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Startseite: Artenschutz > Kiebitz > Maßnahmen

Maßnahmen

Der Rückgang der Kiebitze kann gestoppt werden


Störungsfreie Brut und gute Insektenverfügbarkeit gewährleisten den Bruterfolg

Damit Kiebitze ausreichenden Bruterfolg haben, sind auf Ackerflächen vor allem zwei Faktoren entscheidend:

  • Flächige Bodenbearbeitung endet für unmarkierte Kiebitznester tödlich. Ab Mitte März muss man bei Anwesenheit von Kiebitzen auf einem Acker mit Nestern rechnen. Der Nestschutz ist eine einfache Möglichkeit die Kiebitzeier vor Bearbeitungsverlusten zu bewahren und zum Schlupf kommen zu lassen.

  • aus den Eiern geschlüpfte Kiebitzküken werden in etwa 35 Tagen zu flüggen Kiebitzen. In dieser Zeit suchen die Küken selbstständig nach proteinreicher Insektennahrung und nehmen über 150 Gramm zu. Je weiter die Dichte an verfügbaren Nahrungsorganismen durch Monotonie und Pestizide abnimmt, desto längere Strecken müssen die Küken auf den Brutflächen zurücklegen, um trotzdem satt zu werden. Strukturreichere und für wirbellose Nahrungstierchen interessante Flächen sorgen mit einer hohen Nahrungsverfügbarkeit für satte und fitte Kiebitzküken. "Kiebitzinseln" bieten den Küken die benötigte Nahrung und steigern damit die Überlebenswahrscheinlichkeit der Kiebitzküken. Nebenbei werden sie aufgrund ihrer Qualitäten auch von weiteren Vogelarten (z. B. Feldlerche, Fasan, Rebhuhn, Großer Brachvogel) für die Anlage von Nestern und die Nahrungssuche genutzt.



Nestschutz

Den geringsten Aufwand und die geringsten Einschränkungen bei der Bewirtschaftung verursacht der direkte Nestschutz.

Vor der beginnenden landwirtschaftlichen Feldbearbeitung werden vorhandene Nester gesucht und unauffällig, aber für die Maschinenführer sichtbar markiert. Bei den flächigen Bearbeitungsgängen ist es anschließend mit den Markierungen sehr einfach, auf die Nester Rücksicht zu nehmen.

Dass sich der Aufwand der Nestmarkierung lohnt, haben Untersuchungen in Münster im Jahr 2014 gezeigt: Nur durch die Verhinderung von Bearbeitungsverlusten konnte der Bruterfolg im Vergleich zu unberücksichtigten Brutpaaren mehr als vervierfacht werden. Vorausgesetzt die geschlüpften Küken finden ausreichend Nahrung.

 

Die folgenden Bilder veranschaulichen verschiedene Situationen, Probleme und mögliche Lösungen.

 












Kiebitz Nachgelege im auflaufenden Maisacker.

Bearbeitungsverluste sind hier höchstens bei später Gülleausbringung zu erwarten.

Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sollte die passende Teilbreite der Feldspritze beim Überfahren des Neststandortes kurz abgeschaltet werden.

Nach dem Schlupf ist die Nahrungsverfügbarkeit aufgrund der "Sauberkeit" der Flächen häufig nicht gegeben. Selbstbegrünte, im Anbaujahr aus der Produktion genommene Kiebitzinseln können die Nahrungsverfügbarkeit erhöhen.



Nachgelege im aufgelaufenen Mais.

Nach dem Schlupf ist die Nahrungsverfügbarkeit aufgrund der "Sauberkeit" der Flächen häufig nicht gegeben. Selbstbegrünte, im Anbaujahr aus der Produktoin genommene Kiebitzinseln können die Nahrungsverfügbarkeit erhöhen.



Kiebitz Erstgelege auf noch unbearbeitetem vorjährigen Maisacker.

Ohne Nestschutz werden solche Nester bei der landwirtschaftlichen Grundbodenbearbeitung eingearbeitet.

