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Hollywood in der Hohen Ward

Botanischer Spaziergang in die Hohe Ward am vergangenen Freitag, den 2. Juni

Am Freitag, den 2. Juni, begrüßte Diplom-Biologe Dr. Thomas Hövelmann knapp 25 Naturfreunde auf Haus Heidhorn, um sie für rund zwei Stunden in die Welt der Stars und Starletts der Hohen Ward zu entführen. Bereits mit der Überquerung der Westfalenstraße wechselte die fröhliche Gruppe nicht nur auf die andere Straßenseite, sondern auch in eine andere kleine Welt, denn während die Davert westlich der B54 aufgrund von Lehm-, Ton- und Mergelschichten wasserundurchlässige Böden aufweist, ist die Hohe Ward östlich davon durch sandige Schichten und somit trockene, saure Böden charakterisiert. Dies spiegelt sich auch in einer anderen Flora wider.

Auf den ersten Star des Abends trafen die Teilnehmer bereits, nachdem sie wenige Meter im angenehm kühlen Wald zurückgelegt hatten: Die Gewöhnliche Stechpalme Ilex aquifolium ist ein immergrünes, heimisches Gehölz, das mit seinen glänzenden, stacheligen Blättern und den ab Oktober reifen, roten Beeren ein fester Bestandteil so mancher Adventsdekoration ist. Wild wachsende Exemplare stehen jedoch unter Naturschutz! Interessant ist, dass die Blätter nur bis zu einer Höhe von drei  bis vier Metern stachelig sind - dies bietet in unseren Breiten einen ausreichenden Schutz vor Fraßfeinden wie zum Beispiel Rehen. Bekannt ist die Stechpalme auch unter dem Namen "Hülse", was manche Namen, wie zum Beispiel den der Annette von Droste-Hülshoff erklärbar macht. Die englische Bezeichnung "Holly" schließlich enttarnt Hollywood als Stechpalmen-Wald.

Die wirkliche Diva der Hohen Ward ist jedoch die Rot-Buche Fagus sylvatica - hier wachsen einige mächtige Exemplare. Empfindlich gegen Staunässe, überlässt sie in weiten Teilen des Münsterlandes Stiel-Eichen und Hainbuchen das Revier - hier jedoch findet sie einen idealen Lebensraum.

Vorbei an kleinen Sternchen wie der Dreinervigen Nabelmiere und dem Kleinblütigen sowie dem Großblütigen Springkraut - auch "Rühr-mich-nicht-an" genannt - führte der Weg zur Heidelbeere Vaccinium myrtillus, die nur in bodensauren Wäldern gedeiht und die man daher in der nur ein paar hundert Meter entfernten Davert selten findet. Eines ihrer charakteristischen Kennzeichen sind die grünen verholzenden Stängel.

Thomas Hövelmann machte seine interessierte Zuhörerschaft jedoch nicht nur mit den kleinen und großen Darstellern des Hiltruper Hollywood bekannt, sondern erklärte auch Besonderheiten der Kulisse: Die alte Landwehr, in diesem Fall bestehend aus zwei Wällen und drei Gräben und in früheren Zeiten mit Weißdorn, Schlehe und Wildrose dornig bepflanzt, diente früher unter anderem dem Schutz vor Überfällen und ist heute ein Kulturdenkmal.

Nach der Begegnung mit weiteren Starletts wie zum Beispiel dem Rippenfarn Blechnum spicant, der außer Laubwedeln auch an Rippen erinnernde Sporenträger ausbildet, hatte die Gruppe die Gelegenheit, die "Dreharbeiten" zu einer "Doku-Soap" über Ausbeutung zu verfolgen: Während das Kletten-Labkraut die Brennnessel als Kletterhilfe benutzt, wird es selbst von der Europäischen Seide Cuscuta europaea, einem Vollparasiten, um Wasser und Nährstoffe betrogen. Überraschend wurde die Szene jedoch von einigen aufstrebenden Jungstars überboten - einige Waldkauz-Ästlinge in der Krone einer Stiel-Eiche zogen alle Aufmerksamkeit auf sich. Einzig das Kletten-Labkraut an Thomas Hövelmanns Hemd war vor der Ablenkung gefeit und rührte sich nicht von der Stelle.

Den krönenden Endpunkt des rundum gelungenen Spaziergangs bildete ein Abstecher zum Hiltruper See. Entstanden durch Sand-Abgrabung für den Bahnstrecken-Bau, wird der See durch Grundwasser gespeist. Regenwasser sorgt jedoch für einen hohen Nährstoff-Eintrag, so dass übermäßiges Algen-Wachstum auch diesem Gewässer zusetzt. Hollywood sorgte für einen gebührend haarsträubenden Abschluss: Einige Meter vom Ufer entfernt kam eine Haifisch-Flosse in Sicht... Zur allgemeinen Erleichterung wurde sie jedoch als Flosse eines kapitalen Karpfens enttarnt.

Nach rund zwei Stunden kehrte die Gruppe unter der Leitung von Thomas Hövelmann schließlich in bester Laune und erfüllt von all den Erlebnissen nach Haus Heidhorn zurück.

Text: Exkursionsteilnehmerin Britta Ladner




Dr. Thomas Hövelmann mit der Schmalblättrigen Wasserpest Elodea nuttallii, einem Neubürger im Hiltruper See (Foto: Britta Ladner)




Die Europäische Seide Cuscuta europaea ist ein Vollparasit und wird auch Teufelszwirn genannt (Foto: Britta Ladner)

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