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Startseite: Artenschutz > Helmazurjungfer

Artenschutzprojekt Helm-Azurjungfer

Eine der bemerkenswertesten Tierarten in der Davert ist die Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale), eine kleine Libellenart, die mit landesweit nur etwa 10 Vorkommen vom Aussterben bedroht ist. Als einziges Gewässer der Davert wird der Emmerbach  besiedelt.  Aktuelle Bestandserhebungen haben ergeben, dass die lokale Population eine der größten und bedeutendsten in NRW ist.  Aus dieser besonderen Verantwortung heraus hat die NABU-Naturschutzstation in Zusammenarbeit mit dem NABU Landes-AK Libellen ein Artenschutzprojekt auf den Weg gebracht.

 


Neben weiteren Arten ist auch die Prachtlibelle am Emmerbach weit verbreitet.

 

 


Die Helm-Azurjungfer gehört zu den seltensten Libellenarten in NRW.

Die Helm-Azurjungfer stellt hohe Ansprüche an ihren Lebensraum. Sie legt ihre Eier im Münsterland vor allem an Wasserpflanzen in sonnigen bis gering beschatteten, partiell krautreichen Fließgewässern mit sauberem, sauerstoffreichem Wasser ab. Weil die Gewässer im Winter nicht vollständig zufrieren dürfen, damit die wärmeliebenden Larven überleben können, sind sie vielfach langsam fließend bzw. liegen in geschützten Lagen. Die Besonnung der Gewässerläufe ist wichtig für die Entwicklung der krautigen Wasservegetation und die Erwärmung des Wassers.Aber auch die erwachsenen Libellen benötigen nach dem Schlüpfen sonnig gelegene Hochstaudenfluren oder extensiv genutzte Grünlandflächen in unmittelbarer Nähe des Fließgewässers, wo sie aushärten, nach Insekten jagen und sich paaren können. Da sich die Tiere nicht weit vom Gewässerufer entfernen, ist die angrenzende Nutzung ein entscheidender Besiedlungsfaktor. Die weit verbreitete intensive Ackernutzung in der Emmerbachaue bis meist unmittelbar an die Uferböschung bietet keine geeigneten Habitatstrukturen und trägt maßgeblich zur Eutrophierung der Ufer- und Gewässervegetation bei, was sich wiederum ungünstig auf die Helm-Azurjungfer auswirkt.




Aufgrund ihrer Schwerpunktverbreitung in Europa wurde die Helm-Azurjungfer im NATURA 2000-Konzept der europäischen Union als "prioritäre Art" eingestuft, woraus auch für Deutschland eine besondere Verantwortung für ihr Überleben abzuleiten ist. In Nordrhein-Westfalen sind nur noch wenige Vorkommen bekannt, die in der Regel weit voneinander isoliert sind.

Aktuelle Kartierungsdaten belegen, dass die Population entlang des Emmerbaches zwischen Amelsbüren und Davensberg, also größtenteils auf dem Gebiet der Davert liegend, das derzeit größte bekannte Vorkommen in NRW darstellt. Maßnahmen zur Sicherung dieses Vorkommens sind daher von landesweiter Bedeutung. Als erster Schritt wurde der größte Teil des besiedelten Bachabschnitts als FFH-Gebiet nachgemeldet, womit u.a. ein Verschlechterungsverbot und Monitoring verbunden ist.

Der Emmerbach: Lebensraum der Helm-Azurjungfer.




Ziel des Artenschutzprojektes Helm-Azurjungfer ist es, einerseits den Bestand zu stärken und andererseits durch die Entwicklung und Umsetzung eines Schutzkonzeptes eine langfristige Perspektive für ihr Überleben in der Davert zu schaffen. Maßnahmenplanungen zur Förderung der Helm-Azurjungfer müssen das gesamte Gewässer einschließlich der Böschungen und angrenzenden Flächen im Blick haben.

Mahd mit ungewissem Ausgang für den Bestand der Helm-Azurjungfer.
Folgenschwer ist eine falsche und unangepasste Unterhaltung der Uferböschung und Gewässersohle. Z. B. eine Böschungsmahd zur falschen Zeit (während der relativ kurzen Flugaktivität im Frühsommer) und beidseitig auf ganzer Länge (wie noch in 2004 zu beobachten): Hierdurch werden die notwendigen Habitatstrukturen schlagartig vernichtet. Eine komplette Sohlenräumung hätte katastrophale Auswirkungen auf den Larvenbestand und damit auf die Überlebensfähigkeit der Population.

Ein in 2003 groß angelegtes und von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern der Libellen-AG des NABU Münster unterstütztes Kartierprojekt entlang des gesamten Emmerbachs von der Mündung in die Werse bis weit südlich von Davensberg, einschließlich der Nebengewässer im Stadtgebiet Münster, brachte zahlreiche, wertvolle Daten zur Verbreitung der Helm-Azurjungfer, zur Vegetation und Struktur des Emmerbaches und zur angrenzenden Nutzung entlang des gesamten untersuchten Bachabschnittes.
Auf diese Daten aufbauend wurden in 2004 im Rahmen einer vom NABU begleiteten Diplomarbeit spezielle art- und populationsökologische Untersuchungen durchgeführt, um weitere Kenntnisse zur Habitatbindung der Helm-Azurjungfer in der Davert zu erhalten.

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