Das große Blütenangebot und die hohe Strukturvielfalt bieten Wirbellosen gute Bedingungen und damit auch den geschlüpften Kiebitzküken eine hohe Nahrungsverfügbarkeit.

Hier könnte durch Anlage einer Kiebitzinsel die Fitness der Kiebitzküken gesteigert weden.



Kiebitz Erstgelege auf früh umgebrochenem Schwarzacker.

Ohne Nestschutz werden solche Nester bei den weiteren landwirtschaftlichen Bearbeitungsschritten verloren gehen.

Nach dem Schlupf ist die Nahrungsverfügbarkeit aufgrund der "Sauberkeit" der Flächen häufig nicht gegeben. Selbstbegrünte, im Anbaujahr aus der Produktoin genommene Kiebitzinseln können die Nahrungsverfügbarkeit erhöhen.



Kiebitzerstgelege auf altem Maisstoppelacker.

Auf feuchten Standorten und in zusätzlich feuchten Frühjahren kann sich die Möglichkeit der Flächenbearbeitung bis zum Schlupf der Küken hinziehen. Häufig beginnt die Bodenbearbeitung aber wenige Tage vor dem Schlupf der Eier.

In solchen Fällen haben die Altvögel fast vier Wochen der Brutsaison erfolglos in das erste Gelege investiert.

Nestschutz kann hier mit geringem Aufwand die wenigen fehlenden Tage bis zum Schlupf bringen.

Die Anlage einer Kiebitzinsel erhöht die Nahrungs- und Strukturverfügbarkeit für die Kiebitzküken.






















Kiebitz Nachgelege auf alter Maisfläche.

Hier wurde bereits die Gülle mittels Strip-Till streifenweise in den Boden injiziert.

Für den weiteren Arbeitsgang des Maislegens reicht die Markierung des Nestes.

Da das Gelege zwischen den Streifen liegt, könnte es sogar sein, dass die Legemaschine schadlos über das Nest fährt.

Hier wäre auf die Spuren des Treckers und der Stützräder der Drille zu achten, die Bearbeitungsverluste verursachen könnten.

Selbstbegrünte, im Anbaujahr aus der Produktion genommene Kiebitzinseln können die Nahrungsverfügbarkeit erhöhen. Auf Strip-Till-Flächen können gedrillte Kiebitzinseln beim Pestizideinsatz ausgespart werden und so zur Verbesserung der Nahrungsverfügbarkeit führen.



Nachgelege im Strip-Till-Maisacker.

Es fehlt noch der Mais.

Selbstbegrünte, im Anbaujahr aus der Produktion genommene Kiebitzinseln können die Nahrungsverfügbarkeit erhöhen. Auf Strip-Till-Flächen können gedrillte Kiebitzinseln beim Pestizideinsatz ausgespart werden und so zur Verbesserung der Nahrungsverfügbarkeit führen.



Nachgelege im Strip-Till-Maisacker.

Der Mais wurde bereits gelegt.

Etwa fünf Meter vom Nest entfernt steckt in der Bearbeitungsrichtung die Markierung mit weißem Zettel zur besseren Sichtbarkeit.

Selbstbegrünte, im Anbaujahr aus der Produktion genommene Kiebitzinseln können die Nahrungsverfügbarkeit erhöhen. Auf Strip-Till-Flächen können gedrillte Kiebitzinseln beim Pestizideinsatz ausgespart werden und so zur Verbesserung der Nahrungsverfügbarkeit führen.



Nachgelege auf Maisacker.

Der Mais wurde noch nicht gelegt.

Hier wurde der Nestbereich bei den Arbeitschritten schmal ausgespart/umfahren.

Im Hintergrund steckt eine der beiden, jeweils etwa fünf Meter vor und hinter dem Nest in Bearbeitungsrichtung gesetzten Markierungen mit Zettel zur besseren Sichtbarkeit.

Nach dem Schlupf ist die Nahrungsverfügbarkeit aufgrund der "Sauberkeit" der Flächen häufig nicht gegeben. Selbstbegrünte, im Anbaujahr aus der Produktion genommene Kiebitzinseln können die Nahrungsverfügbarkeit erhöhen.







Nachgelege im Strip-Till-Maisacker.

Das Nest wurde zu nah am bearbeiteten Streifen angelegt. Ohne Markierung und Berücksichtigung würde es beim Legen der Maissaat verschüttet.

Selbstbegrünte, im Anbaujahr aus der Produktion genommene Kiebitzinseln können die Nahrungsverfügbarkeit erhöhen. Auf Strip-Till-Flächen können gedrillte Kiebitzinseln beim Pestizideinsatz ausgespart werden und so zur Verbesserung der Nahrungsverfügbarkeit führen.









Nachgelege im Strip-Till-Maisacker.

Der Mais wurde soeben über die injizierten Güllestreifen gelegt.

Das Nest hatte die Bearbeitung aufgrund der Lage zwischen den Streifen schadlos überstanden.

Selbstbegrünte, im Anbaujahr aus der Produktion genommene Kiebitzinseln können die Nahrungsverfügbarkeit erhöhen. Auf Strip-Till-Flächen können gedrillte Kiebitzinseln beim Pestizideinsatz ausgespart werden und so zur Verbesserung der Nahrungsverfügbarkeit führen.



Nestmarkierung auf Strip-Till-Maisacker.

Der Mais wurde hier bereits gelegt.

Selbstbegrünte, im Anbaujahr aus der Produktion genommene Kiebitzinseln können die Nahrungsverfügbarkeit erhöhen. Auf Strip-Till-Flächen können gedrillte Kiebitzinseln beim Pestizideinsatz ausgespart werden und so zur Verbesserung der Nahrungsverfügbarkeit führen.



Späteres Nachgelege auf Maisacker.

Die Häufigkeit von Dreiergelegen nimmt im Verlauf der Brutzeit und nach vorherigen Verlusten zu.

Nach dem Schlupf ist die Nahrungsverfügbarkeit aufgrund der "Sauberkeit" der Flächen häufig nicht gegeben. Selbstbegrünte, im Anbaujahr aus der Produktion genommene Kiebitzinseln können die Nahrungsverfügbarkeit erhöhen.



Späteres Nachgelege im gelegten Mais.

Nach dem Schlupf ist die Nahrungsverfügbarkeit aufgrund der "Sauberkeit" der Flächen häufig nicht gegeben. Selbstbegrünte, im Anbaujahr aus der Produktion genommene Kiebitzinseln können die Nahrungsverfügbarkeit erhöhen.



Späteres Nachgelege im gelegten Mais.

Nach dem Schlupf ist die Nahrungsverfügbarkeit aufgrund der "Sauberkeit" der Flächen häufig nicht gegeben. Selbstbegrünte, im Anbaujahr aus der Produktion genommene Kiebitzinseln können die Nahrungsverfügbarkeit erhöhen.



Nachgelege im frisch gelegten Mais.

Bearbeitungsverluste sind hier nicht mehr zu erwarten. Es sei denn, der Mais bekommt noch eine Gülledüngung.

Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sollte die passende Teilbreite der Feldspritze beim Überfahren des Neststandortes kurz abgeschaltet werden.

Nach dem Schlupf ist die Nahrungsverfügbarkeit aufgrund der "Sauberkeit" der Flächen häufig nicht gegeben. Selbstbegrünte, im Anbaujahr aus der Produktion genommene Kiebitzinseln können die Nahrungsverfügbarkeit erhöhen.

 

Erstgelege auf unbearbeitetem Maisstoppelacker.

Nach dem Schlupf ist die Nahrungsverfügbarkeit aufgrund der "Sauberkeit" der Flächen häufig nicht gegeben. Selbstbegrünte, im Anbaujahr aus der Produktion genommene Kiebitzinseln können die Nahrungsverfügbarkeit erhöhen.







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