Fliegende Edelsteine gesucht
Nach dem harten Winter erholen sich die Bestände des Eisvogels langsam wieder
|
Seit 2005 führt die NABU-Naturschutzstation Münsterland in Münster ein Projekt zum
Schutz des Eisvogels durch und möchte Sie hierbei um ihre
Mithilfe bitten.
Die Population des Eisvogels im Bereich von Ems,
Bever, Werse und Angel zählt zu den bedeutendsten des Münsterlandes,
vielleicht sogar von ganz NRW. In den Jahren 2007 und 2008, ohne
besonders harte Winter konnten die Bestände auf über 30 Paare
anwachsen.
|
Nach dem frostigen Winter dann der Bestandseinbruch: Im Münsterland
mußten die Eisvögel Verluste von etwa 60-70 % hinnehmen, sodass in
diesem Jahr nur wenige Paare in Münster gebrütet haben.
Und das ausgerechnet in dem Jahr, in dem der NABU den Eisvogel zum Vogel des Jahres gewählt hat.
Eine Situation, wie man sie nicht besser hätte inszenieren können:
Ein hoch reproduktiver Vogel, der solch harte Bestandseinbrüche am ehesten ausgleichen kann, wenn er optimale Lebensräume an dynamischen Fließgewässern, mit ausreichend Fischen, grabbaren Steilwänden und Ansitzwarten vorfindet. Denn nur hier kann er im Sommerhalbjahr bis zu vier mal brüten und so pro Paar über 20 Jungvögel großziehen.
In Münster trifft man daher allmählich wieder häufiger - auch fern ab von geeigneten Gewässerabschnitten - auf Eisvögel. Meist sind es Jungvögel, die von ihren Alten aus dem Revier vertrieben wurden und nun Andernorts nach Nahrung suchen. Es kann aber auch sein, dass Sie an geeigneten Gewässerabschnitten auch jetzt noch vorbeifliegende Tiere mit Fischen im Schnabel sehen. Die mit dem Kopf in Flugrichtung transportierten Fische werden an die Jungen verfüttert.
Gerade solche Fütterungsflüge sollten Sie sensibilisieren. Fütternde Vögel und ihre Bruten in der Steilwand reagieren empfindlich auf Störungen. Ein wenig Rücksicht während der Brutzeit hilft diesem bezaubernden Vogel individuenstark in den nächsten Winter zu gehen und stabile Bestände zu halten. Ein Abstand von 150 Metern zu den Brutwänden sollte bereits reichen um den Eisvögeln ihre nötige Ruhe zu gewährleisten.
Für den Bau der Bruthöhlen werden senkrechte Abbruchkanten, die meist eine Mindesthöhe von 1m aufweisen genutzt. Die perfekten Bedingungen hierfür erfüllen Steilufer oder Prallhänge dynamischer oder zumindest in Teilen unbefestigter Gewässer. Gerne werden auch senkrecht stehende Wurzelteller umgefallener Bäume zum nisten genutzt.
Bevorzugt werden Brutplätze, die nicht der prallen Sonne ausgesetzt sind. Nicht immer ist eine solche Bruthöhle auf Anhieb zu erkennen. Die Anwesenheit von Eisvögeln deutet aber häufig auf Brutplätze in der Nähe hin.
Sollten Sie zufällig eine Bruthöhle oder eine gut geeignete Brutstelle gefunden haben, bitten wir Sie uns diese mit möglichst genauer Ortsangabe zu melden. Sichtbeobachtungen von Eisvögeln sind bei uns aber auch heiss begehrt, da sie uns helfen, einen Überblick über die den etwaigen Bruterfolg in diesem Jahr zu bekommen.
|