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NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
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Fax: 02501 - 9719438
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Startseite: Lebensraumschutz > Artenreiche Feldflur in Münster > Typische Pflanzenarten

Typische Pflanzenarten unserer Äcker

Kamille, Klatschmohn und Co.



Die Ackerwildkräuter als Begleitflora unserer Felder und Äcker sind die „Unkräuter“ schlechthin, stehen sie doch in direkter Konkurrenz zu den von uns angebautem Getreide und anderen Feldfrüchten. Aber auch die Ackerwildkräuter haben einen hohen Stellenwert im Ökosystem und bereichern zudem unsere Landschaft mit einer Vielzahl von teilweise sehr schönen Arten. Und wirtschaftliche Schäden sind von ihnen in Zeiten von Herbiziden und Grubbern auch nicht mehr zu erwarten.

Die allermeisten unserer heimischen Ackerwildkrautarten sind erst mit dem Ackerbau zu uns gekommen, vor allem aus dem Mittelmeerraum und aus Vorderasien. Nur ganz wenige Arten gab es schon im Münsterland, bevor sich die ersten Menschen fest ansiedelten. Daher stellen die meisten Arten hohe Ansprüche an Licht und Wärme.



Der Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas), gerade erst aufgeblüht und daher noch etwas zerknittert (Foto: Erhard Nerger)


Äcker stellen für Pflanzen normalerweise einen extrem lebensfeindlichen Standort dar. Vor allem der jährliche Umbruch mit dem Pflug stellt die allermeisten Arten vor unlösbare Probleme. Alle mehrjährigen Arten und natürlich die Gehölze werden in der Regel mit Stumpf und Stiel ausgerissen und können sich nicht entwickeln. Eine Chance auf den Ackerflächen haben daher fast nur einjährige Arten mit extrem kurzer Generationsdauer, die es schaffen, ihren gesamten Lebenszyklus zwischen zwei Umbruchphasen zu durchlaufen.

Die einjährigen Arten keimen aus den Samen im Spätherbst (Winterannuelle) oder im Frühjahr (Sommerannuelle), wachsen dann schnell heran, blühen und fruchten meist zusammen mit der Feldfrucht. Bei der Ernte und spätestens, wenn der Pflug naht, ist das Ackerwildkraut schon vertrocknet und hat seine Samen auf die Erde fallen lassen. Daher spielt der Ackerboden selber mit dem ganzen Samenvorrat, der so genannten Samenbank, die entschei-dende Rolle für den Bestand der gesamten Ackerbegleitflora. Die Samen sind sehr lange keimfähig und können noch nach Jahrzehnten keimen.

Es gibt allerdings neben den einjährigen Samenunkräutern auch so genannte Dauerunkräuter, mehrjährige Stauden, die mit Hilfe sehr widerstandsfähiger Wurzeln oder Rhizome (unterirdische Sprossabschnitte) auch der Bekämpfung durch den Landwirt entgehen. Besonders gefürchtete Arten, die auch in Münster vorkommen, sind die Quecke, die Acker-Kratzdistel und die Acker-Winde.

Welche Arten in den Äckern wachsen, hängt stark von der Beschaffenheit des Bodens ab. In Münster kommen als ackerfähige Böden vor allem Sand-, Kalk- und Lehmböden vor. Auf den Sandböden kommen typischerweise Arten wie der Sandmohn, Kornblume und der Lämmersalat vor. Charakteristisch für Kalkäcker sind Rittersporn und Frauenspiegel, für Lehmäcker Kamille und Klatschmohn.

Heutzutage geht es den Ackerwildkräutern jedoch nicht mehr allein mit dem Pflug, sondern auch mit Unkrautvernichtungsmitteln (Herbiziden) und durch hohe Saatdichten an den Kragen. In einem modernen, intensiv bewirtschafteten Acker wird man kaum noch Wildkräuter finden, und dann auch nur sehr wenige Arten. Viele Ackerwildkrautarten sind selten geworden und stehen mittlerweile auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Hiervon sind besonders die Arten extremer Sand- oder Kalkböden betroffen, deren ursprünglichen Wuchsorte durch die moderne Intensivlandwirtschaft besonders stark verändert worden sind.



Giftige Schönheit: die Korn-Rade (Agrostemma githago) - diese Art ist aus gutem Grund gezielt bekämpft worden


Zum Erhalt der Artenvielfalt und auch aus ästhetischen Gründen – man denke nur an die herrlichen Mohnbilder von Emil Nolde und Otto Modersohn – stehen die Ackerwildkräuter daher längst im Blickpunkt des Naturschutzes und bedürfen unseres Schutzes.


Vorstellung wertvoller Habitate in Münster
Besonders artenreich und interessant ausgebildete Äcker mit mehreren Rote-Liste-Arten finden sich auf den kalkreichen Böden um Roxel und Nienberge und den nährstoffarmen Sandböden um Handorf und Hiltrup. Auffällige Schwerpunktvorkommen können beobachtet werden im Bereich Kasewinkel, bei Dorbaum, entlang der Gasselstiege sowie um Amelsbüren.

Dabei wird nur selten die gesamte Ackerfläche von Wildkräutern besiedelt. Wesentlich häufiger trifft man die untersuchten Ackerwildkräuter noch im Ackerrandstreifen an, wo seitlicher Lichteinfall, weniger dichter Aufwuchs des Getreides und etwas extensivere Bearbeitung noch Vorkommen ermöglichen.

Bei der Verbreitung der drei in Münster vorkommenden Mohnarten ist festzustellen, dass Saat- und Klatschmohn in Münster in etwa gleich weit verbreitet sind, während sich die Vorkommen des seltenen Sand-Mohns (Papaver argemone, Vorwarnliste NRW) auf wenige Stellen bei Handorf und an der Gasselstiege beschränken.

Auf den Lehmböden im übrigen Stadtgebiet kann man immer wieder vereinzelt gut ausgebildete Äcker entdecken, wobei die Qualität der Ackerwildkrautflur jeweils von der Intensität der Bewirtschaftung abhängt.
Besonders schön ausgebildete Ackerwildkrautfluren auf Sandböden findet man beispielsweise regelmäßig am Bioland-Hof lütke Jüdefeld an der Gasselstiege, Ecke Koburger Weg.


Vorstellung einiger typischer Arten
Nachfolgend stellen wir einige typische Ackerwildkräuter vor, die auch in Münster mit ein wenig Glück noch gefunden werden können.

Echte Kamille (Matricaria chamomilla)

Mohn-Arten (Papaver spp.)

Kornblume (Centaurea cyanus)

Acker-Windhalm (Apera spica-venta)







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