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Ein Spaziergang durch das Vogeljahr

Mit Stockente, Kleiber und Buchfink durch die Jahreszeiten

24. September 2018 - Mit Regenjacke und Schirm gewappnet machten sich am vergangenen Sonntag, den 23. September, 16 Naturinteressierte zusammen mit Naturgenussführer Udo Wellerdieck auf den Weg in den Ablauf eines Vogeljahres. Ort des Spazierganges war der Wald an der Pleistermühle in Münster.

In dem Jahr der Vögel gibt es ein grobes Grundgerüst, das aus der Balzzeit, der Brutzeit, der Mauser, der Zugzeit und dem Winter, in dem nur das Überleben des Vogels wichtig ist, besteht. Diese Abschnitte sind bei viele Arten in der gleichen Abfolge zu beobachten, doch gibt es eine Vielzahl von Unterschieden innerhalb der Abschnitte.

So haben zum Beispiel die Stockenten, die sofort am ersten Teich entdeckt wurden, eine relativ kurze Dauer der Mauser, der Wechsel des gesamten Flederkleides läuft also sehr schnell ab. Dabei sind die Vögel zwischenzeitlich sogar flugunfähig, weshalb sie zu Beginn der Mauser ein Mausergewässer aufsuchen, in dem das Nahrungsangebot sehr gut ist.

Anders ist es bei den Schwalben: Sie fangen ihre Nahrung im Flug und müssen deshalb auch während der Mauser die Fähigkeit, Fliegen zu können, aufrechterhalten. Ihre Mauser dauert manchmal mehrere Monate und läuft sehr langsam ab.
Und wenn die Vögel dann mit einem vollkommen neuen Federkleid ausgestattet sind, heißt es für sie erstmal, in den Urlaub Richtung Süden fliegen. Doch was sich so schön anhört, kostet viele Vögel ihr Leben, weil sie in Gebiete kommen, wo sie sich nicht auskennen und oft auch nicht wissen, wo sie Nahrung finden können.

Die Zweigsänger ziehen bis über die Sahara, um den kalten Temperaturen im Winter zu entfliehen. Doch nicht alle Vögel ziehen in wärmere Gebiete. Zum Beispiel bleiben die Kleiber, Kohlmeisen, Buchfinken oder Spechte im Winter in ihren Revieren und verteidigen diese. Ein Buntspecht wurde auch von einem der kleineren Teilnehmern in dem Wald an der Pleistermühle entlang der Werse entdeckt.

Die Buchfinken zeigen zusätzlich im Winter ein verändertes Sozialverhalten: So sind die Männchen, die im Sommer noch ihre Reviere gegenüber den anderen mit ihrem Leben verteidigt hätten, im Winter beste Freunde und bilden mit anderen Männchen und Weibchen Schwärme, um Vorteile bei der Nahrungssuche zu haben. Denn so kann immer einer Wache halten und viele andere können genüsslich die Bucheckern oder ähnliches vom Boden picken.

Eine dritte Möglichkeit, den Winter zu überstehen, zeigen die Teilzieher wie der Eisvogel. Dieser Vogel ist sehr selten zu sehen, konnte aber von den wachen Augen der Teilnehmer auch an der Pleistermühle enttarnt werden. Er fliegt meist knapp über dem Wasser und ernährt sich von kleinen Fischen. Bei dieser Art ist es so, dass die starken Männchen und Weibchen im Winter ihre Reviere verteidigen und nur die schwachen Tiere, vor allem Jungtiere, Richtung Südwesten ziehen. Ist der Winter überstanden, kommen die starken Männchen zuerst aus den Winterquartieren zurück und können sich die besten Reviere erobern. Danach kommen dann die stärksten Weibchen zurück, die sich die Männchen mit den besten Revieren aussuchen. Die schwächeren Weibchen kommen erst später wieder und müssen die Männchen nehmen, die übrigbleiben. Oftmals ist es sogar so, dass die schwachen Weibchen lieber das geheime Zweitweibchen eines großartigen Männchens sind, als mit einem ledigen schwachen Männchen ihre Brut aufzuziehen.

Während der Balzzeit müssen die Männchen den Weibchen zeigen, was sie alles können und wie toll sie sind. Das tun sie durch komplexen Gesang, ein schönes Prachtkleid und ein beeindruckendes Revier. Bei den Stockenten muss das Männchen genau das tun, was das dominierende Weibchen ihm befiehlt. Da kann es dann auch mal zu einer, vom Weibchen angezettelten, Rauferei der Männchen kommen.

Haben sich Männchen und Weibchen gefunden, kommt es zur Brutzeit. Die Jungtiere schlüpfen, werden flügge und verteilen sich weitläufig, so dass die Elterntiere ihr Ziel, eine weite Verteilung des Genpools, erreicht haben. Viele Vögel gehen nach der Brutzeit in die Mauser über und es beginnt wieder ein neues Vogeljahr.

All das wurde den Teilnehmer beim Spaziergang an der Werse durch wunderbare Erklärungen und schönen Abbildungstafeln nähergebracht. Dabei konnten alle, sowohl die Großen, als auch die Kleinen, etwas dazulernen und die Vogelvielfalt an der Pleistermühle bewundern.

Text und Foto: Katharina Wiegand; die Bachelor-Studentin der Biowissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster dokumentiert regelmäßig ehrenamtlich Veranstaltungen der NABU-Naturschutzstation Münsterland in Text und Bild

Diese und mehr als 170 weitere attraktive Veranstaltungen finden Sie im Veranstaltungsprogramm der NABU-Naturschutzstation Münsterland, das in gedruckter Form an zahlreichen Stellen kostenlos ausliegt und hier als PDF zum Download bereit steht (2,4 MB).




Naturgenussführer Udo Wellerdieck (3. von links, mit blauer Kappe) in seinem Element: Hier erklärt er den Teilnehmern der Exkursion an der Werse nahe der Pleistermühle das Vogeljahr




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