NABU-Naturschutzstation ruft Münsteraner zum Amphibienschutz auf!
Achtung Autofahrer! Kröten, Molche und Frösche überqueren die Straße
„Mit einem ´Kröten-Boom` ist bis Ende März, Anfang April zu rechnen“, warnt Christian Göcking, Projektleiter ´Amphibienschutz in Münster`, der NABU-Naturschutzstation Münsterland vorsorglich alle Autofahrer und weist darauf hin, in den nächsten Tagen und Wochen vor allem an konfliktträchtigen Straßen wie z.B. Am Breilbach, Horstmarer Landweg, Haus Uhlenkotten und Hagelbachstiege langsam zu fahren. „Besonders bei Dunkelheit runter vom Gas und nur 30 km/h fahren“, bittet der Naturschützer eindringlich und appelliert an jeden Autofahrer achtsam zu sein.
Aufmerksame Passanten und Anwohner werden aufgerufen, dem NABU mitzuteilen, an welchen sonstigen Stellen und Stadtteilen Amphibien auffallen, auch wenn diese bereits überfahren wurden. Hinweise werden unter info@NABU-Station.de und Telefon 02501/9719433 angenommen. „Münsteraner leisten so einen wichtigen Beitrag zum Amphibienschutz“, sagt der Projektleiter. Das Projektteam ´Amphibienschutz in Münster` leitet bei Bedarf dann sofort vor Ort nötige Schutzmaßnahmen für die Amphibien ein.
Ein Beispiel: Berufstätige Autofahrer rasen morgens auf dem Weg zur Arbeitsstelle über die Hagelbachstiege in Nienberge. Das Warnschild ´Achtung! Krötenwanderung` scheint niemand wahrzunehmen. Glück gehabt: Ein kleiner schwarz-gefleckter Bergmolch, gut erkennbar an seinem gelblich-orangen Bauch, schafft es trotzdem auf die andere Straßenseite. Ein von der Stadt angebrachter Schutzzaun rettet dem Winzling, der kurz zuvor im Wäldchen aus seinem wohligen Winterquartier gekrochen ist, auf seiner Wanderung das Leben. Behutsam nimmt NABU-Praktikantin Sarah Heinzkyll das nur zehn Zentimeter kleine Tier aus dem Fangeimer und entlässt es ins etwa 70 Meter entfernte, gegenüber liegende Gewässer zum Ablaichen (Eiablage). Doch längst nicht alle Amphibien erreichen ihr Ziel!
Die Tage werden wieder länger, der Nachtfrost lässt nach, die Temperaturen steigen langsam und durch die Regentage ist reichlich Feuchtigkeit vorhanden. „Das ist die ideale Zeit, in der sich Amphibien auf ihre Wanderung begeben. Wenn da nur nicht die Straßen wären“, sagt auch Dr. Ursula Hacker-Klom, Biologin aus Gievenbeck und ehrenamtlich tätig für den NABU Münster. „Die ersten Molche sind schon unterwegs und wir möchten möglichst alle Amphibien vor dem Überfahren retten“.
Vom Amt für Grünflächen und Umweltschutz der Stadt Münster eigens für die Krötenwanderung angebrachte Schutzzäune und zahlreiche, vom NABU ins Erdreich eingesetzte und für die Amphibien leicht zugängliche Fangeimer tragen dazu bei, dass nicht noch mehr Frösche, Kröten und Molche beim Überqueren der Straße getötet werden.
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