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Startseite: NSG-Betreuung > NSG/FFH-Gebiet Emsaue > Beweidungsprojekt „Erlebte Emslandschaft“ > Auerochsen

"Auerochsen" an der Ems

Neben anderen Robustrinderrassen werden "Auerochsen" gerne zur Landschaftspflege eingesetzt, da sie ganzjährig im Freien gehalten werden können. Aufgrund ihrer großen Ähnlichkeit zum ausgestorbenen europäischen Wildrind verkörpern sie die Schlüsselbedeutung großer Pflanzenfresser für die Entwicklung mitteleuropäischer Ökosysteme.

 



Derzeit weiden in den Emsauen bei Telgte-Westbevern drei Auerochsen-Herden der NABU-Naturschutzstation. Die angestrebte maximale Weideintensität ist mit maximal 1 Tier auf 2 ha sehr niedrig. Bei derzeit 30 Weidetieren auf etwa 75 ha Weideflächen können sich die Herden in den nächsten Jahren noch weiter vermehren. Aufgrund ihrer Robustheit sind die Auerochsen für eine Ganzjahres-Weidehaltung besonders geeignet. Durch das im Winter dichtere Fell und den sich auf die kargere Winternahrung einstellenden Verdauungsapparat sind sie, wie ihre wilden Vorfahren, an die mitteleuropäischen Winter angepasst. Die Ganzjahres-Weidehaltung ist für die Erhaltung artenreicher Auenlebensräume besonders förderlich, da die Weideflächen erst im Frühjahr weitgehend vollständig abgeweidet sind. Daher kommen im Sommerhalbjahr besonders viele Blütenpflanzen zur Blüte und das Insektenleben ist auffallend reichhaltig.

 

 

Auerochsen sind genau genommen eine Auerochsen-Abbildzüchtung, die von den Gebrüdern Heck Anfang des 20. Jahrhunderts begonnen wurde. Die Rinderrasse wird daher auch als "Heckrinder" bezeichnet. Aus verschiedenen noch sehr ursprünglichen Rinderrassen ist eine dem 1627 ausgestorbenen europäischen Wildrind sehr ähnliche Rinderrasse hervorgegangen: Schlanke, langbeinige Körper, mächtige Hörner, das weiße Flotsmaul und der Geschlechtsdimorphismus (schwarzbraune Stiere mit hellem Rücken, braune Kühe) sind typische Merkmale. Ihr urtümliches Aussehen macht die Auerochsen zu Attraktionen in der Emsaue, die viele Besucher zu den Aussichtstürmen und zu den Führungen der NABU-Naturschutzstation locken. Störungsempfindliche Brutvögel werden durch die Anwesenheit der wehrhaften Rinder aber zugleich geschützt.

Heckrinder zählen zu den seltenen Tierrassen, an deren Erhalt sich der NABU beteiligt.

 

 

 




 




 

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