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Wiederansiedlung der Knoblauchkröte

Artenschutzmaßnahme im Kreis Paderborn

20. September 2018 - Am 4. September fand im Rahmen des Integrierten LIFE-Projektes "Atlantische Sandlandschaften" die Wiederansiedlung von gezüchteten Knoblauchkröten (Palobates fuscus) im Kreis Paderborn statt.

Norbert Menke, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland, und seine Helfer holten dazu mehr als 300 junge Exemplare in Eimern und Boxen mit ausreichend Sand für den Transport bei der Amphibien-Artenschutzstation in Ennigerloh ab, die von Michael Bisping und Franz Kraskes betreut wird. Anschließend begaben sich Menke, die Züchter Marion Schnell vom Kreis Paderborn, Frank Ahnfeld von der biologischen Station Kreis Paderborn-Senne sowie Corinna Kaiser, Martina Raffel und Jennica Obazee von der Bezirksregierung Münster, die für die Durchführung des LIFE-Projektes zuständig sind, zu der im Kreis Paderborn zur Auswilderung vorgesehenen Fläche.

Diese besteht aus vier Teilbereichen: Bei dem ersten Bereich handelt sich um einen Teich auf Sand, der vor einigen Wochen neu angelegt wurde. Das umliegende Gelände des Gewässers wurde für die Knoblauchkröte optimiert, so dass ein neuer Lebensraum geschaffen wurde. Die Knoblauchkröte bevorzugt sandgeprägte Standorte mit geringerem Lehmanteil im Boden, die gut grabfähig sind, und zur Fortpflanzung muss ein stehendes Gewässer vorhanden sein. Der Standort sollte gut besonnt sein, aber das Gewässer vegetationsreich und eher nährstoffarm. Diese Lebensräume sind durch die Intensivierung der Landnutzung und den hohen Eintrag von Nährstoffen stark zurückgegangen.

Die ersten Exemplare der Knoblauchkröte wurden ausgesetzt und gruben sich sofort in den Boden ein. Im Anschluss wurde besprochen, welche Maßnahmen notwendig seien, um einen optimalen Lebensraum für die Knoblauchkröte zu schaffen und welche Nutzungsform der umliegenden Wiesen sich am besten eignen. Der Boden sollte locker sein und nicht verdichtet werden. Eine regelmäßige Bearbeitung des Oberbodens und Beweidung gilt ebenfalls als artgerecht.

Der zweite Teilbereich, der eigentliche Langenbergteich, ist ein ehemaliger Heideweiher, in dem früher Knoblauchkröten heimisch waren, wie zwei Anwohner erzählten. Dieser Standort und der neue angelegte Teich sind von einem Waldstück getrennt. Eine zu hohe Verbuschung des Gebietes könnte zum Verschwinden dieser Art im Naturschutzgebiet Langenbergteich geführt haben. Vor der Freisetzung der restlichen Knoblauchkröten wurden einige Exemplare fotografiert. Der Körper der Knoblauchkröte ist leicht gemustert und bei jedem Tier anders ausgeprägt, sodass die einzelnen Individuen im Fall von einer zukünftigen Erfassung zu unterscheiden sind. Auch hier wurden mögliche Verbesserungsmaßnahmen besprochen und so eine Auflichtung des nahegelegenen Waldstücks vereinbart.

Frau Schnell vom Kreis Paderborn führte die Gruppe zu zwei weiteren potentiellen Habitaten für die Knoblauchkröte. Hier wurden die geplanten Maßnahmen vorgestellt und gemeinsam über die erforderlichen Maßnahmen diskutiert. Die Knoblauchkrötenzüchter äußerten die Meinung, dass die Gelände adäquat für eine dauerhafte Wiederbesiedlung des Standortes seien.

Am früheren Nachmittag wurde die Stiftung Rieselfelder Windel in Bielefeld besichtigt. Der Leiter der Biologischen Station Bielefeld-Gütersloh, Bernhard Walter, führte die Mitwirkenden des Projektes durch das Areal. Hier wurden zwei Teiche angelegt und in den Jahren 2017 und 2018 Knoblauchkröten und deren Kaulquappen angesiedelt. Die hier durchgeführten Maßnahmen wurden geprüft und beurteilt, ob sich die Struktur des Biotops für die Knoblauchkröte eignet. Walter teilte mit, dass im Frühjahr 2018 beim Monitoring einige adulte Knoblauchkröten erfasst wurden. Dies spricht für eine erfolgreiche Wiederbesiedlung des Lebensraumes. Die Biologische Station Bielefeld-Gütersloh plant auf einer weiteren Fläche der Rieselfelder ein zusätzliches Habitat für die Knoblauchkröte anzulegen.

Text: Mariangela Pola; die Bachelor-Studentin der Landschaftsökologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster absolviert derzeit ein Praktikum bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland




Die Beteiligten an der Aussetzung der Knoblauchkröten (Foto: Norbert Menke)




Der Star des Tages beim Foto-Shooting (Foto: Sarah Klein-Hitpaß)

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