So schön ist die Davert
Artenreiches Naturparadies vor der Haustür
„Stört die Autobahn?“ „Nur die Menschen, die Tiere profitieren eher davon, dass keine Menschen da sind. Vom Roten Fingerhut lässt man besser die Finger, da Heilpflanzen – auch wenn es paradox klingt – oft sehr giftig sind. Ja, ich weiß, auch Wildschweine leben in der Davert und werden gejagt“, doch da wollte sich der Botaniker auf keine Diskussion einlassen. Die Jagd sei ein Thema für sich und auch wichtig, „doch wir sind für den Artenschutz zuständig“, Dr. Thomas Hövelmann von der NABU Naturschutzstation Münsterland hatte einige Fragen zu beantworten, bevor er im Anschluss an seinen ausführlichen Vortrag wieder einpacken durfte.
Viele interessierte Besucher waren der Einladung zum Lichtbildvortrag über ´Die Davert – Waldjuwel im Münsterland` gefolgt, die in Kooperation mit der Volkshochschule im Rathaussaal stattfand. Buschwindröschen, Wollgras, zehn Fledermausarten, 36 Tagfalter - deshalb auch ´Schmetterlingswald` genannt -, der seltene Schwarzstorch, die Kreuzotter und Ringelnatter - anschaulich präsentierte der Diplom-Biologe den Besuchern die enorme Artenvielfalt vor der eigenen Haustür. So kommen dort auch die gefährdeten Vogelarten Schwarzspecht, Wespenbussard, Rotmilan und Baumfalke vor. Die Davert ist ein Naturschutzgebiet mit europäischer Bedeutung. Etwa die Hälfte ihrer Gesamtfläche von 44 qkm ist nicht nur Naturschutzgebiet, sondern als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) Bestandteil des Europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000.
Ihre Anwohner dürften auch ein wenig stolz sein auf die Besonderheiten dieser Region, meinte Hövelmann. Die Stieleichen-Hainbuchenwälder und alten Eichenwälder auf Sand zählen zu den Größten in Deutschland. Der Mittelspecht, eine typische Art alter Eichenwälder, stellt mit 120 Brutpaaren, ebenso wie die Vorkommen der Helm-Azurjungfer, einer Libellenart am Emmerbach, Rekord in NRW dar. Der großflächige Wald, der je nach Bodenverhältnissen verschieden ausgebildet ist, trägt im kleinräumigen Wechsel mit Offenland und Feuchtwiesen zur Artenvielfalt bei.
Damit die Davert auch zukünftigen Generationen erhalten bleibt, will die NABU-Naturschutzstation Münsterland bald Heckrinder, ähnlich dem Auerochsen, und Konik-Pferde, eine Wildpferdrasse, ansiedeln. „Teilen auch Sie uns Ihre Beobachtungen aus der Davert mit“, bittet Hövelmann. Bei ihren Bemühungen um den Arten- und Biotopschutz sind die Naturschützer vom NABU auch auf die Hilfe der Anwohner angewiesen.
Die zahlreichen schönen Bilder aus der Davert weckten bei vielen Besuchern an dem Abend den Wunsch nach Frühling. Am 18. April wird für Interessierte ein Botanischer Spaziergang durch den ´Frühlingswald Davert` angeboten. Auskünfte erteilt die NABU Naturschutzstation, Haus Heidhorn, Telefon: 02501-9719433, info@NABU-Station.de, www.NABU-Station.de

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