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Vielfalt im Acker

Botanische Exkursion zur Ackerwildkräutern auf dem Hof lütke Jüdefeld am vergangenen Sonntag, den 5. Juli

06. Juli 2020 - Vielfalt im Acker: Mehr als ein Dutzend heimische Ackerwildkräuter zeigte der Diplom-Biologe Dr. Thomas Hövelmann von der NABU-Naturschutzstation Münsterland im Rahmen einer botanischen Exkursion am vergangenen Sonntag, den 5. Juli. Ackerfrauenmantel, Acker-Krummhals, Acker-Vergissmeinnicht und Woll-Wicke: Die Liste der vorgestellten Pflanzenarten nahm beinahe kein Ende. Damit wollte Hövelmann keinesfalls die ein Dutzend Teilnehmer erschlagen, sondern anhand dieser Vielzahl die Unterschiede in der Artenvielfalt zwischen biologisch und konventionell bewirtschafteten Flächen vorführen. Auch mehrere Mohn-Arten und die Kornblume durften nicht fehlen.

Entlang der nach Naturland-Kriterien bewirtschafteten Roggenfelder des Hofes lütke Jüdefeld an der Gasselstiege in Münster wurden zahlreiche Ackerwildkräuter unter die Lupe genommen und mit der ein oder anderen Anekdote genauer erklärt. So zum Beispiel das Acker-Stiefmütterchen, eine heimische und kleine Verwandte unseres Garten-Stiefmütterchens. Im Inneren der kleinen Blüten weisen ein dottergelber Fleck und schwarze Linien in das Innere der Blüte - eine "alte Tante mit Landebahn". Bei der Exkursion erwies es sich als hilfreich, das mit Daniela lütke Jüdefeld die Landwirtin dabei war, die die - rein mechanische - Bekämpfung der Begleitflora und die verschiedenen Arbeitsgänge erläutern konnte, bis das Korn sauber bei der Vollkornbäckerei Cibaria ankommt.

Für den Standort Acker ist eine regelmäßige Störung durch den Pflug kennzeichnend. Auf diese Weise können sich besonders einjährige Arten, die auf Offenboden angewiesen sind, etablieren. Werden diese Flächen nicht mehr umgebrochen, verdrängen konkurrenzstärkere, mehrjährige Arten die typischen Pionierpflanzen. Bevor es vom Menschen bewirtschaftete Ackerflächen gab, waren diese auf Pionierstandorten wie zum Beispiel auf regelmäßig überfluteten Sandbänken anzutreffen. Heutzutage werden diese Ackerwildkräuter aufgrund der intensiven Landwirtschaft immer seltener und finden häufig nur noch am Rand oder auf biologisch bewirtschafteten Ackerflächen Lebensmöglichkeiten.

Die öffentliche Exkursion fand selbstverständlich unter den Auflagen der Corona-Pandemie statt. Eine Anmeldung war erforderlich und die Kontaktdaten aller Teilnehmer*innen liegen vor. Exkursionsleiter Dr. Thomas Hövelmann achtete während der Exkursion auf ausreichend Abstand zwischen den Teilnehmer*innen und bestand im Einzelfall - zum Beispiel beim Zeigen von Details - auf dem Tragen einer Schutzmaske.




Dr. Thomas Hövelmann (3. von rechts) erläuterte die zahlreichen Wildkräuter auf den ökologisch bewirtschafteten Roggenäckern des Bioland-Hofes lütke Jüdefeld (Fotos: Ulla Westdickenberg)




Auch Insekten wie diese Schwebfliege schätzen die Echte Kamille und andere Wildkräuter in Ackerflächen

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