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NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.
Haus Heidhorn
Westfalenstr. 490
48165 Münster

Tel. 02501 - 9719433
Fax: 02501 - 9719438
E-Mail: info@NABU-Station.de

Bankverbindung:
Sparkasse Münsterland Ost
BLZ 400 501 50
Konto-Nr. 26 00 52 15

IBAN DE 41 4005 0150 00 26 00 5215
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Mein Praktikum bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland

Katharina Wiegand berichtet in ihrem Blog von der täglichen Arbeit im Naturschutz

Die Bachelor der Biowissenschaften Katharina Wiegand leistet derzeit ein freiwilliges Praktikum bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland auf Haus Heidhorn. Was sie dort erlebt und wie sie den täglichen Einsatz im Naturschutz empfindet, berichtet sie in ihrem täglichen Blog.

Tag 1 – Dem Froschlaich auf der Spur

Am meinem ersten Tag beim NABU Münsterland war ich keine Stunde in der Station, da wurde ich schon von John Kirchner mit in die Davert genommen, um den Froschlaich zu kartieren. John kartiert schon seit 2011 den Laich des Grasfrosches, aber auch anderer Arten, an 197 (Stand 2018) verschiedenen Gewässern des Münsterlandes, darunter liegen auch einige in der Davert. Um Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und dagegen Maßnahmen zu ergreifen, ist es wichtig die Bestände regelmäßig zu kontrollieren. Bei unseren Kontrollen fiel direkt auf, dass dieses Jahr ungewöhnlich wenig Laichballen zu finden waren.

Die Flatter-Ulmen in der Davert bilden tolle Brettwurzeln, fast wir Urwaldriesen

Unsere Vermutungen für einen möglichen Grund sind, dass die Witterungsbedingungen dieses Jahr sehr schwankend waren. Es gab bereits früh sehr warme Tage, in den letzten Wochen sind die Temperaturen jedoch wieder gesunken. Auch die Ballen, die wir gefunden haben, zeigten keinerlei Bewegung der Larven. John erklärte sich dies dadurch, dass die Entwicklung des Laiches durch die kalten Bedingungen unterbrochen oder sogar abgebrochen wurde. Wie sich die Situation weiterentwickelt, wird natürlich von ihm beobachtet und festgehalten.

Aber nicht nur meine Naturschutz-Kompetenzen wurden am ersten Tag auf die Probe gestellt: Mit den beiden anderen Praktikantinnen, Kirsten und Linda, durfte ich ein kleines Fotoshooting für die Bekanntgabe der Erscheinung des neuen Programmheftes 2019 machen. Über 130 verschiedene Veranstaltungen bietet die NABU-Naturschutzstation Münsterland dieses Jahr an, von Radtouren bis zu Elternseminaren. Für Sie ist sicherlich auch etwas dabei, schauen sie doch einfach mal rein (hier als Download, 2,5 MB).

Linda und ich beim Foto-Shooting mit dem neuen Veranstaltungsprogramm

Tag 2 – Sand schippen für barrierefreies Naturerleben

Heute Morgen konnte ich entspannt mit Kirsten mit dem Auto zur Station fahren. Doch vorher haben wir noch den Teich im Wolbecker Tiergarten nach Froschlaich abgesucht und leider nichts gefunden, bis auf zwei tote Nutria, womit der Tag auch gut startete 😉  Der Wolbecker Tiergarten ist einer der wenigen Urwälder des Münsterlandes und auf jeden Fall für jeden einen Besuch wert. Auch hier werden Führungen des NABU in regelmäßigen Abständen zu verschiedenen Themen angeboten. Die nächste findet am 19.04.2019 zum Thema „Der Wolbecker Tiergarten – seine Tiere und seine Kulturgeschichte“ statt.

Am Nachmittag konnten Kirsten und ich dann noch unseren Teil zum Umbau der Stationsanlage beitragen. Im Rahmen des Projektes „Natur für alle – barrierefreie Naturerlebnisse im Münsterland“ wird das Gelände rund um die NABU-Naturschutzstation Münsterland rollstuhl- und blindengerecht umgestaltet. Dazu sind einige Umbauten nötig, die aber auch die Schaffung neuer Biotope, wie einem Teich, beinhalten. Und für diesen Teich durften Kirsten und ich Sand in unzählig viele Säcke schippen. Doch zu zweit ging das viel schneller als gedacht und wir freuen uns schon, wenn der Teich und alle anderen Umbauten fertig sind und wir sagen können „Einen kleinen Teil haben wir auch dazu beigetragen“.

