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NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
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Westfalenstr. 490
48165 Münster

Tel. 02501 - 9719433
Fax: 02501 - 9719438
E-Mail: info@NABU-Station.de

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Startseite: Lebensraumschutz > Dünen und Sandmagerrasen

Dünen und Sandmagerrasen

Zu den faszinierendsten und besonders gefährdeten Lebensräumen unserer Heimat zählen Sandmagerrasen und offene Dünen. Zusammen mit ausgedehnten Heiden prägten sie einst weite Teile des Sandmünsterlandes. Heute sind diese Lebensräume bis auf wenige Reliktvorkommen nahezu verschwunden, und Maßnahmen zu ihrem Erhalt werden oft nur unzureichend umgesetzt. Dabei beherbergen Sandmagerrasen bzw. Sandtrockenrasen mit ihren extremen Standortbedingungen eine einzigartige, von hoch spezialisierten und gefährdeten Arten bestimmte Lebensgemeinschaft.

Historische Heidelandschaft um 1820.

Pflanzen und Tiere, die hier leben sind wahre Asketen und müssen als Hungerkünstler und Wassersparer und mit raffinierten Anpassungsstrategien den kargen Lebensbedingungen auf Sand trotzen. Für wärmeliebende Reptilien und Insekten, darunter viele seltene Heuschrecken-, Wildbienen- und Sandlaufkäferarten, sowie eine große Zahl konkurrenzschwacher Pflanzenarten bilden Sandtrockenrasen und Heidegebiete die letzten Überlebensräume in der modernen Agrarlandschaft.

 

Sandtrockenrasen in der Hohen Ward. Sandtrockenrasen im NSG Boltenmoor.

Ganz besondere Sandlebensräume stellen Binnendünen dar. Mit dem Wind als formende Kraft haben sie sich am Ende der letzten Eiszeit an vielen Stellen entlang der Ems gebildet, und nachdem sie durch menschliches Einwirken über Jahrhunderte weitgehend unbewaldet und noch "in Bewegung" waren, wurden sie in den letzten 150 Jahren systematisch mit Kiefern aufgeforstet. Offene Dünen zählen daher heute zu den seltensten Biotopen überhaupt. Nicht nur wegen ihrer "hervorragenden" Morphologie fallen sie auf den ersten Blick auf. Auch Flora und Fauna sind hier etwas Besonderes - der Standort ist eine Welt für sich und ausgesprochene Spezialisten "bestimmen die Szene".




Die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt auf Sandtrockenrasen drängt sich dem Naturfreund nicht sofort auf - wie etwa auf den orchideenreichen Kalkmagerrasen der Eifel. Ein sehr genaues Hinschauen ist mitunter schon erforderlich, um die kleinen, unscheinbaren Pflanzenarten wie Vogelfuß, Kleines Filzkraut, Frühlings-Spörgel und Nelkenhafer zu entdecken. Umso auffälliger sind dagegen die Blüten vom Kleinen Habichtskraut, Berg-Sandglöckchen und Silberfingerkraut, die sich aus dem leicht vertrocknet wirkenden Gras wie bunte Farbtupfer hervorheben.

Heidenelke. Silbergras. Kleines Filzkraut.

Wer sich Zeit zum Beobachten nimmt, wird Spannendes und Beeindruckendes entdecken. Z. B. unterschiedlichste Wildbienen und Sandwespen beim Graben ihrer Brutröhren. Ungezählte kleine Löcher und Erdkegel im Sand verraten diese kleinen, aber überaus attraktiven Insekten. Oder glänzend-grün schimmernde Sandlaufkäfer: in der Luft wie am Boden gleichermaßen schnell, ob beim Beutejagen oder auf der Flucht vor dem Naturfotografen. Und auch das verzweifelte, meist aussichtslose Strampeln einer Ameise im Sandtrichter des Ameisenlöwen: unaufhörlich rutscht das unglückliche Tier, von unsichtbarer "Hand" mit Sand beworfen, weiter in die Tiefe, um schließlich in den mächtigen Kiefern der gefräßigen Larve der Ameisenjungfer zu landen.

Feld-Sandlaufkäfer  Grabwespe    
Kleiner Feuerfalter

 




Aufgrund der akuten Gefährdungssituation hat sich die NABU-Naturschutzstation zum Ziel gesetzt, die für den Arten- und Biotopschutz, aber auch wegen ihrer kulturhistorischen Bedeutung außerordentlich wertvollen Sandlebensräume auch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Schwerpunkte der Naturschutzbemühungen liegen im Stadtgebiet Münster in der Hohen Ward, im Bereich der Umgehungsbahn und auf dem Truppenübungsplatz Dorbaum. Im Kreis Warendorf engagiert sich der NABU insbesondere im ehemaligen Munitionsdepot Schirlheide bei Ostbevern, in den Klatenbergen bei Telgte und auf dem Holzlagerplatz Füchtorf. Finanzielle Unterstützung erfährt die NABU Naturschutzstation von der Stadt Münster und der Bezirksregierung Münster. Deren Engagement sowie die tatkräftige Mithilfe zahlreicher ehrenamtlicher Helfer tragen maßgeblich zum Erfolg des Projektes bei.

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