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Startseite: Artenschutz > Mauersegler

Ein Leben im Flug

Der Mauersegler

Wer fängt im Flug seine Nahrung, schläft im Flug, paart sich im Flug und berührt nur zum Brüten den Boden? Der Mauersegler (Apus apus). Die Bezeichnung „Mauersegler“ spiegelt das Verhalten des Tieres, an Wänden entlang zu segeln, wider. Der wissenschaftliche Name leitet sich vom griechischen Wort „fußlos“ ab. Mauersegler gehören zur Familie der eigentlichen Segler, zu dem sonst nur der Alpensegler zählt. Beide Arten sind Zugvögel.

Männchen und Weibchen sind bis auf einen weißen Kinnfleck braunschwarz, besitzen sichelförmige Flügel (Spannweite: 40 cm) und einen kurzen gegabelten Schwanz. Mauersegler haben äußerlich Ähnlichkeit mit Schwalben, ihre Füße sind jedoch deutlich kürzer, sie sind vom Körperbau her schmaler und zudem wendiger im Flug. Während Schwalben mehr flattern und ihre Flügel nach hinten schlagen, besteht der Flug vom Mauersegler aus tiefen, schnellen Flügelschlägen und längeren Gleitflugstrecken. Die Tiere können bis zu 20 Jahren alt werden.
Das Verbreitungsgebiet des Mauerseglers reicht von Europa und Nordafrika bis in den Nordosten der Mongolei und ziehen ab Mitte Juli in den Süden der Sahara. Nach Deutschland kommen sie zum Teil Ende April, die meisten aber erst Mitte Mai. Er ist einer der Zugvögel der am spätesten kommt und am frühesten wieder wegzieht.

Die Flughöhe der Tiere schwankt mit dem Nahrungsangebot, sie jagen jedoch verstärkt in einer Höhe von 3.000 Metern. Bei schlechtem Wetter, wenn weniger bis keine Insekten unterwegs sind, fasten sie auch mal tagelang. Zur Nahrung der Mauersegler gehören unter anderem Blattläuse, Käfer, Fliegen und Hautflügler (Bienen, Wespen etc.) die sie gezielt anfliegen und dann fangen. Ihren Schnabel öffnen sie erst beim Zupacken der Beute.

Kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland beginnt bei den Mauerseglern die Balz. Männchen und Weibchen jagen sich durch die Luft und stoßen dabei Laute wie „srih“ oder „sprih“ aus. Zur Kopulation kommt es entweder in der Luft oder in der Nisthöhle. Männchen und Weibchen bleiben sich dem Brutort treu und kommen über Jahre dort zusammen. Außerhalb der Brutzeit leben sie monogam. Ursprünglich brütet der Mauersegler in Felsen und Bäumen. Häufig findet man ihn aber als Kulturfolger in Siedlungen und Städten, wo er mit großer Geschicklichkeit seine Nester in Höfen, Wohnblocks, Türmen und Fabriken baut. Die Nester werden unter Dachrinnen, in Mauerlöchern, Felsspalten oder in Baumhöhlen von beiden Geschlechtern angelegt. Dazu werden Stroh, Gras und Federn mit Speichel verklebt. Die Nester werden über viele Jahre genutzt. Da der Mauersegler nicht wählerisch ist, nimmt er auch für ihn geeignete Nistkästen in Anspruch. Bei der Anbringung sollte jedoch auf die Möglichkeit des freien An-und Abflugs in ausreichender Höhe (mind. 4 m)  geachtet werden. Im Gegensatz zu Schwalben entfernen Mauersegler den Kot ihres Nachwuchses aus der Nestumgebung, sodass Menschen keine Sorgen haben müssen, dass ihre Hauswände verschmutzt werden.

In vielen Bereichen Deutschlands verzeichnet die Art noch gute Bestandszahlen, in manchen Gebieten gibt es jedoch einige Verluste. Der Grund hierfür sind die schwindenden Nistmöglichkeiten. Es werden heutzutage durch Sanierungsmaßnahmen an Häusern vorhandene Spalten, Hohlräume unter Dächern und an Hauswänden geschlossen. Der Mauersegler ist ein standorttreuer Koloniebrüter, für den es schwer ist, neue Brutplätze zu finden, wenn die vormals genutzten nicht mehr vorhanden sind. Gibt es einen Sommer ohne Bruterfolg, kann dieser durch einen anderen erfolgreichen wieder ausgeglichen werden. Folgen auf mehrere Misserfolge keinerlei Erfolge, so führt es zum Rückgang des Bestandes.

Bei Sanierungsarbeiten muss jedoch in jedem Fall auf die in Gebäude wohnenden Tiere Rücksicht genommen werden. Jeder wildlebende Vogel (außer die verwilderte Haustaube) zählt zu den geschützten Arten und darf gemäß § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG nicht getötet oder verfolgt werden. Sind Sanierungen während der Brutzeit geplant, dürfen die Jungen nicht entfernt oder die Eltern am Ein – und Abflug gehindert werden. Auch dürfen die Eingänge der Nistkästen nicht verschlossen werden. Von der Unteren Naturschutzbehörde kann eine naturschutzrechtliche Befreiung nach § 67 Abs. 2 BNatSchG von dem Verbot nach § 44 BNatSchG erteilen. Nur mit dieser Genehmigung ist es gestattet, ein Neststandort in dem sich aktuell keine Eier befinden zu verschließen. Diese Genehmigung ist meistens mit Auflagen wie Schaffung von Ersatzquartieren oder der Wiederherstellung des Quartiers verbunden.

Jeder unter uns kann aber auch dazu beitragen, dass es zu keiner Wohnungsnot der Segler kommt. Höhlen, Nischen, geschützte Winkel an Gebäuden können trotz geplanter Sanierung offen gehalten werden. Außerdem können bei den Sanierungsmaßnahmen Nistkästen in die Hauswände eingebaut werden (Beispiel: http://www.schwegler-natur.de). Es gibt außerdem eine Bauanleitung für Mauerseglerwohnungen für diejenigen, die gerne selber Hand anlegen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass keine giftigen Holzschutzmittel oder Ähnliches zu benutzt werden, da die Tiere die Gifte über die Haut aufnehmen.

Für jeden, dessen Haus schon saniert worden ist, besteht die Möglichkeit, Bruthöhlen von außen an die Hauswände anzubringen. Den Tieren kann ebenfalls geholfen werden, wenn der Garten eine hohe Diversität an einheimischer Pflanzen aufweist, die eine hohe Zahl an Insekten aufweisen und als Nahrung der Segler dienen. Eine Vielzahl an Experten stellt zudem eine frühzeitige Beratung, wenn es darum geht das Haus oder die Wohnung zu mit Rücksicht auf den Mauersegler zu sanieren.







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