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NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
Haus Heidhorn
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48165 Münster

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Fax: 02501 - 9719438
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Mauersegler, pflegeleicht und schön, sucht Wohnung

Vortrag über Gebäudebrüter auf Haus Heidhorn am vergangenen Mittwoch, den 5. September

7. September 2018 - Nicht nur für uns Menschen verschlechtert sich die Wohnsituation in Städten immer mehr: Auch die Gebäudebrüter, wie der Mauersegler, der Spatz oder die Fledermaus haben es immer schwerer, einen geeigneten Platz zum Nestbau oder für ihr Winterquartier zu finden. Da die Sanierung und Modernisierung von Häusern aufgrund der steigenden Energiekosten immer attraktiver wird, verlieren viele Vogelarten, aber auch Insekten und Fledermäuse, ihre Rückzugsmöglichkeiten.

Das Projekt „Gebäudebrüter“ der NABU-Naturschutzstation Münsterland versucht diesen Konflikt zu lösen, indem der NABU in erster Linie auf das Problem aufmerksam machen möchte, aber auch Lösungen in Form von attraktiven, zum Teil auch unauffälligen, Nistkästen anbietet.

Im Rahmen dieses Projektes hielt Aline Förster, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland, am vergangenen Mittwoch, den 5. September, einen informativen Vortrag auf Haus Heidhorn. Dabei wurde zuerst die Frage gestellt, welche Arten überhaupt an Gebäuden nisten. Natürlich gibt es Vertreter, die jeder kennt, wie die Mehl- oder Rauchschwalbe, der Mauersegler oder der Turmfalke. Aber auch der Haussperling, allseits bekannt als Spatz, die Dohle, die Schleiereule, der Weißstorch, der Steinkauz, der Hausrotschwanz und der Wanderfalke nisten im Schutz von unseren Gebäuden.

Zu erwähnen ist auch noch die Ringeltaube, die jedoch ein nicht so beliebter Gebäudebrüter ist und es deshalb auch erlaubt ist, ihr die Nistmöglichkeiten an den Gebäuden zu nehmen. All diese Arten nutzen Nischen und Hohlräume unter dem Dach, im Dachstuhl oder auf dem Land auch in Viehställen als Rückzugsmöglichkeit. Auch Mauerritzen oder Schornsteine, die vor allem von den Dohlen genutzt werden, sind beliebte Nistplätze.

Über 50 % der Arten besitzen negative Bestandtrends und werden in der Roten Liste geführt. Diese Gefährdung beruht auf Quartier- und Brutraumverlust, Nahrungsmangel, Störungen (zum Beispiel im Nestbau), Verfolgung und Vandalismus oder auf Gefahren während des Zugweges und in Überwinterungsquartieren. Laut Artenschutzrecht ist es verboten, wild lebende Tiere der besonders geschützten Arten zu fangen, verletzen oder töten, wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten zu stören und Fortpflanzungs- oder Ruhestätten besonders geschützter Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. Man muss jedoch zwischen dauerhaften Quartieren - wie Fledermaus-Winterquartieren, die auch dann geschützt sind, wenn die Tiere sich nicht in ihnen befinden - und einmaligen Quartieren, wie z.B. Hornissennester, die nur für die Nutzungsdauer geschützt sind und danach entfernt werden können, unterscheiden.

Um die Arten unserer kleinen, unscheinbaren Mitbewohner aufrecht zu erhalten, ist es notwendig, den Tieren trotz Modernisierung der Häuser noch Möglichkeiten zum Nisten zu bieten. Dies ist mit der Anbringung von einfachen Brutkästen möglich, die für den Mauersegler am besten unterhalb des Dachüberstandes platziert werden. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, die Niststeine bereits mit in die Wärmedämmung des Hauses einzubauen und so einen modernen, optisch attraktiven Brutplatz für die Tiere zu schaffen. Ebenso wichtig ist es, dass die Gärten naturnah bepflanzt werden, damit Insekten sich wohlfühlen und die Vögel Nahrung finden können. Störungen der Tiere durch Umbauten am Haus oder Ähnlichem sollten vermieden werden. Dazu sollten Sie die Vorhaben in Einklang mit der Brutzeit der am Haus vorkommenden Tiere planen. Sie können auch helfen, indem sie das Vorkommen der Arten miterfassen.

Falls Sie noch mehr Interesse an dem Thema haben oder sich beraten lassen wollen, wie Sie am besten eine Wohngemeinschaft mit Mauersegler und Co. bei Ihnen am Haus gründen können, finden Sie hier weitere Informationen zum Thema „Gebäudebrüter“. Außerdem sind noch bis zum 30. September alle Informationen zum Thema in einer Ausstellung in der Stadtbücherei Münster und im Stadthaus 3 zu finden (siehe hier). Danach wandert diese in das Stadthaus. Wenn Sie sich schon sicher sind, dass sie einen kleinen Mitbewohner aufnehmen wollen, dann können Sie die Nistkästenaktion nutzen, bei der Kästen für den Mauersegler verschenkt werden. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

So können Sie dazu beitragen, dass sich die Wohnsituation der Gebäudebrüter etwas verbessert und dieser Erhalt lohnt sich, nur so können wir die Natur in der Stadt erleben und bekommen den gewissen Erholungswert, den sich alle so wünschen, denn was gibt es Schöneres als morgens vom Zwitschern der Vögel geweckt zu werden?

Text und Foto: Katharina Wiegand; die Bachelor-Studentin der Biowissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster dokumentiert regelmäßig ehrenamtlich Veranstaltungen der NABU-Naturschutzstation Münsterland in Text und Bild




Im Anschluss an den Vortrag von Aline Förster hatten die Besucher die Möglichkeit, sich Nisthilfen für verschiedene Gebäudebrüter anzuschauen




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