Wetterfeste Amphibienfreunde mit Keschern auf Entdeckungstour
Aufregende Nacht am Tümpel von Laubfrosch und Libellenlarve
Eine laue Nacht hatten sich Naturliebhaber und NABU-Führer der Naturschutzstation Münsterland e.V. und der AG-Feuchtbiotope, am Freitag auf ihrer Laubfroschexkursion in der Mengelingheide bei Handorf, gewünscht. Doch es war nass und für die Jahreszeit zu kalt. Das angekündigte, königliche Froschkonzert an einem Tümpel, fiel quasi ins Wasser, denn bei Kälte quaken die männlichen Frösche - wie sonst üblich in der Paarungszeit, um Weibchen anzulocken - nicht. Stattdessen ertönte vom CD-Player das typische Gequake einiger Wasserfroscharten.
Weiterhin erhielten kleine wie große Exkursionsteilnehmer ausführliche Informationen rund um die heimischen Lurche. Anschließend wurde ab dem Gartencenter Münsterland, dennoch gut gelaunt mit den Amphibienkennern Christian Göcking, Robert Tilgner und Christian Beckmann zum nahe gelegenen Laubfroschgewässer gestartet. Wenn schon nicht hören, so wollte wenigstens jeder Frösche sehen, vor allem die Kinder, die mit ihrem Kescher sofort ans Ufer des Kleingewässers stürmten. Was ihnen dort ins Netz ging, war interessant, lehrreich und erfreulich. So konnten eine Libellenlarve, ein Gelbrandkäfer und Wasserskorpion hautnah betrachtet werden. Christian Göcking, von der NABU Naturschutzstation Münsterland, demonstrierte umringt von staunenden Kindern und Eltern, anschaulich die natürlichen Beiß- und Schneidewerkzeuge der Wassertiere. Mit Taschenlampe in der Hand, wurde bei Dunkelheit das Keschern zum spannenden Erlebnis. Ein Berg- und Teichmolch, Grünfrösche und die Krönung des Abends - ein Laubfrosch - wurden gefangen und zur Begutachtung zunächst in die mit Wasser gefüllten Behälter gesetzt. Die Begeisterung war groß und keiner zeigte Berührungsängste. Wann kann man auch schon mal einen echten Frosch in die Hand nehmen? Der Grünfrosch bläst in der Paarungszeit seine Schallblasen, die beidseitig an den Backen sitzen, kräftig auf. Dadurch entsteht das imponierende Gequake. „Beim Laubfrosch, der kleiner ist, sitzt kehlständig eine Schallblase. An den Vorder- und Hinterbeinen hat er winzige Saugnäpfe, mit denen er auch an glatten Gegenständen super klettern kann“, erläuterte Göcking. Ein weiteres Merkmal ist seine glänzende, spinatgrüne Farbe. Der ereignisreiche und aufregende Abend verging wie im Flug. Abschließend wurden die Tiere von den Kindern wieder in den Tümpel gesetzt. Auch weit angereisten Froschfreunden aus Düsseldorf, dem Hochsauerlandkreis und Gelsenkirchen gefiel die ´lohnenswerte` Exkursion.
In den 70er und 80er Jahren war der Laubfrosch vom Aussterben bedroht. Er ist eine typische Art der Münsterländer Parklandschaft. Mit dem Artenschutzprojekt „Ein König sucht sein Reich“ ist es Naturschützern gelungen, den Bestand wieder zu stabilisieren. Als Biotop braucht der Laubfrosch ein fischfreies Gewässer, feuchte Wiesen und Hecken. Diesen Lebensraum schaffen und erhalten, ist wichtig und auch für viele, weitere Arten und Gefolge des ´Froschkönigs` vorteilhaft.
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