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NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
Haus Heidhorn
Westfalenstr. 490
48165 Münster

Tel. 02501 - 9719433
Fax: 02501 - 9719438
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Kiebitzschutz: Tipps für Landwirte

Lebensräume müssen verbessert werden

Ohne wirksame Maßnahmen zur Steigerung des Bruterfolges werden wir den Kiebitz  im Münsterland innerhalb der nächsten 10-15 Jahre als heimischen Brutvogel verlieren. Die Situation und Zukunftsprognose für weitere Feldvogelarten, wie Feldlerche und Rebhuhn verhält sich ähnlich. In Münster zum Beispiel ist der Kiebitz-Brutbestand zwischen 2003 und 2020 um über 80% geschrumpft.

Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig

Auf Wiesen gingen Standorte durch Entwässerung und Intensivierung der Anbaumethoden verloren. Inzwischen werden in Münster vor allem Ackerflächen besiedelt. Auf den Äckern wiederum überschneidet sich die Bebrütungszeit von etwa 28 Tagen mit den Arbeitsgängen zur Einsaat von Sommerungen. Insekten als Nahrung für die Küken gehen in der Landschaft drastisch zurück. Für eine Stabilisierung des Bestandes sollte zumindest ein Küken pro Brutpaar flügge werden.

Wie sieht ein guter Kiebitz-Lebensraum aus?

Der Kiebitz braucht zusammenhängende, ökologisch intakte Lebensräume und offene Flächen mit ausreichendem Abstand zu Bäumen. Geeignete Brutplätze findet er in niedriger, lückiger Vegetation. Gut eignen sich ausreichend große übersichtliche Ackerbrachen mit Spontanvegetation. Blühstreifen mit nicht einheimischen Einsaaten helfen dem Kiebitz leider nicht und Einsaaten können sogar kontraproduktiv sein. Positiv wirken auch ein hoher Grundwasserstand und zeitweise Überstauung von Flächen. Für das Aufwachsen der Küken ist eine Vielfalt an Bodenorganismen und Insekten in erreichbarer Nähe als Nahrungsgrundlage wichtig. Diese wiederum benötigen vielfältige Lebensräume, in denen sie sich entwickeln können. Sehr viele Insekten sind auf einheimische Pflanzenarten angewiesen.

Nester vor dem Überfahren schützen

Landwirt*innen können den Kiebitzen zunächst helfen, indem sie die Nester bei der Bearbeitung umfahren. Da die Nester auf dem Acker sehr gut getarnt sind, ist es sinnvoll, sie mit zwei farbigen Stöckern in ausreichendem Abstand abzustecken. In einigen Gebieten in Münster und im Kreis Warendorf werden Nester durch Mitarbeiter*innen der NABU-Naturschutzstation abgesteckt.

Feldvogelinseln und Vertragsnaturschutz

Nach Beobachtungen der NABU-Naturschutzstation Münsterland kamen 2020 in Münster knapp drei Viertel der Kiebitzgelege zum Schlupf, auch Dank des Gelegeschutzes von Landbewirtschaftern in Kooperation mit dem Naturschutz. Das ist ein guter Wert. Die meisten Küken lassen sich später aber nicht mehr auffinden, Nahrungsmangel scheint einer der Hauptgründe zu sein, so wurden mehrfach verendete Küken im Brutumfeld entdeckt. Um den rasanten Rückgang des Kiebitzes zu stoppen, sind deshalb Maßnahmen nötig, die den Lebensraum insgesamt verbessern. Dafür können einjährige Feldvogelinseln angelegt werden, die als Brut-, Nahrungs- und Rückzugsflächen für verschiedene Arten dienen. Bis zu zwei Hektar eines Ackers werden dabei für eine Brutsaison als selbst begrünte Brache aus der Nutzung genommen. Für die Teilnahme werden Landwirt*innen durch das Land NRW finanziell entschädigt, z.B. mit rund 1.200 Euro pro Hektar (für Hauptfrucht Silomais; Stand 2021). Besonders erfolgreich sind Vernässungsstellen in Ackerflächen. Auf den Brachen entwickelt sich bei guten Bedingungen eine kiebitzfreundliche Vegetation und eine schmackhafte Insektenfauna für die Küken und andere Arten wie Feldlerche, Fasan oder Feldhase. Auch der Vertragsnaturschutz bietet ein entsprechendes Paket an: VNS 5041 - Anlage von Ackerbrachen durch Selbstbegrünung.

Viele Maßnahmen in der Fläche nötig

Eine Stabilisierung der Kiebitzbestände kann nur dann gelingen, wenn derartige wirklich wirksame Maßnahmen in großer Zahl in der Fläche umgesetzt werden und etwa 70% der noch bestehenden Population erreichen. Bei der Flächenauswahl, der Absteckung und dem Antragsverfahren kann die NABU-Naturschutzstation Landwirte unterstützten. Voraussetzung für die Maßnahmen ist, dass Kiebitze auf den Flächen oder im direkten Umfeld vorkommen.

Betriebe, die an der Umsetzung von Maßnahmen interessiert sind, können sich bei der NABU-Naturschutzstation Münterland melden: kiebitz@nabu-station.de, 02501-9719433.

Weitere nützliche Infos

Infos zum Kiebitzschutz im Kreis Warendorf

Maßnahme: Feldvogelinseln im Acker, Bezirksregierung Münster

Lapwingconservation.org - Online-Plattform zum Kiebitzschutz mit biologischem Hintergrund und Praxistipps

Kiebitze schützen - Ein Praxishandbuch (5,9 MB)

Flyer zum bundesweiten Kiebitzschutz des NABU (0,5 MB)

Weitere Informationen zu Maßnahmen und Fördermöglichkeiten auf unserer Seite




Kiebitznest in Münster auf Stoppelacker (Foto: K. Lilje).




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