Das sieht nicht nur nach Arbeit aus, das war es auch ;-)

Am Ende der Bauarbeiten sollen alle Besucher entlang interaktiver Erlebniswege für den Erhalt der biologischen Vielfalt sensibilisiert werden. Dazu können sogar Audioführungen auf das eigene Smartphone geladen werden und so interessante Infos über Flora und Fauna weitergegeben werden. Ich finde es ist ein tolles Projekt, da die Natur nur selten barrierefrei ist und es so wirklich allen Menschen ermöglicht wird, das Münsterland in vollen Zügen zu genießen.   

Hier entsteht ein Kleingewässer, das sogar für Rollstuhlfahrer zugänglich sein wird

Tag 3 - Die Hornisse: der Sheriff der Natur

Seit 2009 gibt es an der NABU-Naturschutzstation Münsterland die Ausstellung „Hornissen sind friedfertige Tiere“, erstellt von dem Hornissenexperten Konrad Schmidt. Diese wird momentan überarbeitet und erneuert, damit sie dann wieder im neuen Glanz erstrahlen kann. Dazu haben Kirsten, Marlene und ich heute einige Überlegungen unternommen. Es müssen neue Plakate und Roll-Ups entwickelt, Fotos rausgesucht und Texte geschrieben werden.

Die Hornisse ist das größte staatenbildende Insekt Deutschlands, ihr lateinischer Name ist Vespa crabro. Das Highlight der Ausstellung wird ein Schaukasten sein, der die Möglichkeit gibt, ein lebendes Hornissennest, welches entfernt werden musste, aufzunehmen. Dort können die Besucher gefahrlos dem Treiben der Hornissen zuschauen und die Tiere von ganz nah betrachten. Die Hornisse, auch gerne Naturpolizei genannt, weil sie zum Erhalt des ökologischen Gleichgewichts beiträgt, steht seit 1984 als besonders gefährdet auf der Roten Liste und muss deshalb geschützt werden.

Sieht gefährlicher aus, als sie ist: die Hornisse (Foto: AG Hornissenschutz)

Zum Schutz der Tiere gibt die Ausstellung einige Tipps, die die Besucher sich zu Herzen nehmen können. Zum Beispiel gibt ein naturnaher Garten den Hornissen mehr Lebensraum. Außerdem können Nisthilfen für die Tiere aufgehängt werden, da natürliche Baumhöhlen, in denen die Hornissen eigentlich ihr Nest bauen, immer seltener werden.

Es wird sich auf jeden Fall lohnen die barrierefreie Ausstellung in der Geschäftsstelle der NABU-Station auf Haus Heidhorn zu besuchen. Finanziert wird das ganze Projekt von der Postcode Lotterie. Zurzeit befindet sie sich noch im Umbau, die Neueröffnung wird zeitnah auf der Website bekannt gegeben. Für die Plakate, Präsentationen und Roll-Ups suchen wir noch schöne Bilder oder Videos von Hornissen. Falls Ihr also solche besitzt, freuen wir uns über die kostenfreie Bereitstellung.  

Tag 5: Durch Matsch und Regen auf Blümchensuche

Endlich komme ich mal wieder zum Schreiben und kann Euch von meinem spannenden, ereignisreichen Wochenende erzählen: Angefangen hat es am Freitagmorgen mit der ersten Elternexkursion im Rahmen der sechsteiligen Exkursionsreihe „Naturkundliche Führungen für Eltern“. Thema der Exkursion waren Frühblüher und Singvögel an der Pleistermühle in Münster. Als ich mich morgens auf dem Weg gemacht habe muss ich ehrlich zugeben, dass meine Motivation gen null war. Es schüttete aus Eimern und ich hatte einen Radweg von 25 Minuten und eine Führung von drei Stunden vor mir, im strömenden Regen.

Ganz nach dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ habe ich mich auf den Weg gemacht und als ich an der Pleistermühle ankam, standen auch schon an die fünfzehn motivierten Teilnehmer unter einem Abdach und erhielten die ersten Informationen vom Biologen Dr. Thomas Hövelmann, auch als der Botaniker des NABU bekannt. Langsam hörte es dann auch auf zu regnen und wir stiefelten los, die Werse entlang. Auf unserem Weg fanden wir viele heimische Frühblüher wie die Schlehe, das Buschwindröschen und das Scharbockskraut. Auch das bei den Kindern so beliebte Klebkraut (auch Kletten-Labkraut genannt) fanden wir und es zeigte sich, dass nicht nur Kinder Spaß daran haben, es an die Jacke des Vordermanns zu kletten 😉

Thomas Hövelmann (links) und Marius Germies (rechts) erklären den Teilnehmern etwas zur gefundenen Weinbergschnecke

Begleitet wurde unser Weg natürlich auch von zig verschiedenen Vogelstimmen, die es erstmal zu analysieren galt. Am lautesten war oft der kleinste heimische Vogel, der Zaunkönig. Aber auch Meisen und Rotkehlchen konnten wir entdecken. Zwischendurch gab es immer wieder Tipps und Spielideen, wie man den Kindern die Natur näherbringen und ihnen einen verantwortungsbewussten Umgang mit dieser beibringen kann. Spielideen hatte vor allem der zertifizierte Naturpädagoge Marius Germies, der die Gruppe auf allen sechs Exkursionen begleitet.  Am Ende bekamen alle Teilnehmer der Führung einen dicken Ordner mit Begleitmaterial, wie Steckbriefen, Ausmalbildern und einem Handout zum Thema der ersten Exkursion. Der Ordner soll sich bei jeder weitern Exkursion langsam füllen.

Eines der häufigsten und meiner Meinung nach schönsten Frühblüher in unseren Wäldchen, das Buschwindröschen

Ich muss sagen, dass ich trotz der anfänglichen Motivationsproblemen, einen wirklich schönen Start in den Tag hatte und selbst noch viel gelernt habe zum Thema heimische Frühblüher und Singvögel. Ich freue mich schon auf die nächste Exkursion am ersten Freitag im Mai zum Thema Sträucher und Bäume.

Tag 6 - Der Naturschutz kennt kein Wochenende

Auch am Samstag war ich mit der NABU-Naturschutzstation Münsterland unterwegs. Die Schöpfung Gottes wertschätzen und schützen, darum ging es am ersten Schöpfungstag der Heilig Kreuz-Gemeinde in Münster. Die Teilnehmer konnten aus einem Angebot von 16 verschiedenen Workshops zwei auswählen, die in der ersten Workshop-Phase am Vormittag und in der zweiten am Nachmittag stattfanden.

Nach dem zweitem Workshop-Teil gab es noch eine Podiumsdiskussion mit Fachleuten zum Thema „Was kann ich, was können wir tun?“. Eingeladen waren Susanne Schulze Bockeloh vom Landwirtschaftlichen Kreisverband, Dr. Rainer Hagencord vom Institut für Theologische Zoologie, Dr. Thomas Hövelmann von der NABU-Naturschutzstation Münsterland und Luca Thomas von der Fridays-for-Future Bewegung und Greenpeace. Abrundend endete der Tag mit einer Eucharistiefeier in der Heilig-Kreuz-Kirche.

Auch der NABU hat einen Workshop zum Thema „Münster summt – insektenfreundliche Gärten“ angeboten. Dabei durften wir bei schönstem Sonnenschein den Garten des Pastors analysieren und Verbesserungsvorschläge sammeln. Es wurde schnell klar, dass der Garten schon sehr viel hergibt und einige Möglichkeiten für Insekten zu bieten hat. Dr. Berit Philipp und Dr. Thomas Hövelmann erklärten uns, dass viele verschiedene Strukturen in einem Garten wichtig sind, um diesen naturnah zu gestalten. Berit Phillip zeigte uns dann noch ein paar der über 200 Wildbienenarten, die Münster zu bieten hat und wie man natürliche Nisthilfen, wie Totholz, in den Garten integrieren kann.

Alle Teilnehmer waren begeistert von dem bunten, natürlich schönen Vorgarten, der für seine Insektenfreundlichkeit sogar eine Auszeichnung bekommen hat

Nachdem wir den Garten des Pastors von oben bis unten auf den Kopf gestellt hatten, analysierten wir bei einem kleinen Spaziergang die Vorgärten der Nachbarhäuser. Wir sahen viele verschiedene Möglichkeiten den Vorgarten zu gestalten, von der trostlosen Steinwüste, die leider immer häufiger vorkommt, bis hin zu einem naturnahen, insektenfreundlichen Vorgarten, der sogar dafür ausgezeichnet wurde. Während des ganzen Workshops zeigte sich das große Interesse der Teilnehmer durch eifriges Notieren oder ausgiebige Erfahrungsberichte. Jedes Alter wurde für die natürlich chaotischen, insektenfreundlichen Gärten begeistert.

Nach den Workshops wurde in der Kirche eine Podiumsdiskussion veranstaltet, für die extra Fachleute engagiert wurden. Hierbei ging es um Themen, wie die Gülleverordnung, biologischer Anbau, das Tierwohl und vieles mehr. Oft waren sich die verschiedenen Parteien nicht unbedingt einig in ihren Ansichten. Alle waren jedoch der Meinung, dass die Institutionen, wie Kirche, Politik, Landwirte, Naturschutz und Jugend alle an einem Strang ziehen müssen, um etwas an unserer jetzigen Situation zu ändern. Das fand ich einen tollen Abschluss einer doch manchmal hitzigen Diskussion.

Bei der Podiumsdiskussion in der Heilig-Kreuz-Kirche ging es zwischenzeitig heiß her. Von links nach rechts: Moderator Stefan Werding, Susanne Schulze Bockeloh, Dr. Rainer Hagencord, Dr. Thomas Hövelmann und Luca Thomas

Durch den Schöpfungstag konnte die Heilig Kreuz Gemeinde zeigen, dass auch die Kirche an Veränderungen interessiert ist und dass dieser Tag einen Prozess anschieben soll, der etwas bewirkt. Denn nun heißt es die neu geschaffene Hoffnung und Ressourcen weiter zu nutzen, neue Ziele zu setzen und diese zu erreichen. Aber meiner Meinung nach ist durch den Schöpfungstag schon ein großer Schritt in die richtige Richtung gemacht worden. Und so hat Arbeit am Wochenende echt Spaß gemacht 😉

Dieses Foto war für mich eine kleine Mutprobe, da ich mitten in der Diskussion nach vorne gehen musste, um das Bild zu machen. Die Kirche war zudem proppe voll mit einem Publikum, das immer wieder sehr gute Beiträge zur Diskussion eingeworfen hat

 

Tag 7 - Naturschützer brauchen keine Sonnenbank

Auch meine zweite Praktikumswoche hat mit tollen Aufgaben für mich bei herrlichem Sonnenschein gestartet. Und mal ganz ehrlich, was gibt es Schöneres als bei Sonnenschein draußen in der Natur zu arbeiten?

Am Montag hieß es für mich erstmal Berichte schreiben über die Veranstaltungen am Wochenende. Da ist es manchmal gar nicht so einfach einen kurzen und knackigen Bericht zu schreiben, bei so umfangreichen Veranstaltungen, die so viel Interessantes beinhalten. Als das geschafft war lockten die warmen Sonnenstrahlen alle Mitarbeiter zur Frühstückspause nach draußen auf die Eingangstreppen. Es gab sogar selbstgebackenen Apfelkuchen für alle von Andreas Beulting, der am Wochenende Geburtstag hatte und leckeres Zwiebelbrot (Apfelkuchen und Zwiebelbrot, eine echt komische Mischung 😉) von Marius Germies.

Zur Frühstückspause zieht es alle bei selbstgemachten Apfelkuchen und Zwiebelbrot in die Sonne

Nach der Stärkung ging es dann für Marlene und mich mit Andreas zur großen Baustelle um Haus Heidhorn, um den Teich ganz genau auszumessen. Natürlich ganz klassisch mit dem Maßband. Das dauerte auch echt ganz schön lange, sodass wir zwischendurch Angst hatten, den ersten Sonnenbrand im Jahr zu bekommen. Nachdem der Teich komplett ausgemessen war, ging es dann zum Moor, das ebenfalls zur Bestimmung der Größe der Teichplane ausgemessen werden musste. Das dauerte aber nicht solange, da das Becken fast kreisrund ist.

Marlene (rechts) und ich bei der fachmännischen Vermessung des Teiches

Ja, und nach der ganzen Ausmesserei war dann auch der Montag schon vorbei und ich konnte bei Sonnenschein mit dem Rad nach Hause fahren. Also wenn ich eins heute gelernt habe dann, dass ein Naturschützer keine Sonnenbank braucht und sein bester Freund im Sommer die Sonnencreme ist 😊

Tag 8 – Kein Entkommen für den Kiebitz - Manchmal kann Naturschutz auch frustrieren

Am Dienstag ging es dann spannend weiter. Ich bin gerade in die Station reingekommen, da kam mir Andreas freudestrahlend entgegen und schickte mich schnurstrakst nach draußen zu Marlene, die den Umfang des Teich- und Moorbeckens ausmessen sollte.

Gerade wieder im Büro angekommen und meinen Laptop ausgepackt fragte mich dann Kirsten, ob ich mit Kiebitze kartieren komme und da sage ich natürlich nicht nein. Schon am Samstag haben sie und viele andere unter der Anleitung von Anuschka Tecker und Kristian Lilje im Rahmen der Kiebitz-Synchronzählung viele Gebiete in Münster kartiert und mit Erschrecken festgestellt, dass der Bestand sich seit letztem Jahr halbiert hat.

Das haben wir leider auch zu spüren bekommen. Wir sind den ganzen Morgen mit Fernglas und Gebietskarten durch die Randbezirke von Münster gefahren und haben Ausschau nach Kiebitzen gehalten und deren Nestern. Aber wir haben keinen einzigen gefunden, das war schon sehr enttäuschend. Am Ende sind wir nochmal zu einem Feld gefahren auf dem am Samstag drei Kiebitze und zwei Nester gesichtet wurden. Wenigstens so konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Kiebitz sehen und das ist wirklich traurig, denn früher war der Kiebitz der Feldvogel überhaupt in dieser Region.

Mit dem Fernglas ausgerüstet konnte uns kein Feldtier entkommen. Den Kiebitz fanden wir trotzdem nicht

Momentan ist der Kiebitz stark gefährdet und ohne weitere Maßnahmen kann davon ausgegangen werden, dass der Bestand bis 2030 ausgeloschen sein wird. Deshalb ist es wichtig die Nester auf den Äckern zu markieren, damit die Landwirte die Brutplätze bei der Bearbeitung der Felder berücksichtigen können. Am besten ist es, wenn sogenannte Kiebitzinseln auf dem Acker angelegt werden. Weitere Infos zu den Maßnahmen findest du auch hier (http://www.nabu-naturschutzstation-muensterland.de/artenschutz/kiebitz/massnahmen/).

Falls du einen Kiebitz auf dem Feld entdeckst, typische Erkennungszeichen sind der weiße Bauch, der metallisch lila-grün schillernde Rücken und der Federschopf, dann melde das doch bitte beim NABU, um uns bei der Bestandsaufnahme zu helfen (Telefonnummer 02501/9719433 oder per E-Mail an kiebitz@nabu-station.de).

Trotz des traurigen „Nichtfundes“ konnte ich heute mit Kirsten und Manuel (auch Praktikant beim NABU) schöne Ecken von Münster neu entdecken und erneut etwas Frischluft und Bräune tanken 😉

Tag 9 – Belohntes Schuften wie ein Ackergaul

Als ich heute Morgen mit meinem Rad in die Einfahrt der NABU-Naturschutzstation Münsterland gefahren bin, musste ich gleich in die Bremsen treten, weil überall Kinder freudestrahlend rumgeflitzt sind. Nachdem ich mein Rad abgestellt hatte, kam mir auch gleich Jutta Luig-Beilmann entgegen, sie ist eine Umweltbildnerin bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland und leitet die Programme für Schulklassen, Kindergeburtstage und Co. Ich nutze meine Chance und fragte sie sofort, ob ich sie heute mal begleiten könnte und ihre Antwort war natürlich ja, neugierige Nasen sind hier gern gesehen.

Immer dem Eichhörnchen hinterher, hieß das Motto beim Wald-Klima-Lehrpfad

Und so machten wir uns mit einer Truppe von 16 Kindern, die die erste bis vierte Klasse der Montessori-Schule Münster e.V. besuchen, und zwei Lehrerinnen auf den Weg zum Wald-Klimalehrpfad in der Hohen Ward. Hierbei handelt es sich um einen ca. 3 km langen Lehrpfad quer durch die Hohe Ward. Ein Holz-Eichhörnchen kennzeichnet die verschiedenen Stationen zu Themen, wie heimische Vogelarten, CO2-Fußabdrücke oder Treibhauseffekt. Spielerisch werden den Kindern komplizierte Zusammenhänge erklärt, die auch für Erwachsene oft noch sehr informativ sind. Du kannst den Wald-Klimalehrpfad auch ohne Führung alleine mit der Wald-Klima-App erkunden, sicherlich ein spannendes Abenteuer für das nächste Wochenende 😉 Wir kamen durchgefroren, aber mit einer Menge an neuem Wissen wieder zurück zur Station und ich war erstaunt, wie viel die Kinder schon über Klimawandel, CO2-Emmissionen, aber auch über Maßnahmen gegen den Klimawandel wussten. Auch ich konnte noch eine Menge lernen.

Nicht nur die Schüler/innen waren beeindruckt wie dick ein 160 Jahre alter Baum ist, auch ich war erstaunt

Für mich ging es danach direkt weiter zu einem Pressetermin mit Laura Backhaus, der Nachhaltigkeitsmanagerin von der Bio-Marke Davert, die ihren Sitz in Ascheberg hat. Die Firma hatte eine 1000m² große Fläche bereitgestellt, um dort eine Wildblumenwiese wachsen zu lassen und wer kann da besser beraten als Andreas Beulting, der Aussaat-Experte. Also sind wir mit einer historischen Walze nach Ascheberg gefahren, haben die Samen gesät, sind mit der Walze drüber gegangen und haben uns als Dankeschön ein kleines Davert-Geschenkpaket geschnappt. Das war aber auch wirklich nötig, denn das Walzen war super anstrengend, man fühlte sich wie ein alter Ackergaul. Gut, dass de Landwirte heutzutage dafür Maschinen besitzen 😊 Und so ging ein weiterer ereignisreicher, aber auch anstrengender Tag bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland zu Ende.

Die Samen waren im Nu von Andreas verteilt

Schwieriger war es die gefühlt tonnenschwere Walze über das gesamte Feld zu ziehen. Da musste jeder anpacken (von links nach rechts: Manuel, Andreas Beulting, Laura Backhaus und Marlene

Tag 11 – Am Weltehrentag der Pflanze auf Wildkräutersuche

Wie ihr sicher schon bemerkt habt, war es die letzten Tage still hier im Blog. Das lag ganz einfach daran, dass ich mal frei hatte, denn auch Praktikanten haben mal was anderes zu tun, als beim NABU aktiv zu sein. 😉

Dafür ging es dann heute für mich zu einer Führung von Britta Ladner, die Mitglied in der AG Botanik ist, zum Thema „Essbare Wildkräuter“. Nachdem ich im Schnee zum Treffpunkt in Mecklenbeck gefahren bin, lichteten sich die Wolken allmählich und die Sonne wärmte mich wieder auf. Motiviert und mit guter Laune kam ich zum Startpunkt und staunte nicht schlecht, als immer mehr Teilnehmer kamen und kamen. Es nahm gefühlt kein Ende, Jung bis Alt, 2-beinige und 4-beinige Freunde, sammelt sich am Haus Kump.

Bei so vielen Menschen war es echt schwierig ein Bild hinzubekommen, das Britta zeigt und trotzdem auch darstellt wie groß die Masse war. Ich hoffe ihr bekommt ein Gefühl für die Anzahl an interessierten Teilnehmern

Zuerst gab es einen kleinen Input von Britta Ladner zum Thema Pflanzen. Sie sind übrigens die einzigen Lebewesen, die anorganisches Material zu organischem umwandeln. Zudem besitzen sie viele tolle Inhaltsstoffe, wie primäre und sekundäre Stoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, von denen wir profitieren können. Wenn man sich nun dazu entscheidet auf Kräutersuche zu gehen muss man jedoch auch einiges beachten: In Naturschutzgebieten ist Pflücken tabu, man trägt eine Verantwortung für sich und die Natur, man sollte nicht an Straßen und Äckern pflücken, und und und…

Als wir dann alle ordentlich von Britta abgeschreckt wurden, ging es dann auch los auf die Suche rund um das Haus Kump. Wir fanden typische Pflanzen wie Löwenzahn (dessen Milchsaft übrigens nicht giftig ist), Spitzwegerich, Gundermann und vieles mehr. Bei allen Pflanzen ist es immer ratsam, die jungen Blätter zu verwenden, da die Blätter, je älter sie werden, immer mehr Gerbstoffe bilden und somit bitterer im Geschmack werden.

Auch die jüngere Generation wusste schon sehr viel über unsere heimischen Wildkräuter. Da war so mancher schwer beeindruckt von

Das Highlight des Spazierganges war ein Bärlauchfeld, das man auch schon auf zehn Meter Entfernung riechen konnte. Hier, wie auch bei vielen anderen Pflanzen zuvor, kam das Thema der Verwechslung auf. Viele essbare Kräuter sehen giftigen Pflanzen zum Verwechseln ähnlich, weshalb man immer nur das pflücken sollte, bei dem man sich zu 100 % sicher ist. Am Ende gab es dann noch einige Rezepttipps vom Profi: Viele Wildkräuter schmecken super einfach auf einem Butterbrot, in Kräuterbutter oder in Salaten. Brennnesseln könne zum Beispiel auch wie Spinat zubereitet oder in einer Quiche verarbeitet werden.

Mitten im Meer vom Bärlauch hat so mancher Magen angefangen zu knurren

Ich habe wieder viel dazu gelernt und werde auf jeden Fall mal eins der Rezepte zu Ehren der Pflanzen ausprobieren.

Tag 12 - Ein Wildkräuter Allround Wochenende geht zu Ende 

Nach dem Wochenende macht mir so schnell keiner mehr was in Sachen Wildkräutern vor, denn auch am Sonntag drehte sich bei mir alles um unser heimisches Superfood. Am Morgen ging es für mich zur NABU-Naturschutzstation, an der ich mich mit Ann-Kathrin Will und Christopher Reith zur Wildkräuter-Radtour getroffen habe. Diese hatte ich im August schonmal gemacht und da hat es soviel Spaß gemacht, dass ich unbedingt nochmal dabei sein wollte.

Also ging es nach ein paar Formalien für unsere Gruppe aus knapp zwanzig Teilnehmer, von jung bis alt, E-Bike bis Klapperrad, los. Zuerst fuhren wir entlang des Hiltruper Sees, durch die Hohe Ward Richtung Albersloh. Auf dem Weg fanden wir die mir nun auch sehr bekannten Taubnesseln, Scharfgarbe und einige Birken, die ja für ihr Birkenwasser bekannt sind. Aber auch die jungen Blätter sind super lecker.

In Albersloh haben wir dann unsere erste etwas längere Pause gemacht und bei Sonnenschein, man glaubt es nicht nachdem es am Samstag ja sogar geschneit hat, ein Eis gegessen. Nach der Stärkung fuhren wir weiter die Werse entlang Richtung Rinkerode. Überall am Wegesrand waren leckere Wildpflanzen und von so mancher sogar so viele, dass wir uns einen kleinen Ableger mitnehmen konnten. In meinem Zimmer wächst nun Wilde Wasserminze und Tellerkraut, welches als Salatersatz super zum Einsatz kommen kann. Auch der Gundermann war überall vertreten. Er wurde als das Wilde After Eight betitelt, da er schokoliert genau wie die bekannte After Eight Schokolade schmecken soll.

An Haus Heidhorn angekommen gab es dann für alle Teilnehmer ein Wildkräuterbuffet mit Quiche, Pfannkuchen, Kräuterbutter, Brot, Kuchen und Co. Das hatten alles Ann-Kathrin und Christopher vorbereitet und so konnte der Nachmittag in einer gemütlichen Runde ausklingen. Ich fand die Radtour wieder super schön, das Wetter hatte mitgespielt und nun bin ich schon ein kleiner Experte, was Wildkräuter angeht. Da werde ich so manches Rezept probieren. Falls du noch mehr über die Tour lesen möchtest findest du hier den Link zum Bericht.

In der nächsten Woche ist von Montag bis Donnerstag Osterferien-Freizeit auf Haus Heidhorn und ich werde nicht täglich zum Schreiben kommen Aber am Ende der Woche gibt es dann eine schöne Fotostrecke und einen langen Bericht, wie die Kiddies Haus Heidhorn auf den Kopf gestellt haben.

Am Hiltruper See fanden wir viele Kräuter, die man aufgrund der vielen Hunde dort jedoch lieber nicht pflücken sollte.



Auch diesen kleinen Himmelblauen Blattkäfer haben wir zwischen der Wilden Wasserminze gefunden.



Ob E-Bike oder Klapperrad, jeder hat die 25 km Lange Tour ohne Probleme geschafft.

Nach der Radtour machten sich alle sofort über das leckere Buffet her.

Woche 3 - Spiel und Spaß rund um Haus Heidhorn

Endlich komme ich nun auch mal wieder zum Schreiben. Letzte Woche war hier in der Naturschutzstation ordentlich was los. 18 Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren machten Haus Heidhorn während der Osterfreizeit unsicher. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und habe jeden Tag mit Kirsten und Marlene zusammen bei der Durchführung des Programms mitgeholfen.

Am Montag ging es rund um das Thema Schaf und Hund. Jutta Luig-Beilmann, die Leiterin der Freizeit, hatte dazu ihre Border Collie Hündin Ida mitgebracht, die sofort von allen Kindern freudig empfangen wurde. Nach ein paar Spielen ging es mit Ida zu den sieben Schafsdamen der Naturschutzstation. Dort durfte die Hündin allen demonstrieren, wie ein Hütehund die Schafe in einen abgezäunten Bereich lotst. So konnten alle Teilnehmer die Tiere auch vom Nahem betrachten. Anschließend sollten nun die Kinder die Aufgabe von Ida übernehmen und die Schafe erneut, nachdem sie freigelassen wurden, in den eingezäunten Bereich treiben. Das gestaltete sich schwerer als gedacht, doch am Ende schafften sie es alle zusammen.

Am zweiten Tag drehte sich alles um Tiere, die im Teich leben. Mit Anuschka Tecker, einer Umweltbildnerin, durften alle am Teich hinter Haus Heidhorn Keschern gehen. Es wurden Frösche, Larven, ein Wasserskorpion und sogar ein Teichmolch gefangen.
Richtig getobt wurde am dritten Tag im Wald mit Marius Germies, auch Umweltbildner bei der NABU Naturschutzstation. Dabei ging es um das Thema Plastikmüll. Die Kinder durften entlang einer Schnur quer durch den Wald gehen und mussten links und rechts von sich Gegenstände finden, die nichts im Wald zu suchen haben. Auch die jahrealte Hundetüte blieb leider nicht unentdeckt 😉

Am letzten Tag durften Kirsten, Marlene, Manuel und ich das von uns vorbereitete Chaosspiel mit den Kindern spielen. Auch hier wurde viel gerannt und im Team Aufgaben gelöst. Von Eierlauf bis Rechenspiele war alles dabei.
An jedem Tag konnten die Kinder nach den Aktivitäten etwas basteln. Zum Thema Schaf und Hund wurde gefilzt, zum Thema Plastik gab es mehrere Upcycling Projekte bei denen auch Ostergeschenke für die Eltern entstanden sind und wir Praktikanten hatten Naturtraumfänger vorbereitet, von denen auch wir Leiter sehr viele gebastelt haben 😊 Die Teilnehmer, die nicht basteln wollten konnten im Freispiel rund um Haus Heidhorn Buden in den Büschen bauen und Banden“kämpfe“ durchführen.

Insgesamt war es eine tolle Woche mit den Kindern. Ich war immer wieder erstaunt wie viel sie schon zu den Umweltthemen wussten und finde es toll, wenn man seine Ferien nicht vor dem PC sondern abenteuerreich in der Natur verbringt. Auch in den Sommer- und Herbstferien bietet die NABU Naturschutzstation Münsterland Freizeiten für Kinder und Jugendliche an. Mehr Infos dazu findest du hier.

Alle Kinder durften die Schafdamen auch von Nahmen betrachten und füttern.

Ida hatte die Schafe immer im Blick und hat genau beobachtet wie die Kinder versucht haben die Tiere zu hüten.

Mit Gummistiefel und Regenhose ging es zum Teich keschern.

Trotz guter Ausrüstung wurde so manche Socke nass.

Der Profi-Kescherer mit Anglerhose konnte fast einmal durch den gesamten Teich gehen.

Im Wald wurde viel getobt und gerannt.







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