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Startseite: Artenschutz > Gebäudebrüter > Mehlschwalbe

Mehlschwalbe (Delichon urbicum) – Treu und gesellig

Gut 1000 Lehmklümpchen verbaut die Mehlschwalbe für ihr Nest
(Foto: Klemens Karkow)

Die Mehlschwalbe trägt ihren Namen dank ihrer reinweißen Unterseite – als hätte sie im Mehl gesessen. Auch ihre Beine und Füße sind weiß befiedert. Das macht sie unter den europäischen Singvögeln einzigartig. Ihr Schwanz ist schwach gegabelt und besitzt im Gegensatz zur Rauchschwalbe keine langen Spieße. Ihr Gefieder glänzt metallisch blauschwarz. Von anderen Schwalben lässt sie sich sehr gut durch ihren leuchtend weißen Bürzel unterscheiden. Wenn sich das Auge bei der Zuordnung nicht ganz sicher ist, kann man auch die Ohren zu Hilfe nehmen: Die Mehlschwalbe ist an ihrem kurzen, erhaltenen Schwätzen zu erkennen.

Ihr lateinischer Namensbestandteil urbicum verrät, dass sie schon früh „zur Stadt gehört“ hat – und tatsächlich ist sie auch heute noch überwiegend in urbanen Räumen zu finden. Viele Menschen kennen sie auch als Lehmschwalbe oder Mauerschwalbe.

Ursprünglich baute sie ihre kunstvollen Lehmnester an steilen Felswänden oder Küstenklippen. Aber schon vor Jahrhunderten hat sie sich dem Menschen angeschlossen und gelernt, sich an rau verputzten Häuserwänden unter geschützten Dachvorsprüngen, in Balkonnischen oder unter Brücken einzurichten. Dabei leben Mehlschwalben gesellig und brüten oft in großen Kolonien. Sie bevorzugen Ortschaften und Gebäude in der Nähe von Gewässern, da sie dort hervorragend nach Insekten jagen können, vor allem nach Mücken, Fliegen und Blattläusen.

Mehlschwalben brüten ein- bis zweimal, selten auch dreimal im Jahr. Ihre Nester sind halbkugelförmig und haben ein kleines Einflugloch. Das Gelege besteht aus drei bis fünf Eiern, die zwei bis drei Wochen bebrütet werden. Nach drei bis vier Wochen fliegen die Jungen aus und werden dann noch eine weitere Woche von den Altvögeln versorgt. So sind sie für den Zug in ihr Winterquartier südlich der Sahara bestens gerüstet. Sie kehren im nächsten Frühjahr zu uns zurück und siedeln sich in der Kolonie oder in ihrer Nähe wieder an. Daher gelten sie als brutorttreu. Die Ehe mit dem Brutpartner hält jedoch oft nur für eine Saison.

Seit einiger Zeit nehmen die Bestände der Schwalben leider ab. Mehl- und Rauchschwalben sind seit 2008 in der Roten Liste Nordrhein-Westfalens als gefährdet eingestuft. Um so wichtiger sind der Schutz und die Förderung der bewundernswerten Vögel.

Die Ursachen für die Bestandsrückgänge sind vielfältig:

- Illegale Beseitigung von Nestern und Vogelabwehrmaßnahmen

- steigende Flächenversiegelung im Siedlungsraum wie auch auf Höfen führt dazu, dass Schwalben kaum noch lehmiges Baumaterial für ihre Nester finden

- zunehmende Trockenperioden im Frühling und Sommer lassen letzte Pfützen austrocknen

- Es gibt immer weniger Insekten wie verschiedene Studien und der Blick auf die Windschutzscheibe belegen, damit nimmt das Nahrungsangebot ab

- auf den Zugwegen drohen weitere Gefahren wie Vogelfang oder extreme Wetterereignisse

Leider ist nicht jeder Hausbewohner von Mehlschwalben begeistert. Lehmspritzer und Kotreste werden als Belästigung und Verschmutzung angesehen. Es kommt immer wieder vor, dass Nester abgeschlagen werden oder der Anflug durch Vogelschutzgitter oder Spikes verhindert wird. Dabei kommen Mehlschwalben besonders in Münsters Wohnsiedlungen immer seltener vor.

Nestzerstörung - was tun?

Schwalbennester sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz ganzjährig geschützt. Wenn Sie die Zerstörung von Schwalbennestern beobachten oder davon hören, dass Nester durch Baumaßnahmen zerstört werden sollen, versuchen Sie, freundlich mit den Menschen zu reden. Oft ist nicht bekannt, dass die Vögel mittlerweile sehr selten sind und dass ihre Nester auch außerhalb der Brutzeit unter Schutz stehen. Schlagen Sie z.B. das Auslegen von Zeitungspapier oder Pappe auf dem Boden vor oder die Anbringung eines Bretts vor um Verschmutzungen durch Kot zu vermeiden bzw. schnell zu beseitigen. Bei Sanierungsmaßnahmen können Kunstnester als Ersatzbrutplatz dienen. Wenn freundliche Worte nicht helfen melden Sie sich bei uns oder der Unteren Naturschutzbehörde.

Wenn die Sanierung eines Hauses, an dem Schwalben nisten, geplant ist, ist es wichtig, frühzeitig Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde Münster aufzunehmen. Es gibt viele praktikable Möglichkeiten, die den Schutz der Schwalben sichern und der Sanierungsmaßnahme nicht im Wege stehen.

Was können wir für die kleinen Mitbewohner tun??

- Brutplätze erhalten

- Lehmpfützen anlegen

- Nester und Nisthilfen selbst bauen, an unseren modernen, glatten Hausfassaden können Schwalbennester oft nicht gut haften. Abhilfe können Sie schaffen, indem Sie für Mehl- und Rauchschwalben verschiedene Nisthilfen anbringen

- fertige Kunstnester anbringen (erhältlich z.B. im NABU-Shop)

- für den Schutz der Schwalben werben mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ (Schicken Sie uns gerne Ihr Bewerbungsformular)

- nehmen Sie Einfluss als Konsument, weniger Pestizide im Pflanzenanbau und Milchprodukte aus Weidehaltung fördern die Anzahl und Vielfalt fliegender Insekten

NABU-Plakette (Foto: A. Förster)

Mehlschwalbe sucht Nistmaterial (Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln)

Mehlschwalben Nester (Foto: A.Förster)

Schwalbenfreundliches Haus mit Brettern unterm Nest, Münster (Foto: Charlotte Hurck)







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