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NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
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Praktischen Naturschutz vor Ort kennen lernen

Angehende Agrarreferenten in der Ausbildung zu Gast auf Haus Heidhorn

Praktischen Naturschutz vor Ort kennen lernen - am vergangenen Mittwoch, den 15. November, besuchten fünf Agrarreferendare des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) NRW in Begleitung ihres Mitausbilders Peter Schütz die NABU-Naturschutzstation Münsterland auf Haus Heidhorn in Münster-Hiltrup.

Die Ausbildung zum Agrarreferenten bereitet auf den höheren agrarwirtschaftlichen Dienst des Landes NRW vor mit Aussicht auf eine Anstellung bei der Landwirtschaftskammer oder anderen leitenden Tätigkeiten im öffentlichen Dienst. Der Besuch einer nach dem Förderkonzept des Landes NRW anerkannten Biologischen Station gehört regelmäßig zur Ausbildung der zukünftigen Agrar-Referenten, die bereits ein Hochschulstudium der Agrarwissenschaften oder vergleichbarer Studiengänge abgeschlossen haben.

Einleitend stellte die geschäftsführende Vorstandsvorsitzende Dr. Britta Linnemann die Aufgaben, aktuellen Projekte und Finanzierung der NABU-Naturschutzstation Münsterland vor. Dabei stießen naturgemäß die Projekte in Kooperation mit der Landwirtschaft auf großes Interesse.

Im Mittelpunkt stand danach der Kiebitzschutz. Dabei ging der wissenschaftliche Mitarbeiter Kristian Lilje zunächst darauf ein, dass durch die heutige intensive Landbewirtschaftung zum einen der Lebensraum für viele Vogelarten, blühende Pflanzenarten und dadurch auch Insekten als Nahrungsgrundlage schwindet und zum anderen die frühe Befahrung der Äcker im Frühjahr die Gelege der Kiebitze zerstört.

Anschließend stellte Kristian Lilje detailliert das Kiebitz-Projekt der NABU-Naturschutzstation Münsterland vor - von der Drohnenschulung als Einarbeitung für die Nestsuche, über die Nestmarkierung bis hin zum Einsatz der Landwirte, die die markierten Nester bei der Bodenbearbeitung umfahren. Zusätzlich bieten sogenannte Kiebitz-Inseln, bei denen etwa 0,5 bis 1 ha Ackerfläche unbearbeitet bleiben, den Bodenbrütern Schutz vor Feinden und es können sich Wildpflanzen ausbreiten, die wiederum Insekten anziehen und so den Kiebitzen Nahrung bereitstellen. Dadurch wird die Vitalität der Küken erhöht, so dass sie gegenüber klimatischen Bedingungen besser gewappnet sind und sich besser vor Fraßfeinden ("Prädatoren") verstecken bzw. vor ihnen flüchten können. Die gute Zusammenarbeit zwischen Naturschützern, Landwirten, dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband, der Landwirtschaftskammer und den Unteren Naturschutzbehörden des Kreises Warendorf und der Stadt Münster kann bereits erste Erfolge verzeichnen.

Abschließend lernten die Auszubildenden unter der Leitung von Kristian Lilje die Konik-Pferde und Heckrinder in der Emmerbachaue bei Davensberg kennen. Die Freunde war groß, da sich die Gruppe in dem Beweidungsgebiet den Tieren auf kurze Distanz nähern konnte. Dabei wurden Themen rund um die ganzjährige Weidehaltung, die regelmäßigen Blutprobennahmen und die Vermarktung des Fleisches der dreijährigen Jungbullen angesprochen.

Die Auszubildenden waren beeindruckt von der Arbeit der NABU-Naturschutzstation Münsterland und schlossen den Tag mit vegetationskundlichen Übungen zu Waldgesellschaften unter der Leitung von Peter Schütz ab.

Text: Lina Breulmann; die Bachelor-Studentin Landwirtschaft an der Hochschule Osnabrück absolviert derzeit ein Praktikum bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland




Die angehenden Agrarreferenten im Beweidungsgebiet Emmerbachaue mit ihrem Ausbilder Peter Schütz (rechts) und Kristian Lilje von der NABU-Naturschutzstation Münsterland (Foto: Lina Breulmann)




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