Termine Spenden Kontakt
Startseite
Über uns
Artenschutz
Kiebitz
Ein König sucht sein Reich
Eisvogel
Ringelnatter
Grasfrosch in Davert
Helmazurjungfer
Tagfalter der Davert
Hornissen
Gefährdete Pflanzenarten
Gebäudebrüter
Mauersegler
Mehlschwalbe
Rauchschwalbe
Lebensraumschutz
Landschaftspflege
Weidelandschaften
Umweltbildung / BNE
NABU-Regionalstelle
Naturschutz in der Stadt
Mitglied werden
Aktiv sein
Kontakt
Unsere Partner
Datenschutz
Impressum

NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
Haus Heidhorn
Westfalenstr. 490
48165 Münster

Tel. 02501 - 9719433
Fax: 02501 - 9719438
E-Mail: info@NABU-Station.de

Bankverbindung:
Sparkasse Münsterland Ost
BLZ 400 501 50
Konto-Nr. 26 00 52 15

IBAN DE 41 4005 0150 00 26 00 5215
BIC WELADED1MST

Startseite: Artenschutz > Gebäudebrüter > Mauersegler

Der Mauersegler - Ein Leben im Flug

Mauersegler (Foto: NABU-Fotonatur)

Vollbildanzeige

Wer fängt im Flug seine Nahrung, schläft im Flug, paart sich im Flug und berührt nur zum Brüten den Boden? Der Mauersegler (Apus apus). Die Bezeichnung „Mauersegler“ spiegelt das Verhalten des Tieres an Wänden entlang zu segeln, wider. Der wissenschaftliche Name leitet sich vom griechischen Wort „fußlos“ ab. Mauersegler gehören zur Familie der eigentlichen Segler, zu dem sonst nur der Alpensegler zählt. Beide Arten sind Zugvögel.

Kennzeichen: Männchen und Weibchen sind bis auf einen weißen Kinnfleck braunschwarz, besitzen sichelförmige Flügel (Spannweite: 40 cm) und einen kurzen gegabelten Schwanz. Mauersegler haben äußerlich Ähnlichkeit mit Schwalben, ihre Füße sind jedoch deutlich kürzer, sie sind vom Körperbau her schmaler und zudem wendiger im Flug. Während Schwalben mehr flattern und ihre Flügel nach hinten schlagen, besteht der Flug vom Mauersegler aus tiefen, schnellen Flügelschlägen und längeren Gleitflugstrecken. Die Tiere können bis zu 20 Jahren alt werden.

Verbreitung: Das Verbreitungsgebiet des Mauerseglers erstreckt sich über fast ganz Europa, Teile Nordafrikas und Asiens. In Deutschland bezieht er sein Brutrevier in der Regel von Anfang Mai bis Ende Juli/Anfang August. Die Überwinterungsgebiete liegen in Afrika südlich des Äquators. Er ist einer der Zugvögel der am spätesten kommt und am frühesten wieder wegzieht.

Nahrungssuche: Die Flughöhe der Tiere schwankt mit dem Nahrungsangebot; normalerweise liegt sie zwischen 6 und 50 Metern, an warmen Tagen oft aber auch über 100 Meter über dem Boden. Auch folgen Mauersegler ihrer Beute, wenn diese in der aufsteigenden Thermik hochgespült wird. So jagen sie auch in Höhen bis zu den Wolkenuntergrenzen von Kumuluswolken. In Mitteleuropa sind das Höhen von bis zu etwa 3.000 Metern. Bei schlechtem Wetter, wenn weniger bis keine Insekten unterwegs sind, fasten sie auch mal tagelang. Zur Nahrung der Mauersegler gehören unter anderem Blattläuse, Käfer, Fliegen und Hautflügler (Bienen, Wespen etc.) die sie gezielt anfliegen und dann fangen. Ihren Schnabel öffnen sie erst beim Zupacken der Beute.

Balz und Brutplätze: Kurz nach ihrer Ankunft im Brutgebiet beginnt bei den Mauerseglern die Balz. Männchen und Weibchen jagen sich durch die Luft und stoßen dabei Laute wie „srih“ oder „sprih“ aus. Zur Kopulation kommt es entweder in der Luft oder in der Nisthöhle. Männchen und Weibchen bleiben sich dem Brutort treu und kommen über Jahre dort zusammen. Außerhalb der Brutzeit leben sie monogam. Ursprünglich brütet der Mauersegler in Felsen und Bäumen. Häufig findet man ihn aber als Kulturfolger in Siedlungen und Städten, wo er mit großer Geschicklichkeit seine Nester in Höfen, Wohnblocks, Türmen und Fabriken baut. Die Nester werden unter Dachrinnen, in Mauerlöchern, Felsspalten oder in Baumhöhlen von beiden Geschlechtern angelegt. Dazu werden Stroh, Gras und Federn mit Speichel verklebt. Die Nester werden über viele Jahre genutzt. Da der Mauersegler nicht wählerisch ist, nimmt er auch für ihn geeignete Nistkästen in Anspruch. Bei der Anbringung sollte jedoch auf die Möglichkeit des freien An- und Abflugs in ausreichender Höhe (mind. 5 m) geachtet werden. Im Gegensatz zu Schwalben entfernen Mauersegler den Kot ihres Nachwuchses aus der Nestumgebung, sodass Menschen keine Sorgen haben müssen, dass ihre Hauswände verschmutzt werden.

Bestand: In vielen Bereichen Deutschlands verzeichnet die Art noch gute Bestandszahlen, in manchen Gebieten gibt es jedoch einige Verluste. Der Grund hierfür sind die schwindenden Nistmöglichkeiten. Es werden heutzutage durch Sanierungsmaßnahmen an Häusern vorhandene Spalten, Hohlräume unter Dächern und an Hauswänden geschlossen. Der Mauersegler ist ein standorttreuer Koloniebrüter, für den es schwer ist, neue Brutplätze zu finden, wenn die vormals genutzten nicht mehr vorhanden sind. Gibt es einen Sommer ohne Bruterfolg, kann dieser durch einen anderen erfolgreichen wieder ausgeglichen werden. Folgen auf mehrere Misserfolge keinerlei Erfolge, so führt es zum Rückgang des Bestandes.

Gesetzlicher Schutz: Bei Sanierungsarbeiten muss jedoch in jedem Fall auf die in Gebäude wohnenden Tiere Rücksicht genommen werden. Jeder wildlebende Vogel (außer die verwilderte Haustaube) zählt zu den geschützten Arten und darf gemäß § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG nicht getötet oder verfolgt werden. Sind Sanierungen während der Brutzeit geplant, dürfen die Jungen nicht entfernt oder die Eltern am Ein – und Abflug gehindert werden. Auch dürfen die Eingänge der Nistkästen nicht verschlossen werden. Von der Unteren Naturschutzbehörde kann eine naturschutzrechtliche Befreiung nach § 67 Abs. 2 BNatSchG von dem Verbot nach § 44 BNatSchG erteilt werden. Nur mit dieser Genehmigung ist es gestattet, ein Neststandort in dem sich aktuell keine Eier befinden zu verschließen. Diese Genehmigung ist meistens mit Auflagen wie Schaffung von Ersatzquartieren oder der Wiederherstellung des Quartiers verbunden.

Empfehlungen: Jeder unter uns kann aber auch dazu beitragen, dass es zu keiner Wohnungsnot der Segler kommt. Bei manchen Sanierungsmaßnahmen ist es möglich vorhandene Brutnischen oder Spalten zu erhalten, so dass die ortstreuen Segler ihren Brutplatz im nächsten Jahr sofort wiederfinden. In andere Fällen, beispielsweise bei einer Wärmedämmung, empfiehlt es sich passende Kästen als Ersatz für den verlorenen Brutplatz bündig in die Außenfassade integrieren zu lassen (siehe Herstellerliste). Ebenso besteht die Möglichkeit selber Kästen zu bauen (Bauanleitung). Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass keine giftigen Holzschutzmittel oder Ähnliches benutzt werden, da die Tiere die Gifte über die Haut aufnehmen.

Für jeden, dessen Haus schon saniert worden ist, besteht die Möglichkeit, Nisthilfen von außen an die Hauswand anzubringen (z.B. unter der Traufe oder im Giebel). Den Tieren kann ebenfalls geholfen werden, wenn der Garten eine Vielfalt an einheimischen Pflanzen aufweist. Diese fördern wiederum das Vorkommen von Insekten und sichern somit die Nahrungsgrundlage für viele Vogel- und auch Fledermausarten.

Wenn Ihnen Sanierungen an Gebäuden mit Mauerseglervorkommen bekannt werden oder Sie einen Brutplatz in Münster anhand von Ein- und Ausflügen feststellen, melden Sie sich unter Angabe von Fundort, Datum und Anzahl der Tiere: mauersegler@nabu-station.de







Suche 

Spenden Sie für den Schutz unseres Naturerbes !

Die Bewahrung der...



Weidetier-Patenschaften

Die Einrichtung von...



Nach oben...