Artenreiche Feldflur in Münster
Ein NABU-Projekt zum Erhalt typischer Pflanzen- und Tierarten unserer Äcker
Die NABU-Naturschutzstation Münsterland hat mit Unterstützung der Stadt Münster das Projekt „Artenreiche Feldflur in Münster“ zu Gunsten des Artenschutzes entwickelt, das den Verbrauchern zugleich ein exklusives Geschmackserlebnis ermöglicht. Angeboten werden verschiedene Produkte, die jeweils einen eindeutigen Zusammenhang mit „Äckern“ haben und aus deren Verkauf Mittel für die Aufwertung von Ackerflächen mit Wildblumen erzielt werden.
Den Auftakt macht das von der Vollkornbäckerei Cibaria entwickelte „NABU-Brot“, ein saftiges Roggenmischbrot mit Biohonig aus regionaler Herkunft, das am Freitag, den 11. Juni, in der Filiale des Superbiomarktes in den Arkaden vorgestellt wurde. Von jedem verkauften NABU-Brot gehen 50 Cent in das Projekt „Artenreiche Feldflur in Münster“. Die damit erzielten Erlöse setzt der NABU zu 100% zur Erhaltung des Artenreichtums auf Münsters Äckern ein, durch Anpachtung von Ackerstreifen, Entschädigung von Landwirten oder Einsaat von Wildkräuter-Samen. Mit jedem Euro kann der NABU 1 m² Ackerfläche aus der intensiven Nutzung nehmen und im Sinne des Naturschutzes aufwerten. Die Verbraucher tragen also direkt zum Schutz der Artenvielfalt in Münster bei, wenn sie ein Produkt aus der Reihe „Artenreiche Feldflur in Münster“ erwerben. Der NABU wird in Zusammenarbeit mit heimischen Betrieben eine Reihe weiterer Produkte entwickeln, die ebenfalls dem Artenreichtum der Äcker in Münster zu Gute kommen. Die Produkte sind an dem eigenen Logo „Artenreiche Feldflur in Münster“ zu erkennen. Das „NABU-Brot“ ist bei Cibaria an der Bremer Straße, auf den Wochenmärkten, in allen Bioläden und in allen Filialen des SuperBioMarktes in Münster erhältlich.
Die Farbenpracht und Artenvielfalt auf unseren Feldern hat in den letzten Jahren stark abgenommen. Durch die intensivierte landwirtschaftliche Nutzung wie den Einsatz immer effektiverer Pestizide drohen Ackerwildkräuter wie die Kornblume und der Mohn, die früher blaue und rote Farbakzente in der Feldflur setzten, aus unserer Landschaft zu verschwinden. Mit dem Rückgang von „Un“-Kräutern und „Schädlingen“ geht auch der Verlust der Lebensräume und Nahrungsgrundlagen von Tierarten einher, die lange Zeit typisch für die Kulturlandschaft im Münsterland waren. So bekommt man das scheue Rebhuhn oder singende Feldlerchen heute kaum noch zu Gesicht. Stattdessen machen sich im landwirtschaftlich genutzten Raum Monotonie und der „Stumme Frühling“ breit.
Es wäre aber sehr kurzsichtig, die Schuld für diese Entwicklung unseren Landwirten zuzuschreiben. Wer in der Landwirtschaft tätig ist, steht heute unter einem hohen wirtschaftlichen Druck. Ein möglichst ertragreicher Anbau wird daher zur Notwendigkeit und lässt keinen Raum für unerwünschte Konkurrenz auf dem Acker. Wer heute eine artenfreundliche Landwirtschaft betreiben möchte, kann seine Produkte nicht zum Discountpreis anbieten und ist daher auf Verbraucher angewiesen, die bereit sind, bewusst ein paar Cent mehr zu Gunsten der Natur auszugeben. Mit dem Projekt „Artenreiche Feldflur in Münster“ bietet der NABU die Möglichkeit, den Erhalt typischer Pflanzen- und Tierarten in Münster mit dem gesunden Genuss von regionalen Produkten zu verbinden.
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