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Potentiale nutzen - Beispiel "Wölbacker" in Laer

Zu einer vorbildlichen Kooperation zwischen der Gemeinde Laer (Kreis Steinfurt) und dem NABU ist es bei der Entwicklung eines wertvollen Laubfroschlebensraumes in der Aa-Bauernschaft gekommen.

Die Wölbungen des Wölbackers sind noch gut zu erkennen.

Nicht selten fanden in der Vergangenheit Planungen von Kompensationsmaßnahmen als Ausgleich und Ersatz für Eingriffe in die Natur statt, die jeweils als losgelöster Einzelfall dort realisiert wurden, wo durch Zufall gerade Grundstücke zum Verkauf standen. Nach der Umsetzung der Kompensationsverpflichtung durch die ausgleichsverpflichtete Einrichtung gerieten die Flächen oft in Vergessenheit und die dringend notwendige Pflege fand nicht statt. Im Rahmen des Projektes „Ein König sucht sein Reich“ erfuhren viele dieser Grundstücke einen großen Bedeutungszuwachs, da sie in das münsterlandweite Biotopnetz für den Laubfrosch eingebunden werden konnten. Sie stellten Grundstücke ohne oder mit geringen Nutzungsansprüchen dar, auf denen bereits vorhandene Gewässer problemlos optimiert und oft auch neue, an die Ansprüche des Laubfrosches ausgerichtete Gewässer angelegt werden konnten.

Ein besonders zur Nachahmung empfohlenes Beispiel der Kooperation mit ausgleichsverpflichteten Kommunen gelang im Rahmen des Projektes mit der zum Kreis Steinfurt gehörigen Gemeinde Laer. Der Bürgermeister der Gemeinde, Dr. Schimke, stellte der NABU-Naturschutzstation seinen Kompensationsbedarf dar und bot eine Zusammenarbeit an.

Nach Gesprächen mit verschiedenen Grundeigentümern von für die Umsetzung der Laubfroschschutzkonzeption wertvollen Flächen konnte ein zudem über das Land bezuschusster Flächenerwerb durch die Gemeinde vermittelt werden. Für das 5,6 ha große, teils aus Acker, teils aus extensiv genutztem und von Kleingewässern durchsetztem Grünland bestehende Grundstück erarbeitete die NABU-Naturschutzstation einen Pflege- und Entwicklungsplan. Mit der Finanzierung durch die Gemeinde Laer wurde die extensiv genutzte Grünlandfläche vergrößert, Weidezäune gebaut, Hecken und Gebüsche gepflanzt, Drainagen still gelegt und vier vorhandene Gewässer zu wertvollen Amphibienlaichgewässern umgewandelt.

Besonders erfreulicher Nebeneffekt: Einer der besten noch erhaltenen Wölbäcker – einem in historischer Zeit durch Beetpflügetechniken auf schweren Lehmböden entstandenen, durch uhrglasförmige Wölbungen und breiten Geländerinnen gekennzeichneten Kulturzeugnis – konnte damit gleichzeitig vor der drohenden Vernichtung bewahrt werden.

Da das nächste Laubfroschvorkommen nur 1 km entfernt war, erschienen die grünen Hüpfer bereits im ersten Jahr nach der Sanierung der Gewässer im Jahr 2003 und vermehrten sich sehr erfolgreich. Nach der Umsetzung der Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen wurde das Grundstück zur extensiven Beweidung verpachtet. Auch hier sorgen fortan Rinder für die Offenhaltung der Laubfroschlaichgewässer und wertvolle Landlebensräume, der NABU kümmert sich für die Gemeinde um die Betreuung der Fläche.  



Die Gewässer sind nur zum Teil für das Weidevieh zugänglich. Zeitweise werden die Tiere aber auch in die Umzäunungen hinein gelassen, um die Gewässer offen zu halten.
Der Laubfrosch hat sich nach Durchführung der Schutzmaßnahmen erfolgreich angesiedelt. Foto: M. Asher
Gewässer mit zeitweisem Zutritt durch Rinder.
Der Bürgermeister von Laer, Dr. Schimke unterstützte das Projekt von Anfang an.
Vor Umsetzung der Maßnahmen waren die vorhandenen Gewässer verschlammt, stark durch Weidevieh belastet und mit Bauschutt verfüllt.