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Die Bundeswehr – ein starker Partner

Dass Truppenübungsplätze heute oftmals die wertvollsten Naturschätze unseres Landes beherbergen, ist inzwischen weitgehend bekannt. Eine besondere Form der Kooperation mit der Bundeswehr konnte die NABU-Naturschutzstation Münsterland, gemeinsam mit der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt Münster und der Arbeitsgemeinschaft für Amphibien und Reptilien in Münster (AGAR), aber auf einem Übungsplatz nordwestlich der ehemaligen westfälischen Provinzialhauptstadt eingehen.


Bereits seit langem stand das Übungsplatzgelände unter Beobachtung der Amphibienkenner, existierte hier in einem kleinen Naturschutzgebiet doch eines größten Laubfrosch-vorkommen von Nordrhein-Westfalen. Lange Jahre scheiterten Vorschläge für die Anlage weiterer Gewässer aber am Geld, den Kapazitäten der Geländebetreuungsstelle  und den Bedürfnissen der übenden Truppe. Spielraum ergab sich dann durch neue Pläne der Bundeswehr zur Ausbildung von Soldaten im Gelände. Ein größerer Strukturreichtum war von Nöten, es wurde Boden für die Anlage von Geländekuppen und Gehölzpflanzungen benötigt. Auf Anregung von Hubertus Herrmanns, Leiter der Geländebetreuungsstelle des Bundeswehr- Dienstleistungszentrums Münster, wurde von der NABU-Naturschutzstation eine Planung entwickelt, an welchen Stellen die Entnahme von Boden mit einer sinnvollen Anlage von Feuchtbiotopen verbunden werden konnte, ohne zugleich wertvolle Pflanzengesellschaften zu schädigen. Nachdem Landschafts- und Wasserbehörden der von der Bundeswehr übernommenen Planung zugestimmt hatten, konnten nach dreijähriger Arbeit in 2006 die Erdarbeiten abgeschlossen werden. Entstanden sind fünf unterschiedlich große, an die Geomorphologie der Landschaft angepasste Stillgewässer von 300-5.000 m2 Größe. Dass die Laubfrösche die Gewässer annehmen würden war keine Frage – doch bereits vor Abschluss der Bauarbeiten wurden im ersten der Gewässer fast 80 rufende Männchen festgestellt. So gelang eine „win-win-Situation“, die zu aller Nutzen umgesetzt werden konnte.
Im Bereich des Naturschutzgebietes "Feuchtgebiet Handorf" existiert eines der größten Laubfroschvorkommen in NRW. Foto: S. Sczepanski
Große Flachgewässer charakterisieren das Feuchtgebiet Handorf.
Neu angelegtes Gewässer. 
Baggerarbeiten in 2006.