die Vorteile einer hydraulischen Doppelseilwinde demonstrierte. Durch die Seilwinde können die Bäume von der Fläche gezogen werden, ohne dass der Boden durch die Befahrung mit schweren Forstmaschinen verdichtet wird. Herr Hegemann wies auf die Bedeutung der Seilwinde für die Forstarbeit sowie auf die Gefahren hin, die bei der schweren Seilwindenarbeit zu beachten sind.

Am zweiten Exkursionspunkt konnten die Teilnehmer den Einsatz einer Forstraupe durch die Fa. Tobias Heite aus Schmallenberg begutachten. Die Forstraupe ist ein geländegängiges Forstfahrzeug, das ebenfalls mit einer Seilwinde ausgestattet ist und dem Unternehmen hilft, Bäume auf die befahrbaren Rückegassen und -wege zu seilen. Tobias Heite erklärte den interessierten Zuhörern, dass diese Technik von seinem Unternehmen in erster Linie bei den Arbeiten im Staatswald zum Tragen kommt, da dort durch den FSC-Zertifierungsstandard ein Rückegassenabstand von 40 Metern vorgegeben ist und damit eine flächige Bearbeitung durch einen Harvester nicht möglich ist.

Abschließend konnten die Exkursionsteilnehmer dann Patrick Thomas aus der Eifel und seine beiden Rückepferde bei der Arbeit beobachten. Herr Thomas demonstrierte den Zuschauern, wie er es mit seinen Pferden schafft die schweren Kiefernstämme, aus dem Wald zu befördern und zielgenau am Weg abzulegen. Auf Nachfrage erklärte Herr Thomas, dass er seine Pferde durch Stimmkommandos, die Zügel und auch seine eigene Bewegung steuern kann. Die anstrengende Arbeit mit den Pferden wird heute in NRW nur noch von sehr wenigen Betrieben ausgeführt, obwohl sie für die Schonung unserer Waldböden am besten geeignet ist.

Pferde und Rücker befinden sich derzeit im Einsatz für die NABU-Naturschutzstation Münsterland und helfen dabei, eine hundertjährige Kiefernmonokultur durch schrittweisen Umbau in einen Eichenmischwald umzuwandeln und den Wald damit fit für den Klimawandel zu machen. Durch das bodenschonende Verfahren der Pferderückung brauchen keine neuen Rückegassen angelegt werden und eine Bodenverdichtung durch Befahrung mit schweren Maschinen kann vermieden werden. 

Abschließend versammelten sich alle Teilnehmer, um bei einer Flasche Bier den Abend Revue passieren zu lassen und angeregt über naturschutz- und forstfachliche Themen zu diskutieren.




Dr. Dirk Bieker (2. von links) erläutert Waldbesitzern und weiteren Interessierten den Einsatz von Rückepferden in der Hohen Ward (Foto: Oliver Vogt)




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