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NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
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Eichelhäher-Prognose bestätigt

Ergebnisse der "Stunde der Wintervögel" im Kreis Warendorf und der Stadt Münster

28. Januar 2020 - Vom 10. bis 12. Januar fand zum zehnten Mal die bundesweite Aktion "Stunde der Wintervögel" statt. Naturfreunde wurden dazu aufgerufen, eine Stunde lang die Vogelwelt in einem beliebigen Siedlungsraum zu beobachten und dabei alle anwesenden Arten und deren maximal beobachtete Anzahl zu notieren. Die Aktion dient der Erfassung der "Standvögel" sowie der Wintergäste aus dem Norden und Osten. Bundesweit haben 134.082 Vogelfreunde gezählt, davon 868 in Münster und 412 im Kreis Warendorf. Somit ist die Beteiligung in den beiden Gebieten leicht zurückgegangen.

In Münster wurden von den fleißigen Beobachtern insgesamt 16.934 Vögel gezählt, im Kreis Warendorf waren es 11.559. Die durchschnittliche Anzahl gezählter Vögel pro Garten lag im Kreis Warendorf bei 40,7 Vögeln und in Münster bei 32,6 Vögeln. Insgesamt wurden in Münster 72 Arten beobachtet, im Kreis Warendorf waren es 68. Die am häufigsten entdeckten Arten in beiden Kreisen waren Haussperling (Spatz), Kohl- und Blaumeise.

Da im Herbst 2019 ein besonders starker Einflug von Eichelhähern nach Deutschland und Mitteleuropa beobachtet wurde, wurden diese Zahlen besonders gespannt erwartet. Die Beobachtungen konnten sowohl für die Stadt Münster mit einer Eichelhäher-Zunahme um 125 Prozent (Vögel pro Garten: 2019 – 0,2; 2020 – 0,44) und im Kreis Warendorf mit einer Zunahme von 449 Prozent (Vögel pro Garten: 2019 – 0,07; 2020 – 0,39), im Vergleich zu Vorjahr, bestätigt werden.

Auch weitere Waldvogelarten wie Buntspecht, Kleiber und Gimpel wurden dieses Jahr vermehrt in den Gärten der beiden Gebiete entdeckt. Ein Grund dafür könnte der gestiegene Totholzanteil in den Wäldern Nordrhein-Westfalens infolge der Dürre und die Borkenkäfer-Kalamitäten in den Jahren 2018 und 2019 sein. Dieser ist beispielsweise für die Spechte vorteilhaft, weil sie so reichlich Käfernahrung finden konnten.

Als Überraschung stellte sich die Meldung des Halsbandsittichs heraus, der seit geraumer Zeit als offiziell einheimischer Wildvogel in Deutschland angesehen wird und nun auch mit wenigen Exemplaren im Schlossgarten lebt. Der grün gefiederte Vogel wird normalerweise überwiegend in der wärmebegünstigten Rheinebene in Städten wie Köln und Düsseldorf angetroffen. Dies könnte auch ein Zeichen des Klimawandels sein, der auch in Münster für heiße Sommer und milde Winter sorgt.

Es konnten, wie im Vorjahr, nur wenige typische Wintergäste wie Erlenzeisig und Bergfink in Münster und Warendorf beobachtet werden. Im Gegensatz dazu konnten mehrere Hausrotschwänze im Kreis Warendorf festgestellt werden, welche sonst eher im Mittelmeerraum und atlantischen Breiten überwintern. Teilweise ziehende Arten, wie zum Beispiel Rotkehlchen, Heckenbraunelle oder Ringeltaube können sich durch milde Wintertemperaturen länger bei uns aufhalten. Die, im Vergleich zum Vorjahr, relativ konstanten Zahlen dieser Arten signalisieren den zweiten milden Winter in Folge.  

„Auffällig waren auch die Meldungen von Zugvögeln wie Zilpzalp, Mönchgrasmücke, Hausrotschwanz und Rotmilan, die eigentlich erst im Frühjahr und Sommer in NRW wieder anzutreffen sind“, sagte Heinz Kowalski, Vogel-Experte des NABU Nordrhein-Westfalen. Dank des milden Winterwetters ersparten sie sich die mühevolle und oft gefährliche Reise in ihre südlichen Winterquartiere." Insgesamt zeige die Wintervogelzählung deutlich die starke Abhängigkeit vieler Vogelarten vom Wetter in Mitteleuropa. Mittel- und langfristig erwarten sich die Ornithologen des NABU von den Daten der jährlichen Zählungen Rückschlüsse auf die Veränderung des Klimas und dessen Wirkungen auf die heimische Vogelwelt sowie deren Anpassungsstrategien.

Text: Lisa Ellenberger; die Master-Studentin der Biowissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster absolviert derzeit ein Praktikum bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland




Der Halsbandsittich breitet sich nach Norden aus und hat nun auch Münster erreicht (Foto: Peter Brockel)




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