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Naturparadies aus Versehen

„Fridays for Flowers“-Exkursion in das NSG „Bonnenkamp“ am vergangenen Freitag, den 14. August

15. August 2020 - Naturparadies aus Versehen: Eigentlich sollte hier ein Baugebiet entstehen – in den 1970er-Jahren war eine Erweiterung der so genannten Waldsiedlung in Angelmodde-West nahe der Theodor-Heuss-Straße geplant. Der Wald war bereits gerodet und der Oberboden abgetragen, aber dann geriet die Planung ins Stocken und die baureif vorbereitete Fläche blieb für einige Jahre der Natur überlassen… und: ein Wunder geschah!

Überall keimten auf dem sandigen Boden Heidepflanzen, darunter seltene und gefährdete Arten wie Glockenheide, Sonnentau und Englischer Ginster: Durch den Abtrag der obersten Bodenschicht und die Entfernung der beschattenden Gehölze war die Samenbank aktiviert worden, die sich auf der ehemaligen Heidefläche seit Jahrhunderten gebildet hatte. Die Bauplanung wurde aufgegeben, und 1987 das kleine, rechteckige Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt.

Ein lohnendes Ziel also für das knappe Dutzend Botaniker*innen der AG Botanik unter der Leitung von Dr. Thomas Hövelmann bei ihrem Besuch im Rahmen der regelmäßigen „Fridays for Flowers“-Exkursionen für die „Flora von Münster“, mit der die NABU-Naturschutzstation Münsterland in Zusammenarbeit mit der Stadt Münster die Verbreitung aller in Münster wild lebenden Pflanzenarten ermittelt. Die bei der ca. anderthalbstündigen Exkursion zusammengetragene Artenliste liest sich wie ein „Who is Who“ der Münsteraner Flora: Neben den oben genannten Raritäten wurden die vom Aussterben bedrohte Kopf-Binse Juncus capitatus, die seltene Thymian-Seide Cuscuta epithymum – ein faszinierender Vollparasit auf Heide - , die Kriech-Weide Salix repens und das gefährdete Rote Schnabelried Rhynchospora fusca notiert. Auch wenn trotz gezielter Nachsuche weitere Seltenheiten wie Fadenenzian und Bärlapp nicht gefunden werden konnten – für die Vegetation in Münster stellt das NSG „Bonnenkamp“ eine Perle der botanischen Artenvielfalt dar.

Dass das so ist und bleibt, dafür ist jedoch menschliches Zutun erforderlich: Ohne eine regelmäßige Mahd und gelegentliches, partielles Abschieben von Oberboden würde die Heide rasch von Brombeeren und aufkommenden Gehölzen überwachsen und die schützenswerte Vegetation wieder in die Samenbank verdrängt, wie Dirk Dreier von der Unteren Naturschutzbehörde den Besucher*innen erklärte. Auch für diesen Herbst ist eine größere Pflegemaßnahme geplant.

Die Exkursionsteilnehmer der AG Botanik freuten sich über die Blütenpracht der Heide, das wuselige Treiben der Hummeln, Honigbienen und Bienenwölfe und die Vielzahl von Arten, die man sonst nicht so oft zu Gesicht bekommt – und das in einem Naturparadies aus Versehen…




Dirk Dreier (rechts) von der Stadt Münster erläuterte Historie und Pflege des NSG Bonnenkamp (Foto: Thomas Hövelmann)




Die seltene Thymian-Seide parasitiert mit ihren fadenförmigen, roten Stängeln auf Besenheide (Foto: Karin Parpin)

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