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Startseite: Artenschutz > Gebäudebrüter > Rauchschwalbe

Rauchschwalbe (Hirundo rustica) – Eleganter Flugkünstler im Frack

Rauchschwalbe (Foto: Ludwichowski)

Das Gefieder der Rauchschwalbe ist auf der Oberseite metallisch glänzend und schwarzblau, ihre Stirn und Kehle sind rotbraun gefärbt. Unterhalb der Kehle kann man zudem ein dunkles Kropfband erkennen. Besonders auffällig sind ihre langen Schwanzspieße, die bei den Jungvögeln allerdings noch nicht ausgebildet sind. Der Bauch ist weißlich bis cremefarben.

Die Rauchschwalbe verdankt ihren Namen dem Umstand, dass sie früher gerne in Schornsteinen und Rauchfängen brütete. Wie das lateinische rustica – wortwörtlich „bäuerlich“ – andeutet, fühlt sie sich eher in ländlichen Regionen wohl. Ihre Nahrung, hauptsächlich fliegende Insekten, jagt sie gerne bodennah über Wiesen und Feldern, aber auch in Viehställen. Bei schönem Wetter sehen wir sie in luftiger Höhe jagen, allerdings etwas tiefer als die Mehlschwalben. Wie ihre städtischen Artgenossen fressen Rauchschwalben mit Vorliebe Mücken, Fliegen und Blattläuse.

Ihre Lehmnester baut die Rauchschwalbe bevorzugt im Inneren von Ställen, auf der Tenne, in offenen Schuppen oder seltener auch Carports. Dabei nutzt sie Vorsprünge, Balken oder mitunter auch Lampen, um ihr Nest zu befestigen. Für den Nestbau vermischt sie den Lehm mit Pflanzenhalmen und Tierhaaren. Die Nester sind schalenartig ohne Einflugloch geformt und nach oben offen. Im Gegensatz zu Mehlschwalben bauen Rauchschwalben ihre Nester lieber mit etwas mehr Abstand zueinander. Sie brüten ein- bis dreimal im Jahr und ziehen pro Brut drei bis sechs Junge auf. Nach zwei bis drei Wochen Brutzeit werden die Jungen ungefähr drei Wochen lang großgezogen, bis sie flügge sind. Nachdem sie das Nest verlassen haben, werden die Jungvögel noch bis zu zwei Wochen von den Alt vögeln außerhalb des Nestes versorgt.

Rauch- und Mehlschwalben zählen zu den streng geschützten Tierarten und sind planungsrechtlich relevant. Bei einem Abriss, eines von Schwalben genutzten Gebäudes, muss der Bauherr eine Ausgleichsmaßnahme schaffen.

Rauchschwalben und Landwirtschaft

Rauchschwalben kommen seit Jahrhunderten an Bauernhöfen vor. Heute treten wir sie vor allem noch an Höfen mit Bullen- oder Milchviehhaltung häufiger auf. Besonders in älteren Viehställen finden sie geeignete Nistmöglichkeiten. Werden die alten Ställe umgenutzt, Türen und Fenster ganzjährig verschlossen oder durch einen Neubau ersetzt, kann es zu erheblichen Verlusten an einzelnen Brutstandorten kommen. Derzeit wird noch nach geeigneten Wegen gesucht, Rauchschwalben auch in neuen, modernen Rinderställen Nistmöglichkeiten zu bieten, denn dort fehlen oft die beliebten Holzdeckenbalken, an denen sie so gern ihre Nester kleben.

Pferdesport als Hoffnung für die Rauchschwalbe

Vielerorts wurden landwirtschaftliche Höfe sowie Stallungen für die Pferdehaltung und den Reitsport umgenutzt. Hier konnten Rauchschwalben zum Teil neue Brutplätze finden. Wie immer sind sie auf das Wohlwollen der Eigentümer und Nutzer der Gebäude angewiesen. Ihre Anwesenheit hat für Pferde und Reiter den Vorteil, dass sie lästige Fliegen und Mücken wegfangen und damit ihre Jungen füttern. Eine Lehm- oder Erdpfütze in der Nähe des Stalles hilft den Rauchschwalben Nistmaterial zu finden.

Nisthilfen und Kotbretter

Der Einsatz von künstlichen Nisthilfen kann grade nach Umbaumaßnahmen, wenn es zu Verlusten der alten Brutplätze kommt, sehr sinnvoll oder sogar verpflichtend sein. Beim Anbringen von Kunstnestern ist der richtige Abstand zur Decke entscheidend. Es darf nur eine handbreit Platz zwischen dem Nestrand und der Decke sein; dies entspricht dem Sicherheitsbedürfnis der Schwalben.

Wenn Sie ein Kotbrett zum Schutz vor Verschmutzungen anbringen, sollten Sie auf ausreichend Abstand zum Nest achten (mind. 50 cm). Ist das Brett zu dicht angebracht, kann das den freien Anflug zum Nest stören, so dass die Schwalben im nächsten Jahr an anderer Stelle ein neues Nest bauen, anstatt den vorhandenen Nistplatz weiterhin zu nutzen. Außerdem verringert man durch den Abstand die Gefahr, dass Nesträuber an die Jungvögel gelangen. Wenn die Schwalben das Nest nach Anbringung des Kotbretts nicht mehr annehmen, sollte das Brett wieder entfernt und erst nach dem Schlüpfen der Jungen erneut angebracht werden. Die Eltern werden das Nest dann zum Füttern auf jeden Fall weiter anfliegen. Das ist auch die Zeit, in der der meiste Kot anfällt.

Hier geht’s zur Aktion Schwalbenfreundliches Haus!


Rauchschwalbe sucht Nistmaterial (Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln)

Deckenbalken mit halbkugeligen Rauchschwalbennestern (Foto: A. Förster)

Ausgebautes Kunstnest mit Jungvögeln (Foto: Bernhard Schiewe)







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