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NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
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Spatz auf der Überholspur

Ergebnisse der "Stunde der Wintervögel" im Kreis Warendorf und der Stadt Münster

17. Januar 2019 - Spatz auf der Überholspur: Vom 4. Bis 6. Januar fand zum neunten Mal die bundesweite Aktion "Stunde der Wintervögel" statt. Naturfreunde wurden dazu aufgerufen, eine Stunde lang die Vogelwelt in ihrem Garten zu beobachten und dabei alle anwesenden Arten und deren maximal beobachtete Anzahl zu notieren. Die Aktion dient der Erfassung der "Standvögel" sowie der Wintergäste aus dem Norden und Osten. Bundesweit wurde in 75.375 Gärten gezählt, davon lagen 560 in Münster und 353 im Kreis Warendorf.

In Münster wurden insgesamt 16.179 Vögel gezählt, im Kreis Warendorf waren es 13.827 Vögel. Somit lag die durchschnittliche Anzahl gezählter Vögel pro Garten im Kreis Warendorf bei 38,7 Vögeln, in Münster bei 28,1 Vögeln. Erfreulicherweise nahm die Beteiligung an der Aktion in Münster und im Kreis Warendorf im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu, ebenso die Anzahl der beobachteten Vögel. Aussagen zu den regionalen und bundesweiten Trends einzelner Arten werden dadurch immer genauer.

In Münster wurden insgesamt 77 Arten beobachtet, im Kreis Warendorf waren es 64. Die am häufigsten beobachteten Arten in beiden Kreisen waren Haussperling (Spatz), Kohl- und Blaumeise, Dohle, Amsel und Ringeltaube. Die Anzahl dieser häufigen Arten im Kreis Warendorf und Münster blieben im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant.

Insbesondere fällt auf, dass viele Waldvögel wie z.B. Buntspecht, Eichelhäher, Kleiber und Gimpel seltener beobachtet wurden. Dies ist vermutlich auf eine gute Nahrungsverfügbarkeit in den Wäldern zurückzuführen. Durch den warmen Sommer und milden Winter mit bisher fehlenden Schneedecken sind diese Waldvögel bisher weniger auf Futtergaben an Vogelhäusern in den Gärten angewiesen und wurden folglich weniger beobachtet. Zusätzlich halten sich nur wenige Gäste aus dem Norden und Osten in der Region auf, wie z.B. Bergfink, Birken- und Erlenzeisig.

Die milden Witterungsbedingungen sorgen auch dafür, dass nur teilweise ziehende Arten sich länger bei uns aufhalten oder sogar den Winter gänzlich hier verbringen. Bundesweit sind dies z.B. Star, Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Ringeltaube. Im Kreis Warendorf erklärt dies vermutlich die starke Zunahme der Beobachtungen von Wacholderdrossel, Heckenbraunelle und Ringeltaube.

Weniger erfolgreich sind Vögel, die sich hauptsächlich von Sämereien und Insekten ernähren wie z.B. Feldsperling und Grünfink. Beide Arten haben im bundesweiten Trend in den letzten Jahren abgenommen, so auch in Münster. Der Grünfink lebt hauptsächlich in Gärten und ernährt sich ausschließlich von Sämereien. Als Rückgangsursache wird derzeit ein Parasit vermutet, der hauptsächlich über Sommerfutterstellen verbreitet wird. Veränderungen in der Landwirtschaft und ein daraus folgender Mangel an Wildblumensaaten und Ernteresten verstärken den Nahrungsmangel und führen auch beim Feldsperling zu einem starken Rückgang. Die Abnahme dieser Art ist vermutlich zusätzlich auf den Rückgang an Insektennahrung aufgrund des Einsatzes von Herbiziden und Pestiziden in der Landschaft sowie Bruthöhlenverluste zurückzuführen.

Was bedeutet dies nun für Münster und den Kreis Warendorf? Die Ergebnisse der diesjährigen «Stunde der Wintervögel» zeigen einen Rückgang vieler Vogelarten und eine Zunahme einiger anpassungsfähiger Arten. Naturnahe Gärten mit Bäumen, beeren- und blütenreichen Sträuchern und Hecken bieten einer Vielzahl von Arten ein gutes Nahrungsangebot und Strukturen zum Schutz vor widrigen Witterungsbedingungen im Vergleich zum landwirtschaftlich geprägten Umland von Münster. Zusätzlich angelegte Blühstreifen fördern das Samen- und Insektenangebot, welches durch Futtergaben an Vogelhäusern ergänzt werden kann und angebotene Nisthilfen bieten zusätzliche Brutmöglichkeiten. Wollen wir uns also in Zukunft an einem diversen Vogelgezwitscher erfreuen und einen «stummen Frühling» abwenden, so müssen wir auch unsere Landwirtschaft und unsere Gärten naturnah, insekten- und vogelfreundlich gestalten.

Bei der Gelegenheit weist der NABU darauf hin, dass Meisenknödel in Nylonnetzen eine große Gefahr darstellen, da sich die Vögel in fast leeren Netzen mit den Füßen verfangen und bei Befreiungsversuchen häufig ein Bein ausreißen. Vor Einsatz sollte man die Knödel aus den Netzen nehmen.

Der NABU bedankt sich bei allen Teilnehmenden, die sich eine Stunde Zeit genommen haben und ihre Ergebnisse gemeldet haben. Die Ergebnisse der «Stunde der Wintervögel» verdeutlichen, dass für Mensch und Natur dringender Handlungsbedarf besteht die aufgezeigten Probleme anzugehen – auch in Münster und im Kreis Warendorf.

Die vollständigen Ergebnisse für Münster können Sie hier anschauen, die Ergebnisse für den Kreis Warendorf hier.

Text: Claudia Frank; die Master-Studentin der Landschaftsökologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster absolviert derzeit ein Praktikum bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland




Auf dem dritten Platz in Münster und dem Kreis Warendorf: die Blaumeise (Foto: Josemie Pfeiffer)




Der Trend beim Grünfink ist leider seit Jahren rückläufig

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