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Startseite: Artenschutz > Kiebitz > Fortpflanzung

Fortpflanzung

Im Märzen der Kiebitz

Balz

Ab Anfang März besetzen die Kiebitzmännchen geeignete Flächen. Die Reviere werden gegenüber anwesenden oder vorüberfliegenden Weibchen mit "Wuchtelflügen" und Rufen im Walzertakt beworben und gegenüber männlichen Konkurrenten verteidigt.

Beeindruckte Weibchen werden anschließend regelmäßig auch zu Fuß umworben. In den Tagen der Paarbildung drückt das Männchen unter Beobachtung der Weibchen an mehreren Stellen mit der Brust Mulden in den Boden. Diese potenziellen Neststandorte werden den Weibchen anschließend stolz präsentiert und im Idealfall mit ihnen inspiziert. Wurde eine Mulde für gut befunden, beginnt die mehr oder weniger kunstvolle Auskleidung mit in der Nähe herumliegenden Pflanzenteilen.

Eiablage/Brut

Nach der Ablage von vier Eiern wird das Gelege etwa vier Wochen bis zum Schlupf der Küken bebrütet. Männchen und Weibchen wechseln sich bei der Brut ab.

Da bei Maisflächen in dieser Zeit die Hauptaktivität der Bodenbearbeitung fällt, werden etwa 75 % der Erstgelege auf Ackerflächen vor dem Schlupf durch den Ackerbau zerstört.

Diese Verluste können durch Markieren der Gelege erheblich reduziert werden. Markierte Nester kann der Bewirtschafter bei der Bearbeitung entweder umfahren, oder um einige Meter auf den bereits bearbeiteten Streifen umsetzen. Der Bruterfolg entsprechend berücksichtigter Kiebitzpaare ist über vier mal so hoch, wie der ohne Berücksichtigung durch die Bewirtschafter.

Zeitraffer-Videos eines bebrüteten Kiebitznestes (externer Link zu YouTube) Das Nest in den verlinkten Filmen wurde bei den landwirtschaftlichen Bearbeitungsgängen vom Bewirtschafter jeweils umgesetzt und kurze Zeit darauf weiter bebrütet.

Neben direkten Bearbeitungsverlusten gibt es weitere Verlustursachen für Eier und Nester.

In Wintergetreideflächen und intensiver genutztem Grünland werden Nester häufig im Verlauf der Bebrütung von den Altvögeln aufgegeben. Die Sichtverhältnisse ändern sich in diesen Kulturen nach den ersten wärmeren Tagen sehr schnell. Anfang März noch schütter und kurz bewachsene Flächen erreichen schnell einen Dichtschluss der Pflanzen und Aufwuchshöhen von über einem halben Meter. Brütende Kiebitze werden regelrecht überwachsen und geben Nester an solchen Standorten überwiegend auf.

Kiebitzeier und -küken werden bei Verfügbarkeit und Zugriffschance gerne auch von fleischfressenden Nahrungsopportunisten gefressen. Während sich Kiebitzkolonien gegenüber Rabenvögeln gut zu behaupten wissen, lassen sich vor allem nachtaktive Raubsäuger von den Altvögeln nicht beeindrucken. Auf Nester spezialisierte Individuen können die Gelege einer kleineren Kolonie innerhalb einer Nacht vollständig leer fressen.
Die Bedeutung von Prädation unterscheidet sich aber gebietsweise sehr stark. Pauschale Aussagen zur Bedeutung bestimmter Arten von Räubern und ihren Einfluss auf die Bestände der Kiebitze sind daher wenig zielführend.
Untersuchungen an Kiebitznestern auf Ackerflächen in Münster haben beispielsweise gezeigt, dass 59 % der Gelegeverluste im Jahr 2014 der Prädation zuzuschreiben waren. Der Bruterfolg der untersuchten Kiebitzpaare lag aber trotzdem im Durchschnitt bei 0,68 flüggen Küken und damit zum Bestandserhalt ausreichend hoch.

Foto: Theo Israel

Küken

Ab dem Schlupf brauchen die Küken etwa 35 Tage, bis sie flugfähig und flügge sind. Vor allem der Schlupf und die ersten anschließenden Tage sind für die Küken kritisch. Frisch aus dem Ei gepellt, sind Kiebitzküken thermoregulatorisch noch nicht in der Lage auf schlechte äußere Bedingungen angemessen zu reagieren. Fällt der Schlupf in eine Schlechtwetterphase mit niedrigen Temperaturen, begleitet von Niederschlägen und Wind, können schon wenige äußere Störungen zu Verlusten führen. Bis die Küken ein ausreichend dichtes Dunenkleid entwickelt haben, werden sie von den Altvögeln regelmäßig gehudert. Sie schlüpfen regelrecht ins Bauchgefieder der Altvögel und werden dort aufgewärmt, aber auch vor Regen geschützt. Fehlt den Altvögeln die Zeit zum Hudern, weil sie abgelenkt sind, kühlen die Küken schnell aus. Feuchte, windige Witterung erhöht in solchen Fällen die Verlustrate.

In den Phasen zwischen dem Hudern sind die Küken, begleitet von den Altvögeln, selbständig auf der Suche nach Insektennahrung. Diese Suche wird mit der zunehmenden Intensivierung und Optimierung der Landwirtschaft ein immer größeres Problem. Durch die Nutzungsintensivierung in Verbindung mit der kontinuierlichen Reduzierung landwirtschaftlich nichtproduktiver Begleitarten durch Pfanzenschutzmittelgaben werden viele Bestände ausgedünnt.
Entweder direkt und gewollt, weil bestimmte Tier- und Pflanzenarten in Konkurrenz zu den produzierten Früchten stehen, oder diese schädigen, oder indirekt.
Indirekt, weil beispielsweise beim Einsatz eines Totalherbizides nicht nur die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe der angebauten Feldfrucht beseitigt wird, sondern weil damit auch alle produktionswirtschaftlich eigentlich unkritischen Pflanzen eliminiert werden und mit ihren Nahrungs- und Reproduktionsstätten an sich landwirtschaftlich völlig harmloser Arten verloren gehen.

Etwa in der ersten Woche ihrer Entwicklung rennen die Küken vor Gefahr überwiegend nicht davon. Sie ducken sich und vertrauen voll und ganz auf ihre Tarnung. Diese ist wirklich sehr gut, so dass in der Regel schon ein kurzer Moment der Bedrängung und Ablenkung der Beutegreifer durch die hassenden Altvögel reicht, um die Küken aus den Augen zu verlieren.
Gegenüber flächiger Bodenbearbeitung ist diese Strategie jedoch wenig zielführend. Wurde z. B. eine bearbeitungsfreie Zeit auf der Ackerfläche zum Schutz von Kiebitznestern vereinbart, muss man den Küken nach dem Schlupf auch noch die Zeit bis zur ausreichenden Mobilität zugestehen. Sonst waren die Verwaltungsmühen zum Abschluss der Vereinbarung mit den verbundenen Bewirtschaftungseinschränkungen für den Bewirtschafter, ebenso wie die gezahlte finanzielle Entschädigung für die in Kauf genommenen Einschränkungen auf der Fläche, umsonst. 

Erst im Alter von etwa einer Woche werden die Küken allmählich vorwitziger und ducken sich nicht direkt. Sie versuchen vor Bedrohungen davon zu laufen und ducken sich häufig erst in dichter bewachsenen Bereichen. Trotzdem kann es passieren, dass sich sogar bereits flugfähige Küken bei Gefahr noch wegducken.

Eine flächige Ackerbearbeitung kann daher während der gesamten Anwesenheitsphase von Kiebitzküken Verluste verursachen!